God is a Webmaster

Klick it! von maik söhler
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Das Leben offline wird auch von Bischöfen, Pfarrern, Vikaren und anderen Funktionsträgern diverser Kirchen, Glaubensrichtungen und Sekten geprägt. Manchmal tun sie Gutes, meistens gehen sie einem auf die Nerven. Das Leben online kam lange ganz gut ohne diese Gestalten aus. Doch seit geraumer Zeit drängen auch sie ins Netz. Das ist ihr gutes Recht, denn das Internet ist ja groß genug für alle.

Und so nutzen sie eben die hochmodernen Kommunikationsmittel, um dem zweitältesten Gewerbe der Welt neue Kundschaft zuzuführen. Seit Mai kann sich, wer will, von zuhause aus den Segen eines Geistlichen der Gabrielskirche in Nazareth erteilen lassen. Zwei Online-Messen werden am Tag abgehalten, für sieben Euro gibt es ein persönliches Gebet. Andere Hirten bieten die Seelsorge per Chat an, in Foren diskutieren Gläubige unter sich oder mit Pastoren, Psalme und Gebete werden per SMS verschickt.

Das so genannte Trauernetz, eine altehrwürdige, auf Tod und Trauer spezialisierte Instanz im Internet, erhält seit einigen Tagen die Unterstützung der lutherischen Kirchen. Bei etwa 20 000 Besuchern im Monat, der Möglichkeit, ein Online-Tagebuch der Trauer zu führen, und vielen Links war es nur eine Frage der Zeit, bis höhere Instanzen hier zugriffen. Nur eines gibt es leider immer noch nicht: die Möglichkeit, im Internet aus der Kirche auszutreten. Dafür muss man in Deutschland immer noch zur Behörde – in Berlin sind die Amtsgerichte zuständig.

www.trauernetz.de, www.mirezo.com, www.seelsorge.net, chatseelsorge.evlka.de, www.seelsorge-im-netz.de, www.kirchenaustritt.de