Von Tunis nach Teheran

Der Chef der rechten Partei „HaJamin HeChadasch“ befindet sich in der für ihn glücklichen Lage, dass beide Lager in Israel auf ihn angewiesen sind, um eine Regierung bilden zu können.

Benjamin Netanjahu ist in Israel bekannt für seine taktischen Meisterleistungen auf dem schlüpfrigen politischen Terrain. Man sollte ihn nicht vorzeitig abschreiben. Woran es ihm aber wie manch anderen alten politischen Hasen (auch er ist schon 71) offensichtlich mangelt, ist die Fähigkeit einen Nachfolger aufzubauen.

 

Für Qantara analysiert Ali Sadrzadeh die Bedeutung der jüngsten Äußerungen des iranischen Außenminister:

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Keine grünen Berge mehr, Bild: Thomas v. der Osten-Sacken

 

Im Frühjahr blieb in großen Teilen der Region der übliche Regen aus. Auch hier in Irakisch-Kurdistan sieht die Landschaft aus, wie sonst im Herbst. Statt grüner Berge voller Blumen braunes, verdörrtes Gras.

Im Klartext: Es gab keine Zugeständnisse der Taliban (warum auch?) außer dem Versprechen sie würden keine anderen Halsabschneider und SchulenindieLuftsprenger Hälse abschneiden und Schulen in die Luft sprengen lassen. Kurzum die NATO und die USA verlassen Afghanistan mit eingezogenem Schwanz und überlassen es den Taliban.

Vor 5 Tagen hat ein Paar in einem Café in Silêmanî spontan einen wunderschönen Tanz hingelegt. Silêmanî ist ein modernen Ort, an dem das eigentlich nichts Ungewöhnliches ist. Doch der Tanz ist gefilmt und ins Netz gestellt worden. Keine Stunde danach sind die ersten wütenden Stellungsnahmen islamistischer Gruppen und Parteien und Drohungen gegen die Betreiber des Cafés und das Paar aufgetaucht. Die Stimmung hat sich sehr schnell aufgepeitscht. Das Paar hat sich öffentlich dafür entschuldigt, die religiösen Gefühle zu verletzen.

Nachdem es in Jerusalem zu Ausschreitungen und Übergriffen auf orthodoxe Juden gekommen war, mobilisierten auch rechte Gruppierungen zu Gegendemonstrationen.

 

Ein Jahr lang und mehr herrschte in Israel so ziemlich Ruhe zwischen Juden und Arabern. Alle waren hauptsächlich mit dem eigenen gesundheitlichen und finanziellen Überleben beschäftigt.

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In Bagdad sind mehr als 80 Menschen Explosionen von Sauerstofflaschen in einem Bagdader Corona-Krankenhaus zum Opfer gefallen. Überall im Irak kam es daraufhin zu Protesten und Demonstrationen:

Wenn es im Israel und den Iran geht, unterscheidet sich die Spitze der Grünen in ihrer Äquidistanz nicht vom restlichen deutschen Mainstream.

 

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Jung & äquidistant: Das "Nicht Mehr Grünen Wähler Forum" mit Annalena Baerbock & Robert Habeck, Quelle: Youtube

 

Vor zehn Jahren war klar, um was es bei den Demonstrationen und Protesten ging, die vom "Entweder Assad oder wir brennen das Land nieder"- Regime brutal zusammengeschossen wurden.

Wenn dem wirtschaftlich immer tiefer in die Krise geratenden Libanon nicht bald geholfen wird, ist die nächste große Fluchtbewegung nur eine Frage der Zeit.

 

Die Lage im Libanon und internationale Reaktionen auf die andauernde und sich verschärfende Krise fasst Emile Nakhleh in einer Überschrift zusammen: „Die Welt schaut zu, wie der Libanon am Rande des Zusammenbruchs steht“.

Der syrische Oppositionelle Bassam al-Kuwaitili hat heute diesen Beitrag aus seiner FB-Seite geteilt:

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Houthi Milizionäre; Bildquelle: Wikimedia Commons

 

Es scheint, die schlimmsten Befürchtungen israelischer Politiker bewahrheiten sich: Mit dem Amtsantritt Joe Bidens, dessen Administration erneut ein Atomabkommen mit dem Iran aushandeln will, steht der jüdische Staat weitgehend alleine da.

Heute ist der Jemen, was früher die Sahel Zone war: Mit Bildern hungernder Kinder wird um Mitleid und Spenden geworben. Vor zehn Jahren gingen Millionen Jemeniten für eine ganz andere Zukunft auf die Straße.