Die Reaktion

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Besonders viele Reaktionen hat diesmal erwartungsgemäß das Interview mit Judith Butler (30/2010) ausgelöst. Jemand postete bei Indymedia: »Butler zeigt Offenheit im Diskurs, indem sie einer Zeitschrift wie Jungle World antwortet, die bekanntlich selbst unter Kritik steht, jenem Rassismus gegen den Islam (bewusst oder auch unbewusst) von ›links‹ beisteuern zu wollen.« Im Blog Allophilia finden Butlers Aussagen Zuspruch: »Das Interview trifft für mich mal auf den Nerv vieler Fragen, die mich in letzter Zeit beschäftigt haben.« Es gab aber auch viel Kritik an Butler. Das Blog Verbrochenes schrieb: »Judith Butler hat der Jungle World ein Interview gegeben. Das hätte sie lieber nicht tun sollen. Die postmoderne Philosophin führt vor, wie ihr und ihren Anhängern beim Dekonstruieren und Relativieren der Realität dieselbe abhanden gekommen ist.« Und das Blog Analyse, Kritik & Aktion meint: »Mit diesem Interview hat Judith Butler erneut bewiesen, dass sie der radikalen Linken und emanzipatorischen Bewegung nicht mehr viel zu sagen hat. Ihre Positionen sind zumeist schwammig und in den Konkretisierungen zum Teil unerträglich.« Gegenkritik twitterte: »Komödienstadl in der Jungle World: Judith Butler im Gespräch«, und auch auf unserer Facebook-Seite wurde eifrig diskutiert. Andre Bijan: »Für Butler kann Antisemitismus eine Position sein. Nicht nur eine, sondern mehrere. Selbst dem Antisemitismus gesteht sie eine Pluralität zu.« Horst Langer: »Die deskriptive Einordnung der Hamas als links mag stimmen, wenn man die sozialen Hilfsprojekte sieht. (…) Erschreckt hat mich die harmlose Distanzierung. Wenn man Gewalt als politisches Mittel für legitim betrachtet, wäre es ihrer Meinung nach O.K., für die Hamas zu sein. Geht nicht klar!« Und ein »Machnow« schrieb uns per E-Mail: »Danke für das interessantes Interview mit Judith Butler. Leider bietet es wieder keine Erklärung, warum Maneo rassistisch und die Hamas sowie Hizbollah ›links‹ sein sollen. Dafür bietet Butler einige skurrile und deskriptive Gedankenpirouetten an. Nicht schön, aber in der Virtuosität der Selbstverdrehung durchaus amüsant.«