Thomas von der Osten-Sacken

Eigentlich weiß jeder, dass es völlig verrückt ist zu glauben, Menschen, die aus Syrien geflohen sind könnten dorthin einfach so zurück kehren. Aber da ja immer wieder über irgendwelche so genannten angeblich freiwilligen Rückführprogramme oder gar Abschiebungen gesprochen wird, hier einige klare Worte von Human Rights Watch:

Einmal mehr schlugen die Gesundheitsbehörde in Sulaymaniyah vergangene Woche Alarm: Seit einigen Monaten steigt die Zahl von Covid-19 Infektionen in der irakisch-kurdischen Region wieder rasant an.

In den ersten Krankenhäusern seien alle Intensivbetten belegt, erste Patientinnen und Patienten müssten auf Fluren behandelt werden.

Hier ein kurzes Interview mit mir über den Ausgang der Wahlen im Irak:

Vor einem Monat wurde vor dem Szenario gewarnt, nun ist es wie zu erwarten war eingetreten: Im Libanon sind vergangenen Freitag und Samstag die Lichter ausgegangen.

 

Vorbei scheinen die Zeiten eines nur kalten Friedens zwischen Ägypten und Israel. Solche Töne hätte man früher kaum aus Kairo gehört:

Egyptian President Abdel Fattah al-Sisi praised Egypt’s peace treaty with Israel during an event commemorating the 1973 war between the two states. 

In der Türkei sucht man gerade nach Wegen, noch mehr Syrerinnen und Syrer in ihr Land zurückzuschieben und auch in Europa wächst der Druck.

Deutschland forderte jahrelang Dialog und Frieden, wenn es um Syrien ging. Inzwischen klingen offizielle Äußerungen, als stammten sie aus therapeutischen Selbsthilfegruppen.

 

Im Nahen Osten findet gerade die große Annäherung an das Assad-Regime statt. Wohl vermittelt durch den irakischen Präsidenten Berham Saleh telefonierte zum ersten Mal seit Jahren der jordanische König mit dem syrischen Präsidenten. Zudem stimmte er einem Deal zu, der vorsieht, dass Ägypten via Syrien Energie an den bankrotten Libanon liefern darf, dessen Bevölkerung unter dauernden Blackouts zu leiden hat.

Bei den Wahlen am nächsten Sonntag im Irak wird auch über den Iran abgestimmt, dessen offene und verdeckte Einflussnahme auf immer mehr Widerstand im Land stößt. Die Massendemonstrationen der vergangenen Jahre richteten sich ja nicht nur gegen die korrupte politische Klasse im Irak, sondern auch dezidiert gegen die Islamische Republik. Allerdings kursieren ebenso Aufrufe aus Kreisen der außerparlamentarischen Opposition, die zum Wahlboykott aufrufen. Ob sich also der Unmut an den Urnen nächsten Sonntag wirklich niederschlagen wird, bleibt deshalb abzuwarten.

Wenige Tage vor den Parlamentswahlen im Irak fanden gestern erneut Proteste statt:

Es liest sich alles wie aus einem schlechten Film, ist nur leider blutige Realität. Offenbar hatten die Taliban den Amerikanern angeboten, die Kontrolle in Kabul zu übernehmen. Dieses Angebot wurde abgelehnt. Danach marschierten sie in der afghanischen Hauptstadt ein.

Europa führt Krieg, einen "War on Refugees", bei dem Flüchtlinge sowohl Gegner als auch Waffe sind. Den Preis dafür bezahlen Menschen, die vor Folter, Unterdrückung und Krieg zu fliehen versuchen. Die Profiteure dieses Krieges sind Diktatoren und die Mafia.

 

t
Bildquelle: Rawa.org

 

Wie es um den Libanon bestellt ist, zeigt diese Meldung:

Lebanon’s state electricity company has warned that the country may face a “total blackout” by the end of September due to its dwindling fuel reserves. This is despite a deal with Iraq in July that allowed for 1 million tonnes of heavy fuel—unusable in Lebanon but suitable for trade and exchange.