Ohne Juden kein Punk – diese These ist gar nicht abwegig: Viele Gründungsfiguren stammten aus jüdischen Familien. Doch auch der Antisemitismus ist im Punk omnipräsent. Der Sammelband »Jüdische Identitäten und Antisemitismus im Punk« nimmt sich dieser Gemengelage an. Im Gespräch mit der »Jungle World« erzählen die Herausgeber Andreas Borsch und Tobias Johann über das Selbstbewusstsein und die subversiven Strategien jüdischer Punks und erklären, gegen wen diese sich in der Szene zur Wehr setzen müssen.
Suicide waren die erste Band, die ihre Musik selbst mit dem Wort Punk beschrieb. Musikalisch hatte ihr provozierendes Gesamtkonzept, bei dem Drumcomputer und Synthesizer zum Einsatz kamen und es weder Gitarren noch Schlagzeug gab, wenig mit dem gemeinsam, worauf Punk im Nachhinein reduziert wurde.