Als der Sammelband »Soziologie im Spätkapitalismus« 1995 erschien, siedelte die Rezeption dem Beitrag von Oskar Negt zufolge Theodor W. Adornos »Leistungen auf eigentümlich soziologischen Feldern lediglich an den Rändern eines Lebenswerks an«, obwohl doch, in den Worten des Herausgebers Gerhard Schweppenhäuser, Adorno Soziologe war, »wenn er philosophierte, und Philosoph, wenn er soziologisch arbeitete«. In seinem Vorwort zur nun erschienenen zweiten Auflage des Bandes legt Schweppenhäuser dar, wie unverzichtbar für Adorno die Dialektik auch in seinen sozialwissenschaftlichen Schriften war und wieso die Schulphilosophie bis heute Probleme damit hat.