Russisch-türkische Liaison

In Putins Hand

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Dugins großer Auftritt

Da sitzt man vorm Bildschirm und will sich eine Talkshow bei Habertürk ansehen. Bei Didem Arslan Yilmaz geht es verleichsweise moderat zu. Doch gleich zu Beginn kündigt sie an, dass in Kürze ein Spezialgast per Skype verbunden wird: Kein anderer als Alexander Dugin, der, wie die Moderatorin verkündet, Putins rechte Hand sein soll und Erdogan & Co. vor dem Putsch 2016 ein Tag zuvor gewarnt habe.

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Irgendwann nach zwei Stunden, die Sendung dauert knapp vier Stunden schaltet sich endlich Dugin dazu. Im Kern verkündet er, was die Türken hören wollen: Hinter der YPG stecken die USA und Israel. Der türkische Einmarsch war notwendig. Die USA sind endlich weg. Dugin geht rasch ins Referieren über. Er scheint sich sehr darüber zu freuen, als Putins rechte Hand vorgestellt zu werden. Deswegen scheint er wohl mehr mitzuteilen, als ihm lieb ist. Dugin führt aus. Die Russen griffen nun ein, um Syriens Integrität zu wahren. Die Kurden gefährden die türkische Souveränität, Russland will jetzt die türkische Staatssicherheit ohne US-Hegemonie unterstützen. Irgendwann schaltet sich die Moderatorin ein, und beendet das Monologisieren und fragt: Wer kommt für die Russen zuerst? Assad? Die Kurden? Oder die Türkei? Dugin, etwas überfordert: Wir wollen eine neue Ordnung. Die US-Hegemonie stürzt, zieht sich aus dem Nahen Osten zurück und sobald die YPG entwaffnet wird, blühen gute Zeiten.

PKK ein Agent des Westens

Ganz besonders interessiert die Talkshowgäste die Beziehung zwischen Assad und der YPG, ganz so, als fürchtete man Assads Rache. Dugin beruhigt aber: Die Russen wollen noch nähere Beziehungen – und zwar zu allen. Alle sollen dabei sein. Syrien, Türkei, Iran und auch die Kurden. Abdullah Öcalan vertrete aber nicht die PKK. Er bekomme nichts mehr mit. Es sei daher absolut unrealistisch, dass ein Kurdenstaat entstehe. Das wollten die Kurden selbst nicht. Trump habe allerdings im Nahen Osten andere Visionen. Darum müsse kurdische Politik vom neuen Hegemon Russland neu gestaltet werden. Ohne kurdischen Terrorismus. Ohne USA. Ohne Israel. Mit neuen Lösungen.

Alexander Dugin: Hinter der YPG stecken die USA und Israel. Der türkische Einmarsch war notwendig. Die USA sind endlich weg.

Das provoziert die Gäste. „Kurdischer Terrorismus“ sei das doch nicht, was die PKK mache. Es kämpften schließlich auch Kurden in den türkischen Streitkräften gegen die PKK, die PKK vertrete nicht die Kurden, das seien Terroristen. Dugin ist überrascht, fühlt sich missverstanden, aber will die Stimmung nicht vermiesen. Er holt noch einmal aus. Die PKK sei die Marionette des Westens im Nahen Osten. Man dürfe darum nicht von den Provokationen des Westens sich herausfordern lassen. Denn der Westen nutze die Kurden nur aus. Jetzt habe der Westen aber mit Trumps Abzug die Kurden verraten und die Glaubwürdigkeit des Westens bei den Kurden verspielt. Jetzt sei die Zeit darum gekommen, für die Stabilisierung Syriens zu sorgen und gemeinsam mit den Kurden eine Lösung zu suchen.