Homestory #26

Die Jungle World warnt regelmäßig vor den Gefahren des Klimawandels. Aber was tun die Redakteurinnen und Redakteure eigentlich selbst, um die Umwelt zu schützen?

Laut dem viel zu früh verstorbenen Autor und Musiker Wiglaf Droste ist »das einzige erkennbare Ziel von Jungle World die möglichst ­rasche Vernichtung des Weltwaldbestandes«. Das lustige Bonmot stammt aus dem Jahr 1997, als die Zeitung gerade gegründet wurde. Inzwischen ist vermutlich erkennbar geworden, dass die Zeitung noch ein paar andere Ziele verfolgt, aber es stimmt natürlich, dass für die Herstellung von Zeitungen Wald für das Papier gerodet werden muss und durch den Transport CO2-Emissionen entstehen. Aber Gott sei Dank ist die Auflage dieser Zeitung nicht so hoch, dass sie den globalen Waldbestand ernsthaft gefährden könnte.

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Und sonst? Wie ökologisch geht es bei Jungle World zu? Und was tun und lassen die Redakteure und Redakteurinnen zum Schutz der Umwelt? Fangen wir mal mit dem Thema Mobilität an. Hier schneiden die Kollegen und Kolleginnen richtig gut ab, PKW ­werden kaum genutzt, die überwiegende Mehrheit fährt mit dem Rad oder der BVG zur Arbeit. Im Winter wird die Heizung in den ­Redaktionsräumen abends und am Wochenende runtergestellt und der Müll wird getrennt wie in jedem guten deutschen Haushalt. Nein, halt, stimmt nicht ganz. Zwar wird das Altpapier zum Recyclinghof gebracht, werden die Flaschen entsorgt beziehungsweise vom Pfandflaschensammler abgeholt, aber bei der Trennung von Haushaltsmüll und Wertstoffen herrscht blanke Anarchie. Joghurtbecher, Kefirtüten und Aluschalen wandern in den gemischten Sack, der traurig und unbeachtet herumhängende Müllsack mit der Aufschrift »Gelbe Tonne« gilt eher als Scherz auf Kosten Christian Lindners. Auch Stromsparen ist so eine Sache, wenn bis spät in die Nacht die Computer laufen müssen, die – Stichwort Serverfarmen – natürlich eine Menge Energie verbrauchen.

Immerhin, die letzten Glühbirnen aus der Gründungszeit der Jungle World geben allmählich ihren Geist auf und werden zügig durch Energiesparlampen ersetzt. Da nicht wenige Kollegen und Kolleginnen lichtscheu sind, werden die Lampen nur in wirklich dringenden Fällen angemacht.

Auch die kürzlich angeschaffte Klimaanlage für den heißesten Raum ist aus ökologischer Sicht völlig unbedenklich. Weil es bei dem für die Montage notwendigen Zusatzteil momentan zu Lieferengpässen kommt, steht der Apparat beschäftigungslos in einer Zimmerecke herum und dient als futuristischer Blumenständer.