Beiträge zu Nationalsozialismus

Erika Haase - Bildnis und Text
2025/25 dschungel Die Graphic Novel »Ausradiert« ­erzählt das Schicksal von Opfern der NS-»Euthanasie«

Jungle+ Artikel Ausradiert

Der »Aktion T4«, den Verbrechen der sogenannten Eugenik der Nationalsozialisten, fielen mehr als 70.000 Menschen zum Opfer. Die behinderten und psychisch kranken Menschen, die ermordet und misshandelt wurden, hat der Deutsche Bundestag erst im Januar 2025 als Opfer des NS anerkannt. Das Projekt »Beredtes Schweigen«, betrieben vom Lernort Weimar e. V., der Universität Jena und dem Theater Stellwerk Weimar, hat jahrelang Opferbiographien recherchiert. Ein Ergebnis dessen ist die von Anke Zapf gezeichnete Graphic Novel »Ausradiert«, in der unter anderem das Leben und die Ermordung des Mädchens Erika Haase geschildert werden.
Bildung nach Auschwitz. Klassenzimmer in Deutschland, 1954
2025/20 dschungel Die Bedingungen für die Entstehung des Nationalsozialismus und Erziehung nach Auschwitz

Jungle+ Artikel Durch die Kälte hindurch

Es ist kalt in Deutschland: Für den Sammelband »Halbbildung. Kritische Theorie der Pädagogik« analysiert der Mitherausgeber Patrick Viol mit Rückgriff auf Adorno die Bedingungen für die Entstehung des Nationalsozialismus, was dieser mit den Subjekten anrichtete und wie kultur­politische Initiativen einen dialektischen Begriff von Bildung, der dieser Zurichtung trotzen könnte, verballhornen.
Zeichnung aus "Zwei weibliche Halbakte"
2025/19 dschungel Der französische Zeichner Luz im Gespräch über den von den Nazis diffamierten Maler Otto Mueller

»Eine Geschichte, in der ich mich verstecke«

In seinem Comic »Zwei weibliche Halbakte« rekapituliert der französische Zeichner Luz die Geschichte des gleichnamigen Bildes von Otto Mueller. Im Interview im Kölner Museum Ludwig spricht er über Feindbilder, Rechtsextremismus und die Rolle des Künstlers zwischen historischer Verantwortung und individueller Freiheit.
Deutsche Soldaten nach ihrer Kapitulation in Trier, 4. März 1945
2025/19 Thema Die Alliierten trafen 1945 auf eine deutsche Bevölkerung, die keine Reue zeigte

Jungle+ Artikel Volk ohne Reue

Im besiegten Deutschland trafen die Alliierten auf eine Bevölkerung, die bis zuletzt gekämpft und gemordet hatte. Die mit der US-Armee reisenden Journalistinnen Lee Miller und Margaret Bourke-White sowie der Nachrichtenoffizier Saul Padover berichten von Begegnungen mit Deutschen, die zwar von den Nazi-Verbrechen wussten, aber keinerlei Schuldbewusstsein zeigten.
Im Kampf gegen die Nazis: jüdische Partisanen
2025/16 dschungel Stephan Lehnstaedt, Historiker, im Gespräch über seine Forschung zum jüdischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus

»Die etablierten Deutungen sind stark«

Stephan Lehnstaedt, Professor für Holocaust- und Jüdische Studien an der Touro University Berlin, schildert in seinem Buch »Der vergessene Widerstand« die verschiedenen Formen jüdischen Widerstands im NS-Staat und seinen Besatzungsgebieten. Dass die Opfer des Holocaust auch entschlossenen Widerstand geleistet haben, sei in der Forschung lange übersehen worden.
Marlene Dietrich sitzt zusammen mit einem Soldaten vorne neben der Kanone auf einem Panzer
2025/15 dschungel Die Schauspielerin und Sängerin als antifaschistische Truppenbetreuerin im Zweiten Weltkrieg

Jungle+ Artikel Marlene Dietrich an der Front

Im Auftrag der United Service Organizations (USO) reiste die Schauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich 1944 und 1945 nach Europa, um vor den alliierten Soldaten aufzutreten, die gegen Nazi-Deutschland kämpften. Der Journalist Reiner Burger erzählt in dem nun erschienenen Band »Marlene Dietrich an der Front«, unterstützt durch 124 zum Teil bisher unveröffentlichte Fotografien, die Geschichte von Dietrichs Truppenbetreuung.
Paranoia über »das internationale ­Judentum«. Ausschnitt aus einem deutschen Propagandaposter von 1941
2025/12 dschungel Der Unterschied zwischen Rassismus und Antisemitismus

Jungle+ Artikel Antisemitismus und weißer Rassismus

Was ist der Unterschied zwischen Rassismus und Antisemitismus? Der US-amerikanische Historiker Jeffrey Herf gibt in einem Kapitel seines neuen Buchs »Drei Gesichter des Antisemitismus« eine Antwort. Er stellt Verbindungen zwischen dem Rassismus der amerikanischen ­Sklavenhalter und dem Nationalsozialismus her, insistiert aber darauf, dass die Juden im faschistischen Deutschland vor allem als politische Subjekte verfolgt wurden – nicht als unterlegene halbmenschliche, sondern als mächtige in Feindschaft verschworene Rasse.
Pionierin der Undercover-Recherche. Die österreichisch-ungarische Journalistin Maria Leitner, hier 1930 in Surinam
2025/10 dschungel Maria Leitners Roman »Hotel Amerika« von 1930 erscheint in der Reclame-Reihe »Klassikerinnen«

Undercover im Hotel

In ihrem Debütroman »Hotel Amerika« stellte Maria Leitner die Lohnabhängigen in den Vordergrund. Das Buch von 1930, das mit zu den ersten gehörte, die die Nationalsozialisten 1933 verboten, erscheint nun in der Reclame-Reihe »Klassikerinnen«.