Der Zauber der Leblosigkeit. Bleischwere Gedanken und heitere Urlaubsimpressionen

Der Zauber der Leblosigkeit

Was treibt man eigentlich so den lieben langen Tag in einem Hotelkomplex in Kenia? Man widmet sich dem Verzehr alkoholischer Getränke und dem Progressive Total Body Workout. Das Wichtigste ist: Den größten Erholungswert haben Reisen, auf denen nichts passiert. Bleischwere Gedanken und heitere Urlaubsimpressionen.

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Die in Einfachbauweise erstellten Dumbohäuser sind dreistöckige, weißgetünchte Klötze, die sich fächerförmig bis zum Strand erstrecken. Flachdach, außen verlaufendes Treppenhaus, sehr kleine Fenster. Luken. Bullaugen. Zimmer 32 liegt im zweiten OG. Mir schlägt eine stechende Nikotinwolke entgegen. Dabei bin ich doch Nichtraucher! Bis der Geruch verflogen ist, braucht es mindestens eine Woche, vielleicht auch zwei. Mit dem Licht schaltet sich automatisch die Klimaanlage ein. Der Raum ist gespickt mit Aschenbechern. Aschenbecher, Aschenbecher, Aschenbecher, Aschenbecher, Aschenbecher, sage und schreibe fünf Stück, positioniert auf den beiden Nachtschränkchen, der Vitrine, dem Fernseher und dem Tisch.
Das Interieur in den Modefarben Grau, Braun und Beige ist nach erster Inaugenscheinnahme mindestens zwanzig Jahre alt. Das einzig Bunte, Schöne, Fröhliche im Raum ist eine Schale mit Frischobst. Minibar Fehlanzeige. An den Wänden hängen Black Whole Pictures (eigene Wortschöpfung), Bilder ohne Inhalt, beliebig, austauschbar – kaum schaut man weg, hat man sie schon wieder vergessen –, die den Betrachter in ein unendliches Nichts hineinziehen. Der Balkon soll laut Leistungsbeschreibung Seeblick haben. Aber wo? Schlickwüste, so weit das Auge reicht, vom verdammten Wasser keine Spur, offenbar ist der Indische Ozean ein ausgesprochenes Gezeitenmeer. Auf dem Tisch eine krisselige Fotokopie mit einem sehr großen Fisch. Überschrift »Endlich da: Buckelwale«. Verstehe ich nicht. Ich verstaue meine wenigen Habseligkeiten im Kleiderschrank. Huch! Auf dem untersten Einschub kauert bewegungslos ein Salamander. Oder Echse. Oder Lurch. Rätsel Tier-/Pflanzenwelt. Ich kann gerade mal einen Elefanten von einer Kuh und eine Eiche von einer Birke unterscheiden. Vielleicht ist der grüngraue Plastiklurch das Wappentier des Landes, eine Art Schutzpatron. Aber im Schrank? Ich setze die Inspektion im Nassbereich fort: grauer, welliger Linoleumboden, graue Kacheln, Badewanne (Farbe Manhattan) mit eingefrästem Schmutzrand, marode, schwergängige Armaturen. Föhn Fehlanzeige. Shampoo Fehlanzeige, Bodylotion Fehlanzeige, lediglich ein winziges, eingeschweißtes Stück Kernseife liegt in einem Kernseifeschälchen. Ich klappe den Toilettendeckel hoch. Zum Scheißen reicht’s. Plötzlich huscht der Lurch in einem affenartigen Zahn an mir vorbei und versteckt sich unter der Vitrine. Ach du Schreck, von wegen Plastik, ich werde mir das Zimmer mit einem Reptil teilen müssen, auch das noch. Nun denn. Bestandsaufnahme. Mit dem, was ich am Leib trage, besitze ich: eine Jeans, ein Paar Schuhe, zwei Oberhemden, ein T-Shirt, drei Unterhosen, drei Paar Strümpfe und eine Badehose. Tagsüber ist sowieso nur Badehose angesagt, jeden zweiten Tag Rei-in-der-Tube-Handwäsche.
Das muss reichen.

Modus Operandi: von Empfangshalle aus sys­tematisch den gesamten Komplex erkunden. Einer Tafel entnehme ich, dass die Anlage am 12. 8. 1983 vom damaligen Staatspräsidenten Daniel Toroitich arap Moi persönlich eröffnet wurde. Steve schiebt immer noch Dienst.
»Jambo.«
»Jambo.«
Jambo scheint hallo zu heißen. Wichtig. Merken.
Gimme hope, Jo’anna, gimme … hope, Jo’anna, gimme hope, Jo’anna …
Das schreckliche Gepfeife kommt irgendwo aus den Untiefen der Halle. Aber woher? Einer von der Putzkolonne muss das Melodiefragment irgendwann aufgeschnappt haben und flötet es seither zwanghaft vor sich hin.
Gimme hope, Jo’anna … hope, Jo’anna, gimme hope, Jo’anna.
Pause. Dann wieder von vorn. Wenn ich ihn mit dem Rest des Songs vertraut machen würde, wäre er erlöst und könnte den nächsten Titel lernen (Rivers of Babylon).
Gimme hope, Jo’anna, gimme … hope, Jo’anna.
Latsch, latsch, latsch. Von wegen Putzko­lonne, die Quelle der Kakophonie sitzt in einem Bambuskäfig und ist ein riesiger Kakadu. Als ich einen Finger durch die Stäbe stecke, hackt er nach mir. Blödes FDP-Schwein. Wenn ich hier der Chef wäre, würde der Vogel längst im Keller hängen. Weiter geht die Exkursion.
»Herr Strunk, Herr Strunk!« (Stimme aus dem Nichts, sehr laut)
»Ja?«
»Bitte beschreiben Sie in einfachen, verständlichen Sätzen die Hotelanlage. Beachten Sie, dass der Leser nicht mit einer enervierenden, sich über viele Seiten ziehenden literarischen Abhandlung gequält werden, sondern einfach nur wissen möchte, wie es im Nyali Beach aussieht. Er will es sich vorstellen können.«
»Na gut.«

Wenn man die Empfangshalle ganz bis zum Ende durchgeht, führt rechts eine Treppe nach oben ins Restaurant. Auf der linken Seite befinden sich der Gift-Shop (ein Kiosk, wo man allerlei Nützliches für den täglichen Bedarf erstehen kann), ein Tourismusbüro und drei weitere Räume, die leer stehen. Tritt man hinten aus dem Haupthaus, hat man einen wunderschönen Ausblick auf den Indischen Ozean, wenn er denn mal da ist. Zwischen Haupthaus und Ozean liegt der Hauptpool. Er ist mit Kinderplanschbecken, Nichtschwimmerbecken und einer ­gemütlichen Poolbar ausgestattet. Links, auf einem Hügelchen, befindet sich noch ein zweiter, kleinerer Pool. Verbunden sind der kleine und der große Pool durch einen künstlichen Wasserfall, der vom kleinen Pool in den großen sprudelt. Zwischen großem Pool und Ozean erstreckt sich eine mit Liegen bestückte Wiese, mitten drin zwei kreisrunde offene Hütten (Rondeele oder wie das heißt) mit Bambusdächern. In der linken Hütte werden Kaffeespezialitäten ausgeschenkt, in der rechten isst man mittags Lunch und nachmittags eine Kleinigkeit. Ganz unten, kurz vor dem Meer, ist eine Open-Air-Bühne aufgebaut, wo man nach dem Abendbrot das hoteleigene Unterhaltungsprogramm genießen kann. Sie sieht aus wie eine Muschel und lässt einen an Kurkonzerte denken.

»Herr Strunk, das war sehr, sehr schlecht. Sie sind nichts weiter als ein elender Hobbyautor, aus Ersatzteilen in den Werkstätten von Kleinmeistern gefertigt. Schämen sollten Sie ­sich!«
»Ja.«
Plötzlich bekomme ich schrecklichen Durst. Durst, der mit Wasser nicht zu stillen ist. Ein Königreich für ein klitzekleines Gläschen.
Caramba, Karacho, ein Whiskey!
Ein Heller und ein Batzen, die waren beide mein, der Heller ward zu Wasser, der Batzen ward zu Wein!
Heute blau, morgen blau und übermorgen wieder!
Schön wär’s. Aber wenn ich jetzt nicht standhaft bleibe, wird mein Untergang noch vor Einbruch der Dämmerung besiegelt sein. Also ab in den Pool, cool down, entspannen, runterkommen, relaxen, chillen, abkühlen. Wieso spannt die Badehose eigentlich so, hat doch sonst immer gepasst! Diese vermaledeiten Designersachen sind grundsätzlich eine Nummer zu klein. Ich werfe einen Blick in den Spiegel. Das sollen 78,2 sein!? Wieso sieht man ausgerechnet im Urlaub immer Minimum fünf Kilo dicker aus? Furchtbar. Und dann noch dieses erbarmungslose, grelle Licht. Wenn ich die Badehose bis zu den Hüftknochen runterziehe, hängt der Bauch drüber, wenn ich sie bis zu den Brustwarzen hochziehe, sehe ich aus wie ein Behinderter, ein Freak, ein Halbirrer. Gott, ach Gott, wo sind bloß meine Konturen hin. Ein weißer Batzen Fleisch, gallertige Masse, das einzig klar Umrissene ist meine Brille. Laufen allein bringt’s in meinem Alter nicht mehr. Ich muss unbedingt das Krafttraining wiederaufnehmen. Und zwar nicht irgendwann, am Sankt-Nimmerleins-Tag, sondern jetzt, hier und heute: Vor dem Abendessen noch werde ich eine harte Trainingseinheit absolvieren, eine ganz harte. Am Buch arbeiten. Lesen.
IRGENDWIE WERDE ICH DIE VERDAMMTE ZEIT SCHON RUMBEKOMMEN!

Etwa die Hälfte der Liegen am großen Pool ist besetzt, überwiegend mit deutschen Rentnern, wie man den Titeln ihrer Urlaubslektüren entnehmen kann: Dschungelkind. Das Geheimnis der Wanderhure. Sakrileg. Tintenherz. Moppel-Ich. Und der Nachfolgebestseller, Runzel-Ich. Unter all den Paaren bin ich der einzige Alleinstehende, Single, Anhanglose, Einsame. Heinz Strunk? Traur-Ich. Bücher sind Schuhe für Gedankengänge, denke ich.
Mehlgnom. So ein Scheiß. Randgruppenliteratur. Literatur? Klamauk! Egal, wennschon, dennschon. Wenn ich in einem gut bin, dann im Alberne-Buchtitel-Ausdenken. Genre Schmunzelkrimi: Die rostige Zeugin. Modernes Frauenbuch: Prosecco und Orangenhaut. Lebenserinnerungen: Jesus war ein Brummifahrer – die Autobiographie von Pater Dekubitus, dem singenden Truckseelsorger. Ein Leben zwischen Autobahnkirche, Truckershops und Brummifahrerschicksalen. Heiteres Sachbuch: Priester in Jeans. Deutschlands frech(st)e Geistliche. Echt geile Titel alles. Humor für Besserverdienende.

12 Uhr, High Noon. Ein sehr fetter Mann, Typ korrupter Baumogul, und seine noch fettere Madame kommen angewatschelt und beziehen ächzend, stöhnend und schnaufend die Liegen direkt neben mir. Der Mann, in breitestem Niederbayrisch: »Petri Heil.« Ich antworte: »Guten Tag.« Was soll das, hat der gerade einen Fisch gefangen? Seltsam. Sehr seltsam alles. Er ist nicht nur unglaublich fett, sondern sieht dabei ganz sonderbar aus, welk, runzlig, breiig, dellig, als wären Haut und Fettgewebe aneinander getackert oder von Bindfäden zusammengehalten, wie man sie für Rouladen benutzt. Seine Frau kramt in ihrer Tasche und holt die Petra und die DJZ, die DEUTSCHE JAGD-ZEITUNG, hervor. Vorsichtig trennt sie Rezepte für Eisbecher heraus, locht und heftet sie in einen Ordner. Wahnsinn! Sie hat einen Locher dabei! Alle verrückt geworden. Dann nimmt sie ein Buch mit einem sehr langen Titel zur Hand. Ich muss die Augen zukneifen, um ihn zu entziffern: Das Kind im Horoskop. Begabungen erkennen und optimal fördern. Mit Transiten. Verfasserin ist eine gewisse Gloria Star. Geiler Künstlername. Vielleicht sind Transite so was wie Aszendenten, Hokuspokus, erfunden für die armen Irren dieser Welt.

Alte, ich bin von lauter Alten umzingelt. Totes, von Totem umgeben. Das ganze verdammte Nyali Beach ist ein geriatrisches Hotel, eine Seniorenenklave! Wirklich, ich kann nur ein einziges Nicht-Rentnerpärchen ausmachen, ein sehr seltsames allerdings: Der Mann, Mitte dreißig, Vollglatze, vollkommen unbehaart, hellblaue, fast rosa Augen, sieht aus wie ein Albino. I wo, er ist ein Albino. Seine Frau oder Freundin, eine glanzlose, plumpe Erscheinung, blättert in einem Buch, das ein riesiger Aufkleber auf dem Cover als BESTSELLER ausweist: You were born rich. Ich stehe auf und lasse mich in den Pool plumpsen. Das Wasser hat bestimmt 30 Grad. Abkühlung Fehlanzeige. Als ich nach eineinhalb Bahnen wieder rauskrabble, schraubt sich der Albino aus seiner Liege. Jetzt sehe ich es: Sein Bauch wirkt, als wäre direkt im Nabel eine Handgranate explodiert. Über den gesamten Verlauf des Thorax verläuft eine riesige, unregelmäßig gezackte, tomatenrote Naht, der Oberkörper eine bizarre Krater-, Knorpel- und Risselandschaft. Außerdem ist irgendwas mit seiner Motorik nicht in Ordnung, er bewegt sich seltsam unkoordiniert, taumelnd, als hätte er einen Schlaganfall hinter sich.
Punkt 12 Uhr 30 erhebt sich lautes Getrommel. Buschgetrommel, Membranophongetrommel, Nachrichtengetrommel. Drei weißgekleidete Männer stehen auf der Restaurantterrasse und bearbeiten ihre Congas. Mahlzeitenglocke tropical. Essen ist fertig! Wie ferngelenkt erheben sich die Menschen und watscheln zum kalt-warmen Buffet. Die, die weniger Hunger haben, zur Speisekreishütte, die mit Erwachsenenhunger ins Restaurant. Die meisten haben Erwachsenenhunger. Ich verspüre nicht den geringsten, klitzekleinsten Hauch von irgendeinem Kinderappetit. Nur Durst, rasenden Durst, den Wasser nicht zu stillen vermag, aber das sagte ich ja bereits. Egal, man kann’s gar nicht oft genug sagen: Bier her, Bier her! Lange werde ich mich nicht mehr zusammenreißen können.

Kreishütten. So ein Quatsch. Damit ich mit den ganzen Rondeelen und Pools nicht durcheinandergerate, einige ich mich mit mir selber auf neue, einfache, leicht zu merkende Begriffe: Die eine Hütte nenne ich Kaffeerund, die andere Speiserund. Der große Pool heißt ab sofort Big Pool und der kleine Plumpspool, von Plumpsklo abgeleitet. Witzig.
Der Rouladenbayer wird wohl nichts dagegen haben, wenn ich mir mal kurz seine Zeitschrift ausborge:
– DJZ Testrevier: Die Drückjagden, die Ergebnisse.
– Hundeausbildung im Schwarzwaldgitter.
– Sauhunde, Teil zwei.
– Ein Interview mit Friedrich Krauß (Spitzname Hirschpapst).
– Testbericht über den kantigen Klotz fürs Revier, den Jeep Commander 3.0 CDR.
Was es nicht alles gibt. Jetzt nackt sich im deutschen Pulverschnee rumwälzen und von geilen Weibern mit handwarmem Glühwein besudeln lassen! Ach, ach, ach.

»Lena, lalalalala, lalalalala. Wenn ich am Boden liege, erzählst du mir, dass ich bald fliege.«
Lena, einer der größten Erfolge der Gruppe Pur. Jetzt hab ich auch noch einen Ohrwurm. Ohrwürmer überwältigen einen beim geringsten Anzeichen von Schwäche. Einzige Möglichkeit, sie wieder loszuwerden, ist, sie durch einen anderen zu ersetzen: »Komm mit mir ins Abenteuerland, auf deine eigene Reise, komm mit mir ins Abenteuerland, der Eintritt kostet den Verstand.« Lange nichts von Pur gehört. Wie es Leadsänger Hartmut Engler wohl geht? Angeblich hat er ein Alkoholproblem. Ich auch, ich brauch was zu saufen, und zwar sofort!
Es ist gerade mal halb zwei, als ich mich mit drei Dosen Bier im Zimmer verkrieche. Ventilator an, Vorhänge zu, ab ins Bett und schluck. Monsieur Gluck Gluck. Exzentrisch, von der sozialen Norm abweichend. Exzentriker, ein Status, den ich mir im Laufe vieler Jahre hart erarbeitet habe. Exzentriker machen, was und wann und wo sie wollen, zum Beispiel bei strahlendem Sonnenschein in abgedunkelten Zimmern Alkohol trinken und/oder Sachen sagen wie:
»Man muss die Zusammenhänge kennen, der Rest steht im Lexikon.«
»Eine nüchterne Lösung, die besoffen nicht standhält, gehört in den Mülleimer.«
»Das meiste Große wird von Leuten bewirkt, denen es nicht besonders gut geht.«
»Ein mittlerer Schmerz führt nicht zu einer großen Karriere.«
»Die enorme Egozentrik, die ein Künstler haben muss, macht ihn für ein bürgerliches Leben ungeeignet.«
Allerdings, leider auch wahr, liegt zwischen Exzentriker und Sonderling nur ein schmaler Grat. Ich penne ein.

Ein Bier habe ich noch. Austrinken, weiterschlafen. Dann, wie mit mir verabredet: Krafttraining. Tatsächlich gehörte gemäßigtes Krafttraining lange Zeit zu meinem Alltag, genauer gesagt seit Ende der Achtziger, als die Koelbel Trainingsforschung in der Zeitschrift Hörzu ganzseitig ihre Produkte bewarb und exorbitanten Kraft- und Muskelzuwachs binnen weniger Wochen versprach. Bizepsumfang: plus 4 – 6 ­Zentimeter! Brust: plus 8 – 12 Zentimeter! Beine: plus 16 Zentimeter! Schultern, Trizeps, Rücken, zweiköpfiger Armbeuger, Deltamuskel, Trapezmuskel, plus, plus, plus! Die Versprechungen der ­Koelbel Trainingsforschung erwiesen sich zwar als vollkommen haltlos, aber ich gehörte zu den paar Trotteln, die nicht nur die braunen, etwa vier Kilo leichten Mars-Hanteln, sondern auch die extraschweren, mit Sand befüllbaren Omicron-Hanteln erworben haben. Egal. Es gibt kein wirksameres Anti-Aging als Krafttraining. Und keine wirksamere Vorbeugung gegen Demenz (das Sturzrisiko verringert sich erheblich, Demenzkranke stürzen nämlich dreimal häufiger als Gesunde. Durch Kraftzuwachs verbessern sich Gehgeschwindigkeit, Schritt- und Streckenlänge sowie die Schnelligkeit bei der Übung, fünfmal (!) hintereinander vom Stuhl aufzustehen). Ebenfalls bemerkenswert: Die Drop-out-Rate ist sehr gering. Krafttraining = Antidepressivum und Antidementivum.
Da das Nyali Beach über keinen Fitnessraum verfügt, muss ich mir mit der sogenannten Managerfitness behelfen oder, wie der Fachmann sagt: mit Progressivem Ganzkörpertraining mit Eigengewichtsübungen (Progressive Total Body Workout with Weight Training). Beispiel Liegestütze. Liegestütze sind freilich nicht gleich Liegestütze: Durch Änderung des absoluten, vertikalen, horizontalen, totalen, senkrechten, waagrechten und schrägen Armabstandes in Potenz mit unzähligen Winkelkombinationen bietet dieser Klassiker des Kraftsports in der Summe mehr Varianten, als es Atome im Universum gibt. Kein Scheiß. Nächstes Beispiel Sit-ups: Gerader Crunch, Cross Crunch, Reverse Crunch, V-Sit, Windshield Wiper, Hüftstoß, Lemon Squeezer, Klappmesser, L-Sit, Bodendrücker, Blank, Maikäfer, Hollow Rock – auch hier: Varianten ohne Ende. Kniebeugen, die vergessene Übung, jedoch nach wie vor die Grundlage jedes ernstzunehmenden Work-outs, denn keine Übung trainiert mehr Muskelgruppen: Bethake, auch indische Kniebeuge, mit hohem Ausbreitungseffekt, einbeinige Kniebeuge Pistols, bulgarische Kniebeuge, eine Mischform aus Kniebeuge und Ausfallschritt, usw. Varianten, bis der Arzt kommt. Viertens: Beugestütz an der Bank (im Hotelzimmer behilft man sich mit Bett oder Stuhl) trainiert dreiköpfigen Armstrecker, großen Brustmuskel und vorderen Anteil des Deltamuskels. Varianten, bis der Arzt nach Hause geht.
In der nächsten, der blauen Stunde, tauche ich ab in die Welt der negativen und abgefälschten Wiederholungen, des Splittrainings, der Höchstkontraktion und des Schockprinzips. Merke: Nur wer weit bis in die Schmerzzone vordringt, trainiert effizient: no pain, no gain. Professionelles Muskeltraining steht auf der R-Säule: Reizdauer, Reizdichte und Reizintensität. Entscheidend für den Trainingserfolg ist die Überschreitung des Ausgangs-Energielevels, die Superkompensation.

Nach dem Training fühle ich mich hervorragend, und ich freue mich schon auf den morgigen Muskelkater, denn Schmerzen bedeuten Leben. Bevor es zum Abendessen geht, genehmige ich mir einen Drink. Den habe ich mir verdient! Vor jeder Mahlzeit sollte ein Aperitif stehen. Oder irgendwas anderes Alkoholisches. Je leerer der Magen, desto schneller setzt die Wirkung ein. Und, vor allem: desto besser. Die Euphorie fühlt sich irgendwie anders an, geiler. Der einzige Ort, an dem man um diese Zeit etwas zu saufen bekommt, ist die Poolbar. Einsame Gäste sind ein Mann und eine Frau Mitte fünfzig. Ein Paar. Ehepaar. Lebensgemeinschaft.
Mann: »Ephesos ist ein Muss.«
Frau: »Ja, wirklich.«
Ach du Schreck, Deutsche, schon wieder. Und was für welche: er, Karottenjeans, unruhig gemustertes kurzärmeliges Hemd, hängeschultrig, akkurat gestutzter Arschbart. Sie, groß, flachbusig, kleiner Buckel mit leicht hervortretenden Schulterblättern, das Gesicht verhangen und blass, lange, spitze, bräunlich verfärbte Zähne.
Wovon träumen Leute, die so aussehen? Fies? Ach was!
Im Laufe eines langen, langweiligen Lebens zusammengewachsen. In allem. Ansichten, Vorlieben, Überzeugungen. Maßvoll. Reiselustig. Umgeben von einer Aura undurchdringlicher, humorfreier Vitalität. Selbst bei sengender Mittagshitze besuchen sie Grabstätten, Synagogen, Festungen, Moscheen, Häfen, alte und neue Ruinen, Ausgrabungen, immer auf der Suche nach dem alles entscheidenden achten Weltwunder, sie können einfach nicht genug kriegen. Artefakte, Artefakte, Artefakte!
Die Wolfs. Das ist es! Realschullehrer Volker Wolf und Ehefrau Sabine. Spitznamen erfinden ist kein Quatsch, sondern eine hohe Kunst, denn sie müssen atomgenau den Kern eines Menschen erfassen. Oft liege ich erschreckend richtig. Ich nicke den beiden zu, sie nicken schlecht gelaunt zurück, konzentrieren sich dann aber gleich wieder auf ihre alkoholfreien Getränke. Fremder als wir können Menschen sich nicht sein. Eine Urlaubsfeindschaft bahnt sich an. Herrlich. Urlaubsfeindschaften sind ohnehin viel origineller als Urlaubsbekanntschaften. Ich bestelle bei Mandy »One beer and one white wine, please«.
Durcheinandertrinken ist übrigens auch ganz gut.
Der Wolfsmann: »Hast du an deine Malaria­tablette gedacht?«
Wolfsfrau: »Ja, natürlich.«
Wolfsmann: »Gut.«
Sie trinken aus und gehen, ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen.

Der mit dunklem Holz getäfelte Speisesaal ist enorm verwinkelt und verzahnt und verschachtelt. Um einmal an jedem Winkel gesessen zu haben, müsste man ein halbes Jahr Urlaub machen. Mein Zwergentisch steht direkt an einer Säule. Ich bin der Einzige, der allein essen muss.
»Herr, Strunk, Herr Strunk!« (Wieder Stimme aus dem Nichts) »Beschreiben Sie bitte das Buffet.«
»Ja.«

Das kalt-warme Buffet ist sehr groß und ansprechend angerichtet. Das Angebot ist riesig; alles sieht lecker aus: Wenn man genau hinschaut, lassen sich sicher dreißig Vorspeisen und Salate ausmachen und bestimmt die gleiche Anzahl an Nachspeisen. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei: Fleisch, Fisch, Soup of the Day, Eintöpfe, Pizzas, Beilagen aller Couleur, Nudelspezialitäten aus Bella Italia. Auch an Kinder und Vegetarier und so wurde gedacht. An verschiedenen Holzkohlegrills, Woks und Pfannen kann man sich seine Wünsche à la minute brutzeln lassen. Trotz der hohen Temperaturen tragen die Köche schwere Kochuniformen mit Mütze. In Windeseile schnippeln, schneiden, braten, wenden, rühren, gießen, filetieren, dünsten, blanchieren sie die Köstlichkeiten aus aller Welt. Einer der Köche überragt seine Kollegen um Haupteslänge, mit seinen wulstigen Lippen und der fleischigen Nase sieht er aus wie ein Kannibale aus einem Cartoon.

»Das war wieder sehr schlecht, Herr Strunk, und der rassistische Ausfall am Schluss ganz und gar unerträglich. Belegen Sie bitte einen Kurs für kreatives Schreiben!«
»Kein Geld.«

Da sich ein zufriedenstellender Trainingseffekt nur in Kombination mit gesunder Ernährung erzielen lässt, entscheide ich mich für Steak und kleinen Beilagensalat (Rote Beete, grüne Gurke, gelbe Paprika) ohne Dressing. Der Salat schmeckt nach weniger als gar nichts, es ist, als hätte man dem Gemüse den Eigengeschmack weggezüchtet. Egal. Trennkost nennt man das. Ich werde der erste Mensch sein, der im Urlaub ab- statt zunimmt. Die Leute um mich herum mampfen, schaufeln und stopfen, als bestünde darin der Sinn des Lebens. Als fräßen sie alles, was man ihnen ins Maul stopft. Ich hole mir noch eine Frikadelle ohne alles. Sieht ganz normal aus, schmeckt aber nach nichts. Total ungewürzt. Wie dem auch sei, mein Ernährungskonzept ist dem der anderen Gäste überlegen. Außerdem habe ich einen uneinholbaren Informationsvorsprung: Den größten Erholungswert haben Reisen, auf denen nichts passiert. Nicht tolle Erlebnisse, neue Anregungen oder tolle Urlaubsbekanntschaften bewirken die Erholung, sondern die Nicht-Erkrankung, die körperliche Ruhe und keine Gewichtszunahme.
Das alles wissen die nicht.
Das bescheidene Abendmahl ist schnell beendet. Und nun? Ein Unglückswurm, der sich zwecks seelischer Selbstbefingerung bereits um einundzwanzig Uhr im Bett verkriecht? Vor sich eine unförmige Zeitballung, pelzige Dämpfung, Isolationsfolter, funkelnde Stille, Zauber der Leblosigkeit. Liegen, liegen, liegen, bis alles mit allem verklebt?
Nein!
Da bekanntlich Formlosigkeit die Quelle allen Übels ist, beschließe ich, am Unterhaltungsprogramm teilzunehmen. Was wird überhaupt geboten? Einem Aushang an der Rezeption entnehme ich, dass erst Minidisco ist und danach die SUNSET-SHOWBAND zum Tanz aufspielen wird. Auf einem vergilbten Plakat posieren eine Sängerin im Abendkleid und zwei schnauzbärtige, osteuropäisch aussehende Musiker in gelben Hemden, Glitzersakkos und Pluderhosen vor einem Roland-Umhängekeyboard und einer Fender-Stratocaster. Wieso haben die keine einheimische Band? Egal. Genauere Informationen finden sich im Kleingedruckten:
Ewig Musik führte durch Rudi auf seinem Klavier mit einer Note von Frische durch, begleitet von Petr auf der Guitarre und sensationell Vocalist Karin welches deine Körper mit dem Rhythmus ihre Liede umziehen.
Steht da wirklich. Ohne Scheiß.
Vor der Muschel haben sich ungefähr einhundert Leute versammelt. Immerhin. Ich hole mir das nächste Glas Wein (5) und verziehe mich in die letzte Reihe. Im hinteren Teil der Bühne stehen bereits fertig aufgebaut Schlagzeug, Keyboard, Mikro, Bass und Gitarre.
Lautes Wummern kündet vom Beginn der Show. Nach wenigen Takten identifiziere ich den Verona-Feldbusch-Klassiker Ritmo de la Noche. Ein Off-Sprecher mit sich vor Begeisterung überschlagender Stimme: »AND NOW: IT’S MINIDISCO TIME! FOR ALL DA KIDS!« Aus den Untiefen des Backstage tanzt sich ein rhythmisch in die Hände klatschendes Animateurspaar, flankiert von einem Dutzend Kindern, in die Mitte der Bühne. Die Kids sind so zwischen sechs und zwölf, nur ein klobiger, großer Rotschopf könnte locker für zwanzig durchgehen. Sein Gesicht scheint aus mehreren, nicht genau passenden Teilen zusammengesetzt. Als wäre sein Kopf wie ein Apfel halbiert und dann nicht genau wieder zusammengefügt worden. Der arme Junge!
Die Kinder machen durch die Bank einen lustlosen Eindruck, nur eine Strebergöre versucht auf affige Erwachsenenart, das Publikum zu animieren. In dem männlichen Animateur erkenne ich einen der Kellner wieder, ein langer Lulatsch, dessen Nussknackerkopf auf einem rippigen Körper sitzt. Topspitzname: Boneman. Wahnsinn, vor ein paar Minuten hat er mich noch bedient, und jetzt sorgt er schon für Las Vegas pur! Seine Partnerin ist Mandy! Die von der Poolbar gerade eben! Die müssen sich in rasender Geschwindigkeit umgezogen haben. Ritmo, Ritmo de la Noche! Fade out. Boneman, aufgedreht, künstlich begeistert:
»WELCOME, LADIES AN GENTLEMEN, BONSOIR, MESDAMES ET MESSIEURS, BUENAS NOCHES, GUTEN ABEND, DAME UND HERRE, NOW IS MINIDISCO FOR ALL DA KIDS! PLEASE PUT YOUR HANDS IN THE AIR!«
Als Nächstes Hands up, auch nicht mehr ganz taufrisch. Die Band hieß Ottawan oder so ähnlich. Siebziger. Ich kann den Text auswendig und singe leise mit: Bei hands up schütteln die Animateure ihre Hände aus, zu give me your machen sie eine fordernde Bewegung, und bei all your love werfen sie beide Arme in die Luft und gucken sich dabei verliebt an.
Hands up, baby, hands up, give me your heart, give me, give me your heart, give me, give me all your love, all your love.
Die Choreographie dürfte seit Einführung der Minidisco unverändert sein, jede Bewegung, jeder Handgriff, jede Geste, alles sitzt. Die Kinder machen mehr oder weniger mit, nur der Rotschopf hat Koordinationsschwierigkeiten und rudert verzweifelt mit Beinen und Armen. Boneman leistet Hilfestellung:
»Come on, Meissa, very good.«
»Yeah, Meissa, come on.«
»You got it, Meissa.« Meissa. Der Name passt genauso wenig wie alles andere. Oder gerade. Boneman spricht Meissa seltsam breit und plattdeutsch aus. Meister. Lustig, mir gefällt das, endlich gibt’s mal was zu lachen.
Let me be your Romeo, your wonder boy
And your super champ
Let me take you to the milky way
On a holiday, on a holiday
Follow me, why don’t you follow me?
Just come my way simply kiss me and say …
Hands up, lala lala, lalalala lalalalalala lalalala
Auf Hands up folgt der Ententanz mit der allgemein bekannten Choreographie:
– Ellenbogen anwinkeln.
– Daumen und Zeigefinger wie Entenschnäbel auf- und zuklappen.
– Hände auf die Schultern legen und mit den Armen flattern.
– In die Knie gehen und mit den Hüften wackeln.
– Viermal in die Hände klatschen.
Als der Refrain einsetzt, singt mein Vordermann plötzlich mit schneidender Stimme: »Ja, wenn wir alle Englein wärrrrrrren, dann wär die Welt nur halb so schön … « Er rollt die r wie ein Wahnsinniger. Wärrrrrrren. »Wenn wir nur auf die Tugend schwörrrrrrrren, dann könnten wir doch gleich schlafen gehen.« Schwörrrrrrrren. Selten habe ich jemanden so herzlos singen hören. Weihnachten in der Wolfsschanze, so etwa muss es gewesen sein. Der Führer gibt den Takt an: Und wenn wir alle Englein wärrrrrrren. Goebbels, Himmler und Heydrich halten sich bei den Händen, Göring hat vor lauter Rührung einen Kloß im Hals, seine Stimme stockt. Weiter geht’s: Cherry cherry lady, going through emotion, love is where you find it, listen to your heart.
Break. Sämtliche Akteure verlassen die Bühne und ziehen durch die Zuschauerreihen: Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse, denn nun geht sie los, unsere Polonaise, von Blankenese bis hinter Wuppertal. Wir ziehen los mit ganz großen Schritten, und Erwin fasst der Heidi von hinten an die Schulter.
Ein deutscher Abend.
Den letzten Akt des Dramas bildet eine Art Reise nach Jerusalem: Mandy setzt einem der Kinder einen Strohhut auf, es muss sich einmal um die eigene Achse drehen und den Hut weitergeben. Gimme hope, Jo’anna, gimme … 
hope, Jo’anna, gimme hope, Jo’anna, ’fore the morning come. Gimme hope, Jo’anna, gimme … 
hope, Jo’anna, hope before the morning come. Daher hat der blöde Vogel es also. Egal. Weiter: I hear she makes all the golden money, to buy new weapons, any shape of guns.
Das Playback stoppt. Ein kleiner Steppke hat den Hut nicht schnell genug weitergegeben und muss ausscheiden. Sofort beginnt er zu plärren und wird von Mandy nach hinten geführt. Kopfschuss. Ein Kind nach dem anderen scheidet aus, bis nur noch die Streberin und der Rotschopf übrig sind. Die Schöne und das Biest. Die Dramaturgie des Abends verlangt ganz klar nach dem Sieg des Glöckners. Gimme hope. Eine allerletzte halbe Umdrehung muss er noch schaffen; sobald die eklige Streberin den Hut in beiden Händen hält, wird der DJ die Pausentaste drücken, und der Glöckner hat gewonnen. Doch leidet der neben Koordinations- und Konditionsproblemen auch unter Kreislaufschwäche: Im Moment, als er den Hut weitergeben will, verliert er das Gleichgewicht, taumelt und fällt auf den Po. Großes Gejammer und Geschrei. Ein riesiger Mann mit feuerroten Haaren springt mit einem gewaltigen Satz auf die Bühne und erlöst seinen Sohn. Minidisco Ende.
Sunset schieben ihre Instrumente nach vorn, dann geht’s ohne Ansage los. Rudi stochert in seinem Korg-Synthesizer herum, von Petrs Gitarre ist wenig zu hören, und sensationell Vocalist Karin bedient vorerst nur das Tamburin. Ich hole mir den sechsten Weißwein. Mir wird es für immer ein Rätsel bleiben, wie man ohne Alkohol leben kann. Looking for Freedom. Erster Einsatz Karin. … still the search goes on. David Hasselhoff behauptet, er habe mit diesem Song die Mauer zum Einsturz gebracht. In der Version von Sunset ganz bestimmt, haha. Self Control von Laura Branigan. Ein Achtziger-Gassenhauer jagt den nächsten. Wieso haben die kein aktuelles Repertoire? Dann, ich traue meinen Ohren kaum: Sieben Tränen, die deutsche Fassung des vergessenen Titels einer vergessenen Band: Seven Tears von der Goombay Dance Band: Sieben Tränen muss ein Mädchen weinen, sieben Tränen auf dem Weg zur Frau. Eines Tages muss sie sich entscheiden, wer sie weckt aus ihrem Kindertraum.
Es wird Zeit für mich zu gehen. Jeden Abend Wolfs, Minidisco und Sunset. Das halte ich nicht aus.

Redaktionell gekürzter Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags aus: Heinz Strunk: Heinz Strunk in Afrika. Rowohlt-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2011, 272 Seiten, 13,95 Euro. Das Buch erscheint dieser Tage.