Kritische Astrologie - Markus Söder und die Macht der Planeten über sein Leben

Am Sonntag wird er zum Mond geschossen

Kolumne Von

Am Sonntag sind in Bayern Wahlen, und wenn die Demoskopen recht behalten, dann werden dort ab Montag alle Naturgesetze aufgehoben, wird die Isar bergauf fließen und die Sonne um Mitternacht auf die Alpen scheinen, wird in jedem Fall die von Gott gewollte Herrschaft der CSU zusammenbrechen, mit Karacho und Schmackes. Warum das so ist, kann sich keiner so recht erklären, am wenigsten Markus Söder, der hier seit 51 Jahren seine so niederschmetternde wie überraschungslose Politik betreibt.

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Nur den Astrologen unter den Söder-Forschern war von vornherein klar, dass es mit Söders Marsch durch die Institutionen nicht mehr lang so weitergehen wird: Die Diagnose lautet »Wunderkindsyndrom«. Eine starke Opposition von Söders Saturn gegen eine Allianz aus Uranus und Pluto bestimmt sein Geburtshoroskop, bestimmt einen lebenslangen Kampf des alten Bauerngotts ­Saturn gegen die Mächte des Himmels (Uranus) und der Unterwelt (Pluto), also gegen Kirche und Partei. Ein Kampf, der zur Mitte des Lebens hin verloren wird. Eine Opposition von je Merkur und Sonne zur Himmelsmitte zeigt, dass die intellektuelle Kraft dieser Konstellation zwangsläufig zuende gehen musste. Kurz: Söder geht schlicht die Puste aus!

Was kann Söder jetzt noch tun, um noch ein paar Prozente rauszuhauen, um eventuell bessere Verhandlungsbedingungen mit dem grünversifften Koaltionspartner zu schaffen? Zurzeit steht Söders Sonne in Konjunktion zum Mars, was kriegerische Unternehmungen aller Art begünstigt. Andererseits zappelt der Merkur nervös in seine Venus hinein, bringt das Gefühlsleben durcheinander. »Plötzliche Ereignisse können dir zu schaffen machen«, sagt Söders Online-Horoskop, »Ruhe und Geborgenheit scheinen zurzeit fast nicht möglich.« Mit zitternder Hand sollte keiner zum Schwert greifen! Eine Umkrempelung der CSU zur Friedens- und Abrüstungspartei, eine Rückbesinnung auf die agrarische Lebensweise und eine flächendeckende Deindustrialisierung scheinen, wo nicht realpolitisch, so doch immerhin astrologisch ge­boten.