Der Protest gegen den Bau von Rechenzentren wächst, insbesondere in den USA, wo die Bevölkerung sie über alle politischen Lager hinweg mit großer Mehrheit ablehnt. Das ist auch eine Reaktion auf befürchtete gesellschaftliche Folgen der KI-Technologie. Die Besorgnisse reichen von wachsender Arbeitslosigkeit über Klimaschäden bis hin zum Weltuntergang.
Mit Vandalismus und Protest richtet sich in den USA eine Bewegung gegen Kameras, die für Polizeibehörden im ganzen Land automatisiert den Verkehr überwachen und Autokennzeichen in einer Datenbank speichern.
Als »Muskismus« beschreiben die Autoren Quinn Slobodian und Ben Tarnoff in ihrem gleichnamigen Buch die Vorgehensweise von Elon Musk, unter anderem den Staat als Beute zu behandeln – diese Ideologie dominiere den Sektor digitaler Technologie allgemein. Während das Buch insgesamt lesenswert ist, bleiben einige Themen auf der Strecke.
»Sisyphos im Maschinenpark« lautet der Titel von Martina Heßlers Buch über die Geschichte des Maschinenglaubens. In der Überzeugung, Technologie sei dem Menschen überlegen, erkennt die Historikerin »Technikchauvinismus«.
Zwei Jahre bevor William Henry Fox Talbot 1839 seine »photogenischen Zeichnungen« vorstellte, soll der Mineraloge und Chemiker Franz von Kobell in München die Frauenkirche abgelichtet und auf Papier fixiert haben. Das Bild war schon bekannt, nicht aber, wie alt es tatsächlich ist.
Gavin Mueller propagiert in seinem Buch »Maschinenstürmer. Autonomie und Sabotage« den Aufstand gegen die »Tech-Bourgeoisie«. Leider mündet seine Kritik in Sektiererei.
Die Möglichkeiten, Datenspeicher wie Festplatten und USB-Sticks immer weiter zu verkleinern, stoßen an ihre Grenzen. Ein möglicher Ausweg aus dem Dilemma ist die Idee, Information in lebenden Zellen zu speichern.
Einplatinenrechner wie Raspberry Pi und Arduino begeistern die Hacker-Szene. Die Minicomputer haben kein Gehäuse und können fast nichts – bis ein Tüftler sie mit anderen Geräten verbindet, programmiert und so zum Leben erweckt. Dann lässt sich mit ihnen allerlei Schabernack treiben.