Neue und selbstorganisierte Gruppen dominierten in den vergangenen zwei Jahren den Nachwuchs der extremen Rechten. Mittlerweile ist eine Übernahme durch etablierte rechtsextreme Parteien zu beobachten.
Lange schienen die rechtsextremen Jugendgruppen, die seit knapp zwei Jahren in Erscheinung treten, sich unabhängig von etablierten Parteistrukturen zu organisieren. Bei einer Demonstration der Kleinpartei »Die Heimat« Ende November in Berlin-Mitte trat nun auch die »Deutsche Jugend voran« auf. Die »Jungle World« sprach mit Lotta Kampmann vom Projekt »Recherche Nord« über die Annäherung rechtsextremer Parteien an neue Jugendmilieus.
Die Pride-Saison ist beendet. Vergangene Woche fand in Cottbus der letzte Christopher Street Day dieses Jahres statt. Erneut agitierte die extreme Rechte gegen Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet. Zwar schwand die Beteiligung an rechten Protesten, dennoch vermehrten sich die Drohungen gegen CSD-Teilnehmer. Ein erstes Resümee.
Während der CSD-Saison sind auch in diesem Jahr Angriffe und Störaktionen durch junge Neonazis zu erwarten. Der Eindruck, es handle sich dabei um ein rein ostdeutsches Problem, täuscht.
Antifaschistischer Gegenprotest hat in Berlin-Friedrichshain eine rechtsextreme Demonstration verhindert. Doch der Nazi-Aufzug war ungewöhnlich groß und die Teilnehmer:innen auffällig jung.
In diesem Jahr sind einige neue neonazistische Jugendgruppen in Erscheinung getreten, die vor allem gegen CSD-Paraden agitierten. Experten beobachten Unterschiede in der Organisationsform im Vergleich zu der älterer Kader.
Rund 60 Neonazis marschierten am Wochenende durch einen als links geltenden Kiez in Berlin. Der Gegenprotest war zwar um ein Vielfaches größer, doch auf der Demonstration zeigte sich eine neue junge Berliner Nazi-Szene.
Die Polizei hat Wohnungen von jungen Neonazis in Berlin und Brandenburg durchsucht. Die Betroffenen stehen in enger Verbindung zu Gruppen, die erst seit diesem Sommer aktiv sind. Experten beobachten Unterschiede zu erfahrenen Neonazi-Strukturen, die sich unter anderem im Schutz der eigenen Identität zeigen.