Thomas von der Osten-Sacken

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Keine grünen Berge mehr, Bild: Thomas v. der Osten-Sacken

 

Im Frühjahr blieb in großen Teilen der Region der übliche Regen aus. Auch hier in Irakisch-Kurdistan sieht die Landschaft aus, wie sonst im Herbst. Statt grüner Berge voller Blumen braunes, verdörrtes Gras.

Im Klartext: Es gab keine Zugeständnisse der Taliban (warum auch?) außer dem Versprechen sie würden keine anderen Halsabschneider und SchulenindieLuftsprenger Hälse abschneiden und Schulen in die Luft sprengen lassen. Kurzum die NATO und die USA verlassen Afghanistan mit eingezogenem Schwanz und überlassen es den Taliban.

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In Bagdad sind mehr als 80 Menschen Explosionen von Sauerstofflaschen in einem Bagdader Corona-Krankenhaus zum Opfer gefallen. Überall im Irak kam es daraufhin zu Protesten und Demonstrationen:

Vor zehn Jahren war klar, um was es bei den Demonstrationen und Protesten ging, die vom "Entweder Assad oder wir brennen das Land nieder"- Regime brutal zusammengeschossen wurden.

Wenn dem wirtschaftlich immer tiefer in die Krise geratenden Libanon nicht bald geholfen wird, ist die nächste große Fluchtbewegung nur eine Frage der Zeit.

 

Die Lage im Libanon und internationale Reaktionen auf die andauernde und sich verschärfende Krise fasst Emile Nakhleh in einer Überschrift zusammen: „Die Welt schaut zu, wie der Libanon am Rande des Zusammenbruchs steht“.

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Houthi Milizionäre; Bildquelle: Wikimedia Commons

 

Es scheint, die schlimmsten Befürchtungen israelischer Politiker bewahrheiten sich: Mit dem Amtsantritt Joe Bidens, dessen Administration erneut ein Atomabkommen mit dem Iran aushandeln will, steht der jüdische Staat weitgehend alleine da.

Heute ist der Jemen, was früher die Sahel Zone war: Mit Bildern hungernder Kinder wird um Mitleid und Spenden geworben. Vor zehn Jahren gingen Millionen Jemeniten für eine ganz andere Zukunft auf die Straße.

 

Mit großem Tamtam und Besuch des Präsidenten persönlich gab die Islamische Republik Samstag bekannt, dass sie ihr Anreicherungsprogramm im Reaktor von Nataz hochfahren werde.

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Gräber für Corona Tote im Iran, Quelle: Wikimedia Commons

 

Sowohl im Iran und als auch im Irak steigen seit Tagen die Zahlen von Neuinfektionen an. Aus dem Iran wird berichtet, dass die Regierung von einer neuen "Todeswelle" ausgeht:

Im Rahmen der Normalisierung seiner Beziehung mit Israel ist die sudanesische Interimsregierung einen weiteren Schritt gegangen und ein Gesetz aus dem Jahre 1958 zurückgenommen, dass diplomatische und wirtschaftliche Kontakte mit dem jüdischen Staat verbot:

Aus dem Hurriya Blog von vor zehn Jahren. Erst noch freute man sich damals in Teheran über die Massendemonstrationen in der arabischen Welt; allerdings nur so lange, wie es gegen so genannte prowestliche Despoten wie die in Tunesien oder Ägypten ging.

Als die Proteste dann auch auf Libyen und vor allem Syrien übergriffen änderte sich das ganz schnell:

Auf Qantara beschreiben Stefan Buchen und Sulaiman Tadmory, wie in Syrien eine gezielte Massenenteignung stattfindet, die man auch als ethnische Säuberung gegen die sunnitische Merheit bezeichnen könnte:

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Iranisch-irakischer Grenzübergang, Bildquelle: Wikimedia Commons

 

Der Irak steht auf der Liste der korruptesten Länder der Welt ziemlich weit oben, selbst wenn er sie inzwischen nicht mehr anführt.

Der nächste bekannte irakische Aktivist und Regierungskritiker sollte auch verschwinden, wie so viele vor ihm. Nur diesmal gelang es den Tätern nicht, ihn zu ermorden. Seit Beginn der Massenproteste im Irak wurden schon Unzählige getötet, um die Bewegung zu schwächen. Bislang allerdings ohne großen Erfolg.

Es ist ein offenes Geheimnis im Irak, dass Milizen, die meist aus Teheran gesteuert werden, so versuchen kritische Stimmen zum Verstummen zu bringen: