Heimat als Zumutung und Utopie

Heimat in der Zukunft

Überlegungen zu einem verdorbenen Wort.

Es wird wieder über Heimat geredet. Die Rechten tun es sowieso, die Linken auch gerne, immer wieder. Es wird über Heimat geredet, und zwar unverhohlen positiv, affirmativ, als sei das Wort bloß eine Spielmarke im programmatischen Geschiebe zwischen Rechts- und Linkspopulismus. Gerade im Rückzug auf die Heimat, und gemeint ist hierzulande immer die deutsche, wird der linke Weltbezug wieder verkürzt, wird überhaupt die linke Welt kleiner, bornierter, unbewohnbarer.

 

»Links ist da, wo keine Heimat ist«

»Links ist da, wo keine Heimat ist«, schrieb Jean Améry. Es gibt kaum einen klügeren Satz in emanzipatorischer Absicht, überdies angereichert mit Dialektik, wie es sich gehört für radikale Aufklärung, der es, je schlechter es um die Welt steht, umso ernster wird mit einem realen Humanismus. Das kann nur heißen: angereichert also mit negativer Dialektik.

Negative Dialektik ist solche, die bei der einfachen Widerspruchsformel, nach der Minus und Minus irgendwie Plus ergibt und so immer auf eine restlose Synthese positiver Identität hinausläuft, nicht stehen bleibt und weiter geht, um schließlich in noch gänzlich unbetretene, nicht kartographierte Räume, Denk- und Handlungsräume gleichermaßen, zu gelangen. Kurzum kommt man hier in Richtung Utopie, sieht für einen Moment das Reich der Freiheit, den Kommunismus, das Paradies. Solche Räume sind auch Zeiträume, die historische Idee von der Zukunft einer möglichen und wirklichen besseren Welt. Eine solche negative Dialektik kann freilich auf Begriffe nicht verzichten (sonst wäre sie keine Logik, wäre unlogisch), wagt aber gleichwohl mit Begriffen zu denken, was eigentlich gar keinen Begriff hat oder vom Begriff verkürzt wird.

»Das Begriffslose mit Begriffen aufzutun, ohne es ihnen gleichzumachen«, schreibt Adorno in seiner »Negativen Dialektik« von 1966, »wäre die Utopie der Erkenntnis«. Und das lässt sich nicht nur verstehen als »so müsste Erkenntnis sein«, sondern auch – Utopie wörtlich übersetzt – als »Erkenntnis, die keinen Ort hat«, rastlose Erkenntnis, suchende Erkenntnis.

Ernst Bloch – gerade der muffigen Enge des Realsozialismus entflohen – nahm solche suchende Erkenntnis in utopische Richtung als Ausgangspunkt für seine »Tübinger Einleitung in die Philosophie«: »Der Spießer, hämisch oder scheuklappig, meist beides, bevölkert den angestammten Platz«, der zu klein ist für alle, die vom Leben mehr erwarten als die Not und die Idiotie von Scholle und Nation. »Alles Innen ist an sich dunkel«, sagt Bloch, Erkenntnis gebe es nur über den Umweg »im Außen«; dafür nötig sei der »Mut zum Unbekannten«, und daraus entfalte sich »die Reiseform des Wissens«, so Bloch. Er nennt das auch »die Wahrheit des aktiv-historischen Materialismus«: »Der Mensch als Frage und die Welt als Antwort – nämlich der zu sich gekommene Mensch, versammelt in einer mit ihm vermittelten, begriffenen, humanisierten Notwendigkeit und Natur.«

Ähnlich ist beim jungen Marx in den »Pariser Manuskripten« zu lesen vom Kommunismus »als vollendeter Naturalismus = Humanismus, als vollendeter Humanismus = Naturalismus«, als »Auflösung des Streits zwischen Existenz und Wesen, zwischen Vergegenständlichung und Selbstbestätigung, zwischen Freiheit und Notwendigkeit, zwischen Individuum und Gattung. Er ist das aufgelöste Rätsel der Geschichte und weiß sich als diese Lösung.«

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Das Wort »Heimat« steht da nicht, aber nichts anderes ist gemeint. Und zwar so, wie Ernst Bloch »Heimat« nach über 1 500 Seiten an das Ende von »Prinzip Hoffnung« als Schluss und Beschluss setzte: »Der Mensch lebt noch überall in der Vorgeschichte, ja alles und jedes steht noch vor Erschaffung der Welt, als einer rechten. Die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang, sondern am Ende, und sie beginnt erst anzufangen, wenn Gesellschaft und Dasein radikal werden, das heißt sich an der Wurzel fassen. Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.«

Heimat ist ein Nicht-Ort, insofern schlechthin im konkreten wie im negativen Sinne »Utopie«. Und zugleich ist Heimat das verkehrte Wort, das den verkehrten – und überdies viel zu kleinen – Ort als »Lebensraum« bezeichnet: Wenn Leute sagen: »Hier ist meine Heimat«, sollte man zusehen, dass man weg kommt; für diejenigen, denen überdies klar gemacht wird, dass dieser Satz bedeutet: »Dies ist nicht deine Heimat«, wird es lebensgefährlich. Sicher gibt es auch Leute, die sagen: »Hier ist meine Heimat«, und damit »Herzlich Willkommen!« meinen, ja, die solche Einladung freundlich gedacht auch mit ihrer alltagssprachlichen Bedeutung von Heimat verbinden, und denen dann vielleicht dazu noch die dämliche Bemerkung rausrutscht, gerade deshalb stolz auf ihre Heimat zu sein. Trotzdem und überhaupt soll »Heimat« hier heißen, dass man sich da, wo man irgendwie herkommt und immer noch ist, wohlfühlt – oder doch zumindest wohlfühlen könnte, wenn man denn bitte wenigstens mal »Heimat« sagen dürfte, ganz unverkrampft und ohne gleich als Nazi abgestempelt zu werden.

Die Neue Mitte hat die Debatte profitabel und popnationalistisch umgebogen und Heimat in einen niedrigschwelligen Patriotismus spaßorientierter, gefühliger Deutschtümelei verwandelt. Und nun kommt die Heimat wieder von links, wieder als Reaktion auf die Diskursvorlage von rechts.

Die ideologische Grundposition dazu, wie immer freundlich, herzlich, menschlich die Gesinnung und Gesittung der einzelnen auch sein mag, bleibt also die Scholle, die auf den eigenen Horizont zusammengequetschte Verquickung von »Staat« und »Volk«, manchmal noch gewürzt mit »Kultur«, meistens aber bloß relativiert durch sogenannte Natur. Dies wiederum ist immer ein reaktionärer Ästhetizismus, sofern behauptet wird, doch gefälligst allein mit dem Verweis auf den schönen deutschen Wald naiv eine Heimatverbundenheit rechtfertigen zu dürfen.

Als positive Setzung ist Heimat so nie etwas anderes als eine Plakette rechter Identität – die man mithin bedroht sieht, weshalb geradewegs Heimat zum Kampfbegriff wird, stets mit dem Attributkomplex von »deutsch« und »fremd« kruppstahlhart verschweißt. Die bedrohte Identität bedeutet indes: dass die Heimat zerstört werde (von den Fremden, Heimatlosen, Identitätslosen) oder dass die Heimat weggenommen werde, so dass man eben sogar das Wort »Heimat« nicht mehr verwenden dürfe.

Das ist, wie gesagt, eine Domäne der Rechten, beziehungsweise wird es um diese Heimatsorge umso lauter, je weiter sich der gesellschaftliche Konsens nach rechts verschiebt. Kontrafaktisch gehört dazu, dass umso unverkrampfter, offener, dümmer von Heimat und dem Bekenntnis zu ihr die Rede ist, auch umso aufgeregter der Verdacht verhandelt wird, dass man jetzt ja nicht einmal mehr sagen dürfe, dass … Und spätestes jetzt mischen auch immer Linke mit, oder eben solche, die lautstark klar machen, dass »Heimat« sehr wohl auch ein linkes Thema sei.

 

Wenn die Heimat von links kommt

Das war 1914 so, das war um 1930 so, das war auch in der Restaurationszeit der BRD so, in der DDR ohnehin, das wurde vom SDS und dann später von K-Gruppen in die Programme geschrieben, das prägte den Antiamerikanismus und Volksbefreiungsnationalismus der BRD-Linken in den Achtzigern (Antisemitismus inklusive) – und fand sein schauriges Echo sofort nach Rostock-Lichtenhagen in den Neunzigern, nicht nur in den neuen Bundesländern. Die Neue Mitte hat die Debatte profitabel und popnationalistisch umgebogen und Heimat in einen niedrigschwelligen Patriotismus spaßorientierter, gefühliger Deutschtümelei verwandelt. Und nun kommt die Heimat wieder von links, wieder als Reaktion auf die Diskursvorlage von rechts.

Alexander Fischer und Benjamin-Immanuel Hoff – beide Politiker der Linkspartei – möchten gerne (ostdeutsche) Gefühle und Bedürfnisse von »Sehnsucht nach einem verlorengegangenen Ort« rehabilitieren und texteten den Satz »Links ist da, wo keine Heimat ist« kurzerhand um: »Links ist da, wo Menschen eine sichere Heimat (auch in der Fremde), und damit Zukunft und Möglichkeitsräume haben.« Wohlmeinend könnte man ahnen, was die beiden sich dabei gedacht haben mögen; und dennoch: Abgesehen davon, dass der Ersatzslogan die poetische Finesse von Erläuterungen zur Einkommensteuererklärung hat, ist er ziemlich sinnfreier Unfug, sofern der Satz entweder bedeutet: »Links ist da, wo rechts auch ist«, oder aber: »Links ist nicht mehr da, wo es Menschen schlecht geht, wo Verhältnisse verändert werden müssen«; oder der Slogan bedeutet schlechterdings allgemein: »Links ist irgendwie überall, hier und da, tralala.«

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Einigermaßen bizarr ist dabei, dass bei solchen Rehabilitierungsversuchen kein Deut am verkehrten Wort »Heimat« korrigiert wird, dafür aber bereitwillig »links« auf ein bloßes Adjektiv reduziert und an »Heimat« schlichtweg angeklebt wird – als sei ein positiver Heimatbezug eigentlich ohnehin eine linke Sache, der sich die Rechte nur bemächtigt hat. Und nun hole man sich zurück, was einem ohnehin gehöre.

Das ist Populismus und billige Demagogie, die gerade am Wort Heimat, am Begriff und Nichtbegriff Heimat, nicht verstanden hat oder nicht verstanden haben will, was zum Beispiel überdeutlich Detlev Claussen deutlich gemacht hat: »›Heimat‹ ist eine exemplarische Kategorie des Verschwindens, eine Erfahrung, die lebensgeschichtlich gemacht wird, es ist eine raumzeitliche Koordinate, die man verlassen muss, in die man nie mehr zurückkehren kann, die man als ›Heimat‹ benennt (…) Heimat ist eine raumzeitliche Koordinate des Verlusts.« Und kann deshalb nur negativ in den Blick genommen werden, als Utopie, verloren in der Vergangenheit, zu gewinnen in der Zukunft – oder besser: als Zukunft.

Das linke Gerede von Heimat will nicht mehr, als eine unaufgeklärte Vergangenheit unaufgeklärt zur Gegenwart machen. Sich derart Heimat als Natur, als Scholle, als letztendlich ja schicksalshaft verzerrten wie vom Schicksal begrenzten, kleinen Raum vorzustellen, ist an sich schon trostlos und dumm; daraus ein politisches Programm zu machen, diese »Heimat« gar verteidigen zu wollen (gegen oder für was auch immer), ist reaktionär. Und zwar deshalb, weil Heimat immer an den begrenzten, verengten, nach außen stets in Verteidigungsposition sich wappnenden Raum der Herkunft gebunden wird, nativ sozusagen, nämlich in diesem Sinne national. Und das ist, bei aller Begrenztheit und Enge, immer auch ein politischer Raum, ein totaler Raum des Staates, zumeist bereit, eben diese Heimat mit aller Gewalt gegen »Eindringlinge« zu verteidigen.

»Links ist da, wo keine Heimat ist.« Der Satz geht zurück auf Amérys Textsammlung »Widersprüche« von 1971. Die Konsequenzen aus solchen konkret-utopischen, gleichwohl negativ-dialektischen Erwägungen sind keineswegs beschränkt auf die Politik, erst recht nicht auf das Politische, das zurzeit als Gemeinschaftskitt in der – nicht mehr recht funktionierenden – verwalteten Welt von rechts sowieso, aber auch von links in die Risse des Sozialen eingeschmiert wird. Allein deshalb sind im Übrigen die perennierend wiederkehrenden Versuche, das Wort »Heimat« und das deutsche Land, das damit gemeint ist, politisch links zu besetzen, populistischer Müll. Amérys Satz »links, wo keine Heimat ist« war als Überschrift Anfang der Siebziger als endgültige Absage an jeden Nationalkonservatismus gemeint – nicht nur, weil er regressiv und falsch ist, sondern auch, weil – worauf Stephan Steiner hinweist – »Blut und Boden ein für allemal der Lächerlichkeit preisgegeben war«. Vor allem auch wandte er sich gegen eine Linke um 1968, die es bei aller antifaschistischen Verve mit der Heimat allzu leicht nahm, und zwar vor allem in der unsäglichen Ergänzung zum »Manifest«-Beschluss: »Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt euch!«

Die Erkenntnis, dass das Proletariat kein Vaterland hat (faktisch übrigens durch die Migrationsbewegungen im 19. Jahrhundert ebenso belegt wie heutzutage), war mit dieser befreiungsnationalistischen Wendung, an der Stalinismus und Maoismus nicht unschuldig sind, obsolet. Denn was damit wegbrach, war die konkret-utopische Perspektive zum Beschluss des »Kommunistischen Manifests«; es heißt ja dort, dass das Proletariat nichts zu verlieren habe, vielmehr habe es eine Welt zu gewinnen. Und diese Welt war freilich nicht die Ödnis der Fabrikstädte, sondern der Planet Erde, ja der ganze Kosmos, das Universum in seiner erkannten und dann menschlich eingerichteten Ordnung.

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Das Gegenteil von Heimat: Motels sind an Fernverkehrsstraßen liegende Gasthöfe mit Parkmöglichkeiten. Sie entstanden in den dreißiger Jahren im Zuge der Massenmotorisierung in den USA. Der französische Theoretiker Bruce Bégout hat dem Motel einen Essay gewidmet: »Ort ohne Eigenschaften«. Die Identitätslosigkeit und Anonymität des Orts faszinierte zahlreiche Filmemacher, darunter Wim Wenders und Quentin Tarantino. Die bekannteste Unterkunft der Filmgeschichte ist »Bates Motel« im Hitchcock-Klassiker »Psycho«.

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Während realpolitisch links nur da sein kann, wo keine Heimat ist, wird Heimat in dieser utopischen Perspektive zum philosophischen »Experimentum mundi«, wie Bloch eine seiner letzten Schriften nannte, über die wiederum Améry – ein »sich einbekennender Bloch-Verehrer« – schrieb, sie hätte auch »experimentum hominis« heißen können, im Sinne der Marxschen Dialektik von Humanisierung der Natur und Naturalisierung des Menschen. Das führt nun philosophisch zur Geschichte, die Bloch zufolge »noch nicht gewonnen, aber auch noch nicht verloren ist«; kurzum führt das zur Zukunft als Utopie, die nach Améry »demnach, sofern sie sich vom Prinzip Hoffnung nährt, niemals schon begonnen« habe.
 

Heimat ist nicht Herkunft, sondern Zukunft

So ist Heimat eben nicht Herkunft, sondern Zukunft. Nämlich die Zukunft einer Welt, die erst noch einzurichten ist, die »gewonnen« werden muss; »Umbau der Welt zur Heimat« nannte das Ernst Bloch, von der »kommunistischen Baustelle« sprach später sein Sohn, der Philosoph und Physiker Jan Robert Bloch. Diese Perspektive mithin hat eine Aktualität, die sich energisch gegen den Befund stellt, den Mark Fisher hinterlassen hat, mit Verweis auf Fredric Jameson und Slavoj Žižek, dass es einfacher sei, sich das Ende der Welt als das Ende des Kapitalismus vorzustellen. In der falschen Rede vom falschen Wort Heimat geht es nämlich, auch linksseitig, weder um Welt noch um Kapitalismus.

Wenn überhaupt, wäre das Wort Heimat in Richtung der Zukunft zu rehabilitieren, dann aber nur mit dem aufgeklärten Bewusstsein, das sich von jedem Schicksal und jeder Scholle emanzipiert. Davon ist eine Linke, die mit dem Bekenntnis zur Heimat zur Herkunft zurück will – in kosmologischer Einheit gesprochen – Lichtjahre entfernt.

Dagegen steht, wie gesagt, eine Perspektive, die angesichts derzeitiger Verhältnisse durchaus mit Dringlichkeit aktualisiert werden muss. Max Horkheimer hat sie feierlich in einer Silvesterrede, gesendet am 31. Dezember 1967 im Süddeutschen Rundfunk, also vor 50 Jahren, schlichtweg benannt als »Der Planet – unsere Heimat«: »Es geht um Verwirklichung gerechter, produktiver Ordnung, nicht um Unterwerfung unter das Schlechte. (…) Der Gedanke, dass die Erdenbürger alle gleichen Anspruch auf ein materiell gesichertes, modernen technischen Errungenschaften angemessenes Dasein haben, ist nicht mehr utopisch. Könnte er nicht zum Bekenntnis werden, das Theologie und Wissenschaft zugleich entspricht, die Menschen verbindet, ihrem Leben einen identischen Sinn verleiht? Könnte solcher Wille von politisch-fachlicher Zwecksetzung nicht als Sache der Allgemeinheit in die Substanz des Denkens eines jeden, wenigstens der Mehrheit, übergehen? Ist die Idee der Erde als gemeinsamer Heimat jetzt weniger zeitgemäß als die Wahrheit neuer Wissenschaft in der Renaissance, der Sieg des Liberalismus zur Zeit der Aufklärung, der erwartete Sturz des Absolutismus im Osten während des neunzehnten Jahrhunderts?«

Wenn überhaupt, wäre das Wort Heimat in Richtung der Zukunft zu rehabilitieren, dann aber nur mit dem aufgeklärten Bewusstsein, das sich von jedem Schicksal und jeder Scholle emanzipiert. Davon ist eine Linke, die mit dem Bekenntnis zur Heimat zur Herkunft zurück will – in kosmologischer Einheit gesprochen – Lichtjahre entfernt.