Von Tunis nach Teheran

Nach der Wahlniederlage scheint es in der AKP zu rumoren. So veröffentlichte jetzt der ehemalige Premier  Ahmet Davutoglu ein Papier, in dem er den Kurs der Partei öffentlich kritisierte:

A former prime minister and close ally of Turkish President Tayyip Erdogan strongly criticised the president's ruling party on Monday for its poor performance in local elections last month.

Der im Sudan seit Absetzung von Diktator al-Bashir regierende Militärrat gab bekannt, er sei nun doch bereit, die Macht an eine zivile Regierung zu übergeben:

Angeblich soll es erneut zu schwere Zusammenstößen zwischen von Russland unterstützen Milizen und anderen pro-iranischen gekommen sein. Es wäre nicht das erste Mal und deutet auf weitere, sich verschärfende Spannungen zwischen den beiden Hauptalliierten des Assad-Regimes hin:

Die heftigen Regenfälle, die mit einer Flutkatastrophe in großen Teilen des Iran einhergingen, haben die südwestlichen Provinzen des Landes ganz besonders heimgesucht. Das mehrheitlich von Arabern bewohnte Khuzestan litt schon im vergangenen Sommer unter einer besonders heftigen Hitzewelle. Im Juli und August stiegen die Temperaturen fast täglich über fünfzig Grad, die Elektrizitätsversorgung brach teilweise tagelang zusammen und die Folge einer Dürre mussten die Bewohner Sand- und Staubstürme ertragen.

Über den Winter mangelte es in Aleppo und Syrien an Gas, Bewohner klagten, sie müssten oft stundenlang für eine rationierte Gasflasche anstehen.

Jetzt fehlt es an Benzin. Offenbar scheint der Iran nicht mehr in der Lage zu sein, das Assad Regime mit ausreichend Geldern zu versorgen, eine Folge auch der neuen US-Sanktionen. Die Folgen sind fatal:

Einheiten von General Haftar sind in den letzten Tagen bis in die südlichen Vororte der libyschen Hauptstadt vorgedrungen. 

Die "Deutsche Welle" erklärt kurz, wer dort warum mit wessen Unterstützung gegen wen kämpft:

In April, a coalition of fighters under Khalifa Haftar made a push to take Tripoli, the seat of Libya's UN-backed government, and with it control of the entire country. Who's who in the battle for Tripoli and what do they want?

Der gestürzte sudanesische Präsident Omar al-Bashir war weltweit der erste Staatschef, der wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit international mit Haftbefehl gesucht wurde. Genützt hat das nie, al-Bashir konnte sogar ungestört in der Gegend herumreisen und Amtskollegen wie Recep Tayyip Erdogan in der Türkei oder Bashar al-Assad in Syrien besuchen.

Laut einer Recherche des Stern kommen deutsche Waffensysteme im Jemenkrieg zum Einsatz:

Turkey’s unemployment rate surged to 14.7 percent in the December-February period, its highest level in nearly a decade according to official data on Monday, as the effects of last year’s currency crisis continued to weigh on workers.

The jobless rate was up from 13.5 percent in the previous period ending in January, and it included a jump in youth unemployment to its highest level since at least 2005.

Weitgehend unbeachtet von der westlichen Welt ist Jorge Arreaza, der Außenminister des venezolanischen Diktators Nicolas Maduro, Anfang April nach Beirut gereist.

Nach monatelangen Protesten gegen die Zentralregierung in Bagdad fordern Demonstranten im südirakischen Basra nun die Schaffung einer autonomen Region nach kurdischem Vorbild:

Protesters took to the streets of Iraq’s southern city of Basra on Friday to demand greater regional autonomy from Iraq’s central government.

Mit dem erzwungenen Rücktritt des sudanesischen Diktators Omar al-Bashir endete innerhalb von nur zwei Wochen die Herrschaft zweier langjährige Präsidenten in Nordafrika. In beiden Fällen reagierte das Militär auf wachsenden Druck der Straße.

... morden mit in aller Welt:

Die Bundesregierung liefert wieder Waffen an Länder, die direkt am Jemenkriegbeteiligt sind. Das Kabinett hat im geheim tagenden Bundessicherheitsrat dem Export an Kriegsmaterial unter anderem an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate zugestimmt. Das geht aus einer Liste des Bundeswirtschaftsministeriums vom Donnerstag hervor, die dem SPIEGEL vorliegt.

Wie Human Rights Watch gerade meldet, scheint der sudanesische Präsident dem Druck der Straße nicht mehr Stand gehalten haben und hat seinen Rücktritt erklärt:

"Sudan's president Omar al-Bashir has reportedly stepped down from power this morning, following months of protests against his rule. The situation is Khartoum is still unclear, and - if confirmed - it's unknown whether there would be a democratic process to choose Bashir's successor. Al-Bashir is wanted by the International Criminal Court for crimes of genocide in Darfur."