Von Tunis nach Teheran

Meron Mendel, der die documenta bei der Prüfung von Kunstwerken auf mutmaßlich antisemitische Gehalte beraten soll, ist selbst immer wieder durch Verharmlosung von israelbezogenem Antisemitismus aufgefallen.

 

Suchergebnisse auf der Seite der documenta fifteen:

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Palästina: 18 Treffer

Myanmar/ Rohingya : 0 Treffer

Jesden: 0 Treffer (Irak zwei Treffer davon einer zu Palästina)

Kurdistan: 1 Treffer

Uiguren: 0 Treffer

Nach Wien geht es nun in Doha weiter:

 Indirect talks in Qatar's capital between Iran and the US on reviving a 2015 nuclear deal have concluded with "no progress made", a State Department spokesperson said late Wednesday.

The negotiations in Doha were an attempt to reboot long-running European Union-mediated talks on a return to the 2015 agreement between Tehran and world powers.

Nachdem die Demokratie von den heidnischen Griechen der Antike stamme, sei sie nichts für islamische Ländern, in denen die Scharia und nicht die Mehrheit der Bevölkerung darüber bestimme, was erlaubt und was verboten sei.

 

Der Großmufti des Oman, Ahmed bin Hamad Al-Khalili, bezeichnete den Sieg der Taliban über die USA in einem Interview mit dem katarischen Sender Al Jazeera am 19. Juni als Wunder. Auf die Demokratie angesprochen, sagte Al-Khalili, diese wäre, da sie von den heidnischen Griechen stamme, nichts für islamische Länder.

Aus dem Jungle-Nahostblog von vor zehn Jahren:

Einer neueren Umfrage zufolge interessiert sich die arabische Jugend herzlich wenig um den israelisch-palaestinensischen Konflikt und weit mehr um Belange, die sie auch wirklich etwas angeht.  Lediglich im “moderaten” Saudi Arabien sieht es etwas anders aus:

In den letzten einhundert Jahren durchlief Antisemitismus verschiedene Transformationen. Nach Auschwitz erfand er sich zum Teil neu ohne dass zentrale Inhalte dabei geändert worden wären. Zugleich war er eine der international erfolgreichsten Ideologien.

 

Europas Außengrenzen sind, es ist nichts Neues, tödlich, es herrscht Krieg, wie an dieser Stelle schon oft geschrieben wurde. Die Flüchtlinge sind dabei Waffe und Feind zugleich und so erstaunt es auch kaum noch, dass der spanische Ministerpräsident so klingt, als hätte eine fremde Armee sein Land angegriffen:

Wie fast in jedem wurde auch 2022 der Istanbul Pride March gewaltsam von der Polizei beendet:

 Turkish police on Sunday forcibly intervened in a Pride march in Istanbul, detaining more than 150 demonstrators and an AFP photographer, AFP journalists on the ground and an NGO reported.

The governor's office had banned the march around Taksim Square in the heart of Istanbul but protesters gathered nearby under heavy police presence earlier than scheduled. 

Neben antisemitischen Bilddarstellungen wird bei der derzeit laufenden Kasseler Kunstausstellung auch eine Organisation präsentiert, die eine der furchtbarsten Formen des Terrors mitgeprägt hat: die Japanische Rote Armee Fraktion.

 

Monatelang ging es im irakischen Parlament hin und her, denn die Fraktion von Moqtada al Sadr versuchte gemeinsam mit dem sunnitischen Block und der Demokratischen Partei Kurdistan eine Regierung zu bilden, die sich stärker gegen den massiven iranischem Einfluss zur Wehr setzen könnte. Vergeblich: Letzte Woche legten deshalb viele Abgeordnete ihr Mandat nieder und dabei gewinnen die iranhörigen  Parteien an Einfluss, auch wenn sie die großen Wahlverlierer waren.

Und jetzt der Blick nach vorne

Mit ganz viel Diskursgewese werden sie jetzt aus dem documenta Skandal folgende Funken schlagen:

Was in Deutschland als Antisemitismus wahrgenommen und gefühlt wird, ist anderswo etwas ganz anderes. Das hängt immer vom kulturellen Kontext ab. Denn im "globalen Süden" gibt es keinen wirklichen Antisemitismus, sondern nur - manchmal eben etwas überzogene - Reaktionen auf den "israelisch-palästinensischen" Konflikt.

Das klingt dann so:

Jeden Tag sind sie nun zu lesen und zu hören, solche Warnungen:

The global food crisis sparked by the war in Ukraine will kill millions by leaving the hungriest more vulnerable to infectious diseases, potentially triggering the world's next health catastrophe, the head of a major aid organisation has warned.

"Antisemitische Darstellungen dürfen in Deutschland, auch in einer weltweit ausgerichteten Kunstschau keinen Platz haben. Dies gilt ausdrücklich auch bei allem Verständnis für die Belange des Globalen Südens und die dort verwendete Bildsprache."

Diesen Satz gab Sabine Schormann, die Generaldirektorin der documenta von sich.

Daraus folgt:

Während anderswo Menschen den Sommeranfang feiern, beginnt für Menschen im Irak, wie sie selbst sagen, eine Höllenzeit: