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Von Vollblut-Kiffern kennt man folgende Geschichte: »Ich langweilte mich meistens und füllte die große Leere mit so Dingen wie Gras rauchen, Romane lesen und Freunde treffen. Ach, na ja: Mir ging’s nicht unbedingt gut, aber dass ich mich nach einen Arbeitsplatz gesehnt hätte, kann man nicht gerade behaupten. Ab und zu jobbte ich in einer kleinen Buchhandlung als Urlaubsvertretung. Schwarz natürlich. Die Extrakohle ermöglichte mir die eine oder andere Anschaffung. Mein Liebesleben lag ziemlich brach. Ich traf mich gelegentlich mit Freundinnen, mit denen ich früher mal was am Laufen hatte. Trotzdem hätte ich mich gerne auch mal wieder verliebt, ich mein’, jetzt so richtig, den Wald in Flammen setzen. Irgendwann ging mir das alles ziemlich auf den Keks. Ich mein, man muss am Ball bleiben. Wenn du stehen bleibst, rollt der ganze Planet einfach über dich hinweg und du bist platt wie ’n oller Teppich. Ich beschloss also, mein Leben zu ändern. Aber wie so viele Vorhaben habe ich auch das immer wieder aufgeschoben. Immerhin: Meinen Cannabis-Konsum habe ich nach und nach ein bisschen eingeschränkt. Und ich ging zum Friseur. Eine gute Voraussetzung für weitere Schritte. Ein Gedanke, den ich so über die Wochen mit mir herumtrug, war, ob ich Nadja in Frankfurt besuchen solle. Es gab tausend Argumente dafür und es gab tausend dagegen. Mein Gott, was willst du da machen?! Wenn ich nicht gerade so verdammt relaxt gewesen wäre, vermutlich hätte sich das alles kompliziert und vertrackt dargestellt. Doch, ein Glück, löste sich das Problem schließlich ganz von allein: Nadja stand plötzlich vor meiner Tür.«
Alle diese Kiffer-Geschichten enden mit einer Nadja, denn diejenigen, bei denen keine Nadja vor der Tür steht, werden nicht erzählt. Der potentielle Erzähler hat sich zwar vorgenommen, die Story mal aufzuschreiben, wird es aber nie tun. Warum aber, fragen Sie sich sicherlich, erzählen wir Ihnen diese krude Geschichte? Weil wir unseren Subbotnik zur Einrichtung der Betriebsküche bereits zum zweiten Mal aufgeschoben haben. Nein, Drogen sind daran nicht schuld, das schwören wir bei der Oma unseres Dealers. Auch nicht Aufschieberitis. Vielmehr ist die Planung eines solchen Tages viel komplizierter als gedacht: Was man vorher alles besorgen muss, damit man anfangen kann, ist kaum zu überblicken, bevor man angefangen hat! Wir hoffen, Ihnen in der kommenden Ausgabe das Happy End der Geschichte erzählen zu können, ob eine Nadja aufgetaucht ist mit einer Rolle PVC unterm Arm.
Ein echtes Prokrastinationsopfer ist unser neuer Haushaltsroboter Guido. Wenn wir morgens ins Büro kommen, ist er irgendwo in den Weiten der Redaktion liegengeblieben, zu seiner Ladestation zurück findet er selten. Und um besonders große Müllhaufen macht er einen Bogen. Von uns hat er das aber sicher nicht!