»Künstler sollen Kunst machen«

In der Brunnenstraße in Berlin werden immer mehr Kunstgalerien eröffnet. Ein Gespräch mit Denise Jänig, der Geschäftsführerin der Produzentengalerie »Rakete Berlin«. Small Talk von Stefan Wirner

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Wie kamen Sie auf die Idee, eine Produzentengalerie zu eröffenen? Und was unterscheidet so eine Galerie von einer herkömmlichen?

Eine normale Galerie hat einen Galeristen, der vom Kunstmarkt kommt und eine gewissen finanziellen Background hat. Hinter einer Produzentengalerie steht meist eine Gruppe von Künstlern, die sich zusammenschließen. Bei uns sind das acht Personen. Die Künstler werfen ihr Geld in einen Topf, und das bildet dann die Basis für die Galerie. Dann suchen sich die Künstler eine Geschäftsführerin wie mich, denn die Künstler sollen ja ihre Kunst machen und nicht den ganzen Tag in der Galerie rumsitzen. Es geht vor allem auch darum, dass sich diese Künstler, die noch nicht in den großen Galerien vertreten sind, eine Plattform schaffen.

Warum ausgerechnet in der Brunnenstraße?

Das ist ganz einfach: Die Brunnennstraße hat sich mittlerweile zu einer Galerienmeile für junge Kunst entwickelt.

Wie kam das?

Vor drei bis vier Jahren haben sich hier die ersten Galerien niedergelassen. Die sind hierher gekommen, weil es viele kleine Räume gab, die zu günstigen Preisen angeboten wurden. Die Brunnenstraße war damals noch nicht so gut erschlossen. Es gab viel Leerstand. Außerdem sind die Sophienstraße, die Auguststraße und die Linienstraße nicht weit, wo die etablierten Galerien sitzen.

Kommen die Kunstsammler inzwischen vorbei?

Es hat einen Vorlauf gebraucht. Aber mittlerweile gibt es in der Straße 18 Galerien, darunter hauptsächlich Produzentengalerien. Das sind durchaus Galerien, die professionell betrieben werden, nicht nur Off Spaces, die ja auch ganz interessant sein können. Und das hat sich schon rumgesprochen.