Chronik rassistischer und antisemitischer Vorfälle

Deutsches Haus #48/2020

Am 22. November stahl ein Mann in einem Geschäft im Essener Hauptbahnhof (Nordrhein-Westfalen) einen Käse, wurde dabei jedoch von einem Ladendetektiv beobachtet und zur Rede gestellt. Daraufhin beschimpfte der 52jährige den Detektiv als »Drecksneger«. Wie aus einem Polizeibericht hervorgeht, setzte der Mann die rassistischen Beleidigungen noch fort, als bereits Polizeibeamte in dem Geschäft eingetroffen waren. Die Bundespolizei leitete gegen den 52jährigen ein Strafverfahren wegen Diebstahls, Beleidigung und Volksverhetzung ein. In Sulz (Baden-Württemberg) hinterließen Unbekannte am 20. November an einem Laternenpfahl vor dem Eingang der örtlichen Moschee mehrere Aufkleber, die von Moscheebesuchern nach dem Freitagsgebet entdeckt wurden. Wie der Schwarzwälder Bote berichtete, war auf den Aufklebern unter anderem der Slogan »Deutschland den Deutschen! Ausländer raus!« zu lesen. Der Leiter der Sulzer Polizeidienststelle sagte der Zeitung, dies sei der erste Fall dieser Art in der Stadt. Die Kriminalpolizei ermittelt. Wie die Bremer Polizei berichtete, befand sich eine 48jährige am 18. November vor einem Supermarkt in der Bahnhofsvorstadt, als sich ihr ein Unbekannter näherte. Der Mann beleidigte sie mit den Worten: »In die Gaskammer mit dir!« Dann entfernte er sich in Richtung Herdentorsteinweg. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung. Wie die Berliner Polizei berichtete, stieg eine Mutter mit ihren drei Kindern am 15. November im Ortsteil Tegel in eine U-Bahn. Eines der Kinder trat in dem Fahrzeug gegen das Bein einer 55jährigen Frau. Diese trat zurück und beleidigte die Mutter und ihre Kinder auf rassistische Weise. Der Staatsschutz ermittelt. Am 12. November trafen drei Kontrolleure in einem Berliner Linienbus eine Frau ohne Fahrschein an. Nachdem die vier Personen aus dem Fahrzeug ausgestiegen waren, beschimpfte die Frau einem Polizeibericht zufolge die Mitarbeiter auf rassistische Weise. Alarmierte Polizeibeamte nahmen die Personalien der 33jährigen auf. Einem Bericht der Berliner Polizei vom 12. November zufolge verengte ein Paketbote mit seinem abgestellten Fahrzeug am Vortag einen Gehweg im Ortsteil Borsigwalde. Ein Unbekannter wies ihn zunächst darauf hin, dass er mit seinem Lieferwagen den Gehweg beschädigt habe, und beschimpfte ihn dann auf rassistische Weise. mst

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