Beiträge zu Small Talk

Mahdiah Hashemi mit Mikro
2025/32 Small Talk Mahdiah Hashemi, Afghanischer Frauenverein MAH, im Gespräch über das Ende eines Aufnahmeprogramms für Flüchtlinge

»Es werden legale Möglichkeiten versperrt«

Ein Programm des Bundeslands Berlin ermöglichte seit 2014 die Aufnahme von Flüchtlingen, die bereits Angehörige in der Stadt haben. Die Voraussetzung war, dass die Verwandten für mindestens fünf Jahre die Kosten für Kranken- und Pflegeversicherung selbst übernehmen. Doch nun wird das Programm beendet: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat der Verlängerung keine Zustimmung erteilt. Die »Jungle World« sprach mit Mahdiah Hashemi, der Gründerin des Afghanischen Frauenvereins MAH über die Folgen dieser Entscheidung.
Aufruf zur Gewalt gegen Drusen auf islamistischer Kundgebung in Berlin
2025/31 Small Talk Linus Kebba Pook vom Verein Democ im Gespräch über islamistische Proteste in Deutschland

»Die Schere steht für die Demütigung drusischer Männer«

Während der jüngsten Kämpfe in Südsyrien wurden unter anderem Mitglieder der drusischen Minderheit massakriert (»Jungle World« 30/2025). In Deutschland gab es Demonstrationen zur Unterstützung der beduinischen Milizen und Regierungstruppen, die dafür verantwortlich waren. Die »Jungle World« sprach mit Linus Kebba Pook vom Verein Democ e.V., der die Proteste beobachtet hat.
Die kleinstädtische Idylle an der Martinskirche in Langenau täuscht
2025/29 Small Talk Nadja Golitschek, Kirchensprecherin, im Gespräch über antisemitischen Protest gegen einen Pfarrer

»Keine öffentlich wahrnehmbare Solidarisierung aus der Zivilgesellschaft«

Seit beinahe zwei Jahren wird ein Pfarrer einer baden-württem­bergischen Kleinstadt bedroht und angefeindet, weil er das Massaker der Hamas angesprochen hat. Am vorvergangenen Sonntag musste der Protest vor der Kirche von der Polizei aufgelöst werden. Die Jungle World sprach mit Nadja Golitschek, einer Sprecherin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Eine russische Gleitbombe als Mahnmal in Lwiw
2025/25 Small Talk Valentyn Bordun im Gespräch über ihre Hilfsarbeit für Vertriebene im Lwiw

»Um ehrlich zu sein, hatten wir keinen Plan«

Im westukrainischen Lwiw kamen seit Beginn der russischen Großinvasion Hunderttausende Menschen an, die vor den Kämpfen im Osten des Landes flohen. Die »Jungle World« sprach mit Valentyn Bordun. Die 26jährige Ärztin engagiert sich seit drei Jahren für Binnenvertriebene. Sie ist Mitgründerin des Freiwilligenprojekts »Medizinische und psychologische Hilfe« mit Sitz am Bahnhof von Lwiw.
Repräsentant des Landes: Der rechte Kandidat Karol Nawrocki mit seiner Familie nach seinem Wahlsieg. Warschau, 1. Juni
2025/24 Small Talk Anna Alboth, Journalistin und Menschenrechtlerin, im Gespräch über die Wahl in Polen

»Nawrocki sagte, dass Deutschland Polen Flüchtlinge aufzwingen wolle«

Am 1. Juni gewann der rechte Kandidat Karol Nawrocki die Stichwahl zur polnischen Präsidentschaft. Eine wichtige Rolle spielte im Wahlkampf die Entscheidung der neuen deutschen Bundesregierung, Asylsuchende an den Grenzen zurückzuweisen. Die »Jungle World« sprach darüber mit der polnischen Journalistin und Menschenrechtlerin Anna Alboth. Sie hat die Grupa Granica mitgegründet, ein Bündnis von Organisationen, die Flüchtlinge an der polnisch-belarussischen Grenze unterstützen.
Die Stiefelnazis werden immer jünger. DJV-Aufmarsch in Magdeburg im August
2025/23 Small Talk Andreas Funk und Sandy Mies, Mitorganisator:innen der Demonstration »Antifa ist notwendig«, im Gespräch über die geplante Kundgebung

»Wir lassen uns nicht in Gut und Schlecht spalten«

Nach Antifaschist:innen wird gefahndet, während rechtsextreme Kräfte erstarken. Dagegen soll es am 14. Juni unter dem Motto »Antifa ist notwendig« eine bundesweite Demonstration in Jena ­geben. Die »Jungle World« sprach mit Andreas Funk und Sandy Mies vom Organisationsbündnis.
Grabdenkmal über Massengrab für Suizidopfer 1945 in Demmin
2025/20 Small Talk Guido Fröschke, Aktionsbündnis 8. Mai Demmin, im Gespräch über einen Trauermarsch der extremen Rechten

»Die Schuld an dem, was in Demmin geschah, liegt bei den Deutschen«

Alljährlich mobilisiert die extreme Rechte am 8. Mai in die Kleinstadt Demmin in Mecklenburg-Vorpommern. Auch in diesem Jahr organisierte die Partei Die Heimat (vormals NPD) einen Trauermarsch unter dem Motto »8. Mai 1945 – Wir feiern nicht!«. Die Jungle World sprach mit Guido Fröschke, Mitglied im Aktionsbündnis 8. Mai Demmin, das die Gegenproteste organisiert.
Schild auf einer Demo zum Weltfrauentag in Nürnberg, 8. März 2025, mit der Aufschrift "362 Femizide - das sind keine Einzelfälle"
2025/19 Small Talk Maria und Luise, zwei Mitarbeiterinnen von Antigewaltprojekten, im Gespräch über ihren Streik und den Kampf gegen Femizide

»Es gab allein im April drei Femizide in Berlin«

Ein Bündnis aus Mitarbeiterinnen der Antigewaltprojekte in ­Berlin legte am 30. April die Arbeit nieder und protestierte vor dem Rathaus Tiergarten. Die »Jungle World« war dabei und sprach mit ­Maria und Luise*, zwei der Organisatorinnen, über die Gründe für die Aktion.
Gedenken in Halle am 9. Oktober 2024 mit Kränzen
2025/18 Small Talk Thilo Manemann vom Think Tank Cemas im Gespräch über das rechtsterroristische Netzwerk »Terrorgram«

»Der Zusammenbruch würde in einem sogenannten Rassenkrieg enden«

In einer Dunkelfeldstudie hat der Think Tank Cemas die »Aktivität deutscher User im Militanten Akzelerationismus« untersucht. Damit liefert er erstmals empirische Ergebnisse über die Einbindung Deutscher in das transnationale rechtsterroristische Netzwerk »Terrorgram« auf Telegram. Die »Jungle World« sprach mit Studienautor Thilo Manemann über das Konzept »Terrorgram«, dessen Gefährlichkeit und Verbindungen zwischen rechtsterroristischen Strukturen und der AfD.
»Eigentlich sollte der Buchladen »Aspirin« heißen nach einem damals schon existierenden Kino.« Doch die Firma Bayer hatte was dagegen, so wurde es »Jos Fritz«
2025/16 Small Talk Tina Bolg und Heidemarie Schlenk, Buchhändlerinnen, im Gespräch über 50 Jahre »Jos Fritz« in Freiburg

»Der Buchladen sollte ›Aspirin‹ heißen«

Seit 50 Jahren gibt es den Buchladen »Jos Fritz« in Freiburg am Breisgau. Benannt wurde er nach einem Revolutionär des Bauernkriegs. Am 15. April feierte der Buchladen sein Jubiläum. Die Jungle World sprach mit den Buchhändlerinnen Tina Bolg und Heidemarie Schlenk.
Beschädigter Briefkasten des Hausprojekts Zelle79
2025/15 Small Talk Caroline Schmitt und Fabi Buchholz, Zelle79 in Cottbus, im Gespräch über rechtsextreme Angriffe auf ihr Hausprojekt

»Junge unbekannte Leute mit Bock auf Eskalation«

In der Nacht vom 28. zum 29. März wurde das linke Hausprojekt Zelle79 in Cottbus angegriffen. Eine Gruppe vermummter Personen bewarf das Haus in der Nacht zweimal mit Pflastersteinen und rief rechtsextreme Parolen. In jüngster Zeit häufen sich Angriffe auf linke und alternative Projekte in Südbrandenburg. Die Jungle World sprach darüber mit Caroline Schmitt und Fabi Buchholz von der Zelle79.
Stand des Ça-ira-Verlags, dessen Mitbetreiber Joachim Bruhn war, auf der Leipziger Buchmesse 2025
2025/14 Small Talk David und Tom vom Verein Disput im Gespräch über eine neue Bibliothek in Dresden

»Wir sind keine Joachim-Bruhn-Gedenkbibliothek«

Der Nachlass von Joachim Bruhn, zu Lebzeiten Mitbetreiber des Verlags Ça ira, soll künftig Teil einer neuen Bibliothek in Dresden sein: der »Disputhek«. Die »Jungle World« sprach mit David und Tom vom Verein Disput, der hinter dem Projekt steht, über die Idee einer Bibliothekseröffnung, Bruhns Nachlass und die Pläne des Vereins.
Katharina Oguntoye bei einer Veranstlatung mit Buch und Mikro
2025/13 Small Talk Katharina Oguntoye, Historikerin, im Gespräch über die Geschichte schwarzer Menschen in Deutschland

»Anerkennung und Diskriminierung«

Katharina Oguntoye ist Historikerin und Schriftstellerin und setzt sich für die Belange schwarzer Menschen in Deutschland ein. Vergangene Woche hielt sie in Köln einen Vortrag im Rahmen der Ausstellung »Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg« über die Erlebnisse schwarzer Menschen während des NS-Regimes. Die Jungle World sprach mit Katharina Oguntoye über die oft vergessene Geschichte schwarzer Menschen in Deutschland.
Protest am Wittenbergplatz, auf einem Transpi steht "Freedom for Palestine"
2025/12 Small Talk Jörg Reichel, DJU, im Gespräch über Pressefeindlichkeit in der antizionistischen Szene

»Journalisten werden als Feind markiert«

Die zur Gewerkschaft Verdi gehörende Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (DJU) hat 2024 bundesweit mehr als 100 Angriffe auf Pressevertreter bei Demonstrationen dokumentiert, ungefähr die Hälfte davon in Berlin bei sogenannten Palästina-Protesten. Die »Jungle World« sprach mit Jörg Reichel von der DJU über die Pressefeindlichkeit der antizionistischen Szene.