Homestory #25

Sie sind bei jedem Redakteur und jeder Redakteurin gefürchtet: Mails von Autoren und Autorinnen mit folgendem Inhalt:

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»Wichtige Mitteilung: Computer ist abgestürzt, Text kommt später.«

»Liebe Leute, jemand aus der WG hat versehentlich meine Festplatte gelöscht. Ich muss ins Internetcafe und kann den Kommentar erst heute Abend schicken.«

»Hi, hi, die Reportage ist fast fertig. Nun gab es einen Stromausfall. Habt ihr keinen Ersatz?«

»Guten Morgen, unser Kater hat heute Nacht auf dem Aufnahmegerät gepennt und ist vermutlich auf die Löschtaste gekommen. Das ganze Interview ist weg.«

»Hallo Redaktion, der Stick mit der Rezension ist im ICE verloren gegangen. Es tut mir total leid, aber ich schaff den Termin jetzt nicht.«

»Dear all, meine Tochter (neun Monate) hat auf die Tastatur gekotzt. Textchen bitte noch mal schieben.«

Wenn man in einer gut ausgestatteten Redaktion mit vielen technik­affinen Kollegen und Kolleginnen arbeitet, in der zudem ein schlauer Administrator immer nur einen Katzensprung entfernt ist, liest man solche Mails mit einem gewissen Stirnrunzeln. Kann das denn alles wirklich wahr sein? Seit man selbst im Homeoffice arbeitet, weiß man: Ja, es kann. Die Welt der Technik ist voller Seltsamkeiten und Gemeinheiten und es können einem die verrücktesten Sachen passieren. Zum Beispiel: Plötzlich macht der Internetrouter schlapp, dauernd bricht die Verbindung ab, um dann wieder kurz zu funktionieren. Nur ein neues Gerät kann da helfen. Was im Falle, dass der Computer schlappmacht, eine etwas zu teure Angelegenheit wäre. Ob man den Rechner vielleicht zum Arzt schicken sollte? Immerhin scheinen die Geräte diesen Schritt selbst nahezulegen. Bei einer Kollegin funktioniert die Verbindung zum Netzwerk nicht, woraufhin der Computer ihr auf dem Bildschirm mitzuteilen beliebt, dass sie »ungelöste Synchronisierungskonflikte« hätte. Klingt wie ein Fall für den Psychoanalytiker. Noch dicker kam es bei einem Kollegen, der gleich einen kompletten Ausfall seines Geräts zu beklagen hatte, dessen letzte Worte, während der Ventilator den letzten Seufzer machte, folgende waren: »critical process died«. Da kann auch der Notarzt nichts mehr machen.

Dann doch lieber eine Störung, die nicht technischen, sondern tierischen Ursprungs ist: Denn die Katze einer Kollegin macht es sich am liebsten auf der Tastatur des Laptops gemütlich. Kuscheln statt Arbeiten – wenn das mal nicht utopisch ist.