Geschlechtliche Emanzipation und Russische Revolution

Hauptsache Nebenwiderspruch

Geschlechtliche Emanzipation und Russische Revolution.

Im Jahr 1968 veröffentlichte der Stuttgarter Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) ein Plakat mit dem Slogan »Alle reden vom Wetter. Wir nicht«. Schon dass das Motiv von der Deutschen Bahn geklaut war, die lediglich an Stelle der Elektrizitätsbewunderer Marx, Engels und Lenin eine elektrische Lokomotive abgebildet hatte, hätte misstrauisch machen können. Schließlich sollte die Deutsche Bahn bis in die Gegenwart nicht aufhören, über das Wetter zu sprechen, das sich deutschen Pünktlichkeitsnormen gegenüber taub zu stellen scheint. Als die Linke Liste der Universität Frankfurt im Jahr 2002 das Thema wieder aufgriff, kam sie der Wahrheit vermutlich näher. Ihr abgewandelter Slogan hieß »Alle reden vom Wetter. Wir tun was dagegen« und wurde illustriert von der Bauanleitung für eine utopische Wettermaschine. Auch Fragen zu Temperatur, Bewölkung oder Niederschlag spielen eine gewisse Rolle in der Politik und ihrer Geschichte, in der es eben nicht nur schlechte Kleidung gibt, sondern auch schlechtes Wetter. Das gilt auch für die Revolution. Über die deutsche von 1918 schrieb der konservative Antifaschist Sebastian Haffner in seiner Autobiographie »Geschichte eines Deutschen«: »Schon dass der Kriegsausbruch bei prächtigem Sonnenwetter und die Revolution bei nasskaltem Novembernebel vor sich ging, war ein schweres Handicap für die Revolution« – die dann ja auch bekanntlich misslang. Haffner bemerkte es bereits einen Monat später: »Das Schicksal der Revolution war im Grunde besiegelt, als am 24. Dezember die Arbeiter und Matrosen nach siegreicher Straßenschlacht vor dem Schloss sich zerstreuten und nach Hause gingen, um Weihnachten zu feiern.« Demgegenüber fand die Russische Revolution, die im Februar 1917 begann, bessere klimatische Bedingungen vor. Wie der Historiker Orlando Figes vermutet, brach sie wohl auch deswegen aus, weil sich wegen des guten Wetters so viele Menschen auf den Straßen befanden. (1) Schließlich waren es an diesem Tag in Petrograd frühlingshafte fünf Grad unter Null. Missverständlichkeiten Der sonnige Tag, an dem die Russische Revolution ihren Anfang nahm, war der 23. Februar 1917, nach westlichem Kalender der 8. März – der Internationale Frauentag. Während der Frauentag zuvor an unterschiedlichen Tagen begangen worden war, sollte er vier Jahre später endgültig auf das Datum des 8. März festgelegt werden, und zwar – auch wenn diese Tradition immer wieder unsichtbar gemacht wurde – genau aufgrund des Ereignisses der Russischen Revolution. Schließlich war es eine größere Anzahl jener Menschen, deren Geschlecht dieser Tag gewidmet ist, die zunächst für Gleichberechtigung demonstrierten, dann für Brot streikten, schließlich zum Stadtzentrum marschierten und »Weg mit dem Zaren« skandierten. Sie trugen Hosen, kurze Haare und immer öfter Gewehre. Einige Tage und Kämpfe später dankte der Zar ab. Wiederum einige Wochen oder Monate darauf traf die Nachricht davon in den Dörfern ein, in denen die absolute Mehrheit der russischen Bevölkerung lebte. Zunächst füllten sich die Kirchen mit weinenden Bauern, die nicht wussten, was nun aus ihnen werden sollte, nachdem ihnen ihr geliebter Zar, immerhin ein Gott auf Erden, genommen worden war. Kurz darauf, als auch die Landeshauptleute und die regionale Polizei entmachtet waren, dankten sie Gott für den Volkssieg und beteten für die neue Regierung. Dann enteigneten sie das Kirchenland, setzten die Priester ab und weigerten sich, weiter für den Gottesdienst zu zahlen. Nicht nur in den Dörfern, im gesamten Land waren die Reaktionen auf die Revolution sehr unterschiedlich. Manche Russinnen hielten sie für eine »nationale Erhebung« gegen einen zaristischen Hof, von dem es seit einiger Zeit hieß, er sei in Wirklichkeit von Deutschen dominiert worden, andere begrüßten einander mit dem abgewandelten Ostergruß »Russland ist auferstanden!« oder zeigten sich fest davon überzeugt, dass Lügen, Spielen, Stehlen, Fluchen und vor allem Trunkenheit nun auf einen Schlag verschwinden würden. Die Missverständnisse lassen sich nicht ausräumen, noch lassen sie sich zeitlich oder fraktionell ordnen. Denn es wollen nicht nur Gleiche Verschiedenes zu verschiedener Zeit oder Verschiedene Verschiedenes zu gleicher Zeit, sondern auch Gleiche zur gleichen Zeit Verschiedenes. Die Revolution ist – neben anderem – ein Ensemble vielfältiger Missverständnisse, die aber überlagert werden von dem einen Missverständnis – dass alle einander verstehen. Im Augenblick der Erkenntnis ihrer Freiheit zogen die Menschen auf dem Land ihre besten Kleider an, küssten einander und feierten drei Tage lang durch. Die Revolution ist – neben anderem – das Erleben eines Ereignisses des Einverständnisses und zugleich millionenfaches Missverständnis. Die provisorische Regierung in Petrograd, die Russland zwischen Februar und Oktober 1917 zu regieren versuchte, wollte die vielleicht wichtigste Frage der Revolution, die Frage der Landverteilung nämlich, einer Konstituierenden Versammlung überlassen, für die sie die ersten allgemeinen Wahlen vorbereitete. Bis dahin, so vertrat es die Regierung gegenüber den ungeduldigen Bäuerinnen, wären Inbesitznahmen von adligem Land ungesetzlich. Die Bäuerinnen, bildungshungrig in Sachen Demokratie, verstanden und erließen kurzerhand auf den Bauernversammlungen eigene Gesetze, welche die Enteignungen legitimierten. Während die bürgerlichen Offiziere, wenn sie vom Volk redeten, die Nation meinten, zählten für die bäuerlichen Soldaten die Offiziere selbst nicht zum Volk. Deswegen dürften sie es nicht als einen Widerspruch zur Volksdemokratie begriffen haben, den Herren Offizieren damit zu drohen, sie umzubringen, für den Fall, dass sie den Vormarsch befehlen sollten. Von solcher Missverständlichkeit blieben auch die kommunistischen Parolen nicht verschont. Die Konzeption des »Schützengraben-Bolschewismus« durch einfache Soldaten beschrieb ein hoher Offizier, General Brussilow, so: »Sie wollten nur das eine: Frieden, damit sie nach Hause gehen, die Gutsbesitzer ausrauben und frei leben konnten, ohne Steuern zu zahlen oder irgendeine Autorität anzuerkennen. Sie hatten nicht die leiseste Ahnung von den Parteien noch von irgendeinem Kommunismus oder der Unterteilung in Arbeiter und Bauern, aber sie träumten davon, zu Hause ohne Gesetz oder Gutsbesitzer zu leben. Diese anarchistische Freiheit nannten sie Bolschewismus.« Viele Soldatinnen schienen der Meinung zu sein, dass es sich bei »Annexionen«, von denen in der Parole »Frieden ohne Annexionen« die Rede war, um Länder auf dem Balkan handelte, oder hielten die »Internationale« für eine Gottheit. Während der frühen zwanziger Jahre kam auch der antisemitische Antikommunist Henry Ford aufgrund der durchgesetzten »sozialistischen« Rationalisierung und Taylorisierung zu einem ähnlichen Ruhm: Viele Menschen vermuteten, dass es sich bei ihm um eine Art Gott handele, der hinter Lenin und Trotzki stehe. Doch entgegen dem Hochmut des bürgerlichen Historikers und seiner hochgeborenen Zeitzeuginnen hatten sie auch Recht. Ein nationaler Volksbegriff war immer schon wenig revolutionär, geschweige denn emanzipatorisch. Vor allem aber waren Land durch »wilde« Enteignung und Frieden durch Desertion faktisch die Quintessenz der Revolution von 1917, welcher der Bolschewismus in einem kurzen historischen Moment ihren politischen Namen gegeben hatte. Doch entscheidend ist weniger, das Missverständnis im Nachhinein durch Parteinahme und Sortierung auszuräumen, sondern der Umstand, dass es sich nicht ausräumen lässt. Es lässt sich ausräumen nur auf Kosten der Revolution. Genauso wird aber das bolschewistische Politikmodell lesbar, als Versuch, die Vielstimmigkeit der Revolution wieder zum Verstummen zu bringen: in einer Bewegung, die kaum, dass sie die Macht der Räte gefordert hat, erst die bürgerlichen Parteien verbietet, dann die sozialdemokratischen, sozialrevolutionären, anarchistischen Organisationen und Zeitungen zerschlägt, um bald darauf die innerparteiliche Opposition zu unterbinden und schließlich abweichende Gedanken unter Strafe zu stellen. Das Bemühen, die Polyphonie der Revolution auf Linie zu bringen, offenbarte Lenin bereits 1918: »Jede maschinelle Großindustrie (…) erfordert die bedingungslose und strengste Einheit des Willens. (… ) Aber wie kann die strengste Einheit des Willens gesichert werden? Durch die Unterordnung des Willens von Tausenden unter den Willen eines einzigen. Die Revolution hat soeben die ältesten, die stärksten und schwersten Fesseln, denen sich die Massen unter der Knute unterworfen hatten, zerschlagen. Das war gestern. Heute aber fordert dieselbe Revolution, und zwar im Interesse des Sozialismus, die widerspruchslose Unterordnung der Massen unter den einheitlichen Willen der Leiter des Arbeitsprozesses.« (2) Von solchen Äußerungen wird sich nicht nur Lenins alter Lehrer, der Sozialdemokrat Karl Kautsky, missverstanden gefühlt haben, der analysierte, im Sozialismus solle die Stellung der Arbeiterinnen noch unter das Niveau des Kapitalismus gedrückt werden, oder auch der Revolutionär Victor Serge, der bei seiner Ankunft in Russland 1918 in ähnlichen Verlautbarungen Grigori Sinowjews, des Vorsitzenden der Petrograder Sowjets, eine »Theorie der Erstickung aller Freiheit« entdeckte. (3) Von diesem Autoritarismus dürften sich vor allem auch alle Arbeiterinnen verarscht gefühlt haben, die mit der Forderung der »Arbeiterkontrolle« in den Aufstand gegen die Autoritäten gezogen waren. In der Revolution überlagerten sich diverse Affekte, Hass auf alle Autoritäten, Sehnsucht nach Freiheit wie nach Rache und viele andere mehr. Bäuerinnen verhafteten ihre Priester, Hausangestellte zogen in die großen Wohnzimmer und verbannten ihre vorherigen Herrinnen in die kleinen Kammern, sogenannte Frauen rasierten sich die Haare und forderten gleichen Lohn, Kellner demonstrierten gegen Trinkgelder, Prostituierte streikten und Soldatinnen forderten in Solidarität mit den streikenden Arbeiterinnen den 8-Stunden-Tag für Kriegseinsätze. Zugleich wurden Adlige vergewaltigt, Diebe gelyncht und Fremd- oder Reichaussehende verprügelt. Hierin, und nicht in der Einsetzung einer provisorischen demokratischen Regierung oder in der Absetzung dieser Regierung, besteht das Ereignis der Revolution. Die Enteignungen von Großgrundbesitz, die bereits seit Monaten »wild« stattgefunden hatten, nahmen zu, nachdem ein Sozialrevolutionär Agrarminister geworden war, noch mehr, nachdem die bolschewistische Regierung sie »legalisiert« hatte. Nach den Erfahrungen der brutalen Rache, die das zaristische Regime nach dem niedergeworfenen Revolutionsversuch von 1905 an den Bäuerinnen genommen hatte, wussten diese um die Schwierigkeit, lokale Revolutionen gegen eine organisierte Konterrevolution zu verteidigen. Eine Revolution, die (was wünschenswert wäre) das Machtzentrum unbesetzt lassen will, muss zugleich Vorsorge treffen, dass es nicht von anderer Seite besetzt wird. Ein Vakuum hat die Eigenschaft, allerlei Dreck anzuziehen. Zu viele Niederlagen in Revolutionen – von Frankreich 1848 über Spanien 1936 bis Ägypten 2011 – warnen davor, die Bedeutung des fortgesetzten Kampfes um und gegen die Staatsmacht zu unterschätzen. Aber auch das so häufig auf seinen historisch-logischen Begriff gebrachte große Ereignis – Ergreifung der Staatsmacht – wird von der Uneindeutigkeit heimgesucht, von der es sich in seiner präzisen militärischen Organisation abzuheben sucht. Die Oktoberrevolution, die zu ihrem zehnjährigen Jubiläum von der Sowjetregierung fürs Kino Eisensteins gedächtniswirksam als Erhebung der Massen inszeniert wurde, erscheint mit etwas Sympathie fürs Detail als konspirativer Putsch in Form einer Kette von Missgeschicken und Missverständnissen. Angesetzt hatte ihn Lenin gegen den Widerstand seiner Partei auf die Mittagszeit des 25. Oktober, da an diesem Tag der allgemeine Rätekongress tagte, der mit hoher Wahrscheinlichkeit die seit langem erhobene Forderung »Alle Macht den Räten« realisiert und die Entmachtung der provisorischen Regierung beschlossen hätte. Aber die Erstürmung des Winterpalais durch die bolschewistische Militärorganisation, die den Räten vorgreifen und den Bolschewiki einen strategischen Vorteil bringen sollte, musste mehrfach verschoben werden – zunächst auf 15, dann auf 18 Uhr, dann wurde auf eine feste Zeit gleich ganz verzichtet. Im entscheidenden Moment stellte sich heraus, dass es keine rote Lampe gab, die das vereinbarte Startsignal hätte geben sollen. Der Kommissar, der die rote Lampe holen sollte, verlief sich in der Dunkelheit, fiel in eine Schlammgrube und kehrte mit einer Lampe zurück, die sich weder am Fahnenmast befestigen ließ noch überhaupt rot war. Schließlich behauptete Lenin, um die historische Chance auf die Diktatur seiner Partei nicht verstreichen zu lassen, die Regierung sei gestürzt, obwohl noch nichts dergleichen geschehen war. Als die Menschewiki und rechten Sozialrevolutionäre am späten Abend aus Protest gegen die gewaltsame Entmachtung der provisorischen Regierung den Rätekongress verließen und damit das Feld der Macht räumten, war der Angriff auf das Winterpalais noch in vollem Gange. Aber kaum waren die Minister verhaftet, entdeckten die bolschewistischen Arbeiter den riesigen Weinkeller des Winterpalais und begannen ein Saufgelage, das durch keine Disziplin gestoppt werden konnte. Die zur Bewachung des Schatzes abgestellten Kommissare waren nach kürzester Zeit betrunken und der auf die Straße gepumpte Wein wurde aus den Rinnsteinen genossen. Rückblickend mag die glorreiche Stürmung des Winterpalais somit als Missverständnis erscheinen, als die Eroberung eines von wenigen Ministern schlecht bewachten Weinkellers. Bedürftigkeiten Vielleicht war die am meisten missverstandene Theoretikerin der Revolution – kurz vor oder kurz nach Marx – Alexandra Kollontai. Zumindest wurden ihre Polemiken gegen repressive Sexualmoral recht unterschiedlich verstanden. Die Forderung nach freier Liebe – frei von klerikal-staatlichen Eingriffen, ökonomischen Zwängen, patriarchaler Gewalt (4) – interpretierte das Fürsorgeamt in Saratow im Sinne eines »Dekrets zur Verstaatlichung von Frauen«, mit dem es die Ehe abschaffte und sogenannten Männern das Recht auf genehmigte Bordelle zusprach. In Wladimir erstellte das »Büro der freien Liebe« einen Aufruf an alle unverheirateten Frauen zwischen 18 und 50, sich zu registrieren, damit Sexualpartner für sie ausgewählt werden könnten. Im Interesse des Staates, den Kollontai weitgehend aus den sexuellen Beziehungen heraushalten wollte, sollten sogenannte Männer das Recht erhalten, sich unter den Registrierten, auch ohne deren Zustimmung, eine Partnerin zur Fortpflanzung auszusuchen. Gleichzeitig durfte sich die Marxistin Kollontai, weil sie den Klassenkampf durch einen Geschlechterkampf ersetzt habe, von einer Genossin aus der kommunistischen Frauenorganisation Zenotel als »Kommunistin mit einer soliden Dosis feministischen Mülls« beschimpfen lassen. Als 1926 Mitglieder der kommunistischen Jugendorganisation Komsomol an einer Gruppenvergewaltigung teilnahmen, wurde dies auf eine von Kollontai inspirierte Theorie der sexuellen Befreiung zurückgeführt. Der einflussreiche Pädagoge und Sublimationstheoretiker Aron Zalkind hatte schon vorher Kollontai kritisch in seinen »Zwölf sexuellen Geboten« erwähnt. Sie habe vergessen darüber zu informieren, dass die Protagonistin ihrer berühmten Novelle »Liebe der drei Generationen«, welche für sich die gleichen sexuellen Rechte in Anspruch nahm, die traditionell für sogenannte Jungen galten, unter Satyriasis (dem männlichen Gegenstück zur Nymphomanie) leide. Freizügige, häufige Sexualität galt diesen Sowjetideologinnen als ungesunde Energieverschwendung, vor allem aber als unkommunistische Ablenkung von der Arbeit. Zu diesem »Anti-Kollontai« dürfte auch Lenin beigetragen haben, der im Interview mit der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin einen bemerkenswerten Kommentar zur Alexandra Kollontai zugeschriebenen »Glaswassertheorie« abgab, von der er meinte, sie habe »unsere Jugend toll gemacht, ganz toll«. (5) Die Glaswassertheorie der sowjetischen zwanziger Jahre funktionierte dabei anders als der in den achtziger Jahren auf westdeutschen Spielplätzen kursierende Witz, der ein Glas Wasser als Verhütungsmethode anbot – anstelle von reproduktiver Sexualität. Sie benannte die Ansicht, dass Sexualität ein ebenso einfaches Bedürfnis wie Hunger oder Durst sei und dementsprechend ohne weitere romantische Komplikationen befriedigt werden könne. Lenin antwortete: »Nun gewiss! Durst will befriedigt sein. Aber wird sich der normale Mensch unter normalen Bedingungen in den Straßenkot legen und aus einer Pfütze trinken? Oder auch nur aus einem Glas, dessen Rand fettig von vielen Lippen ist? ( … ) Zur Liebe gehören zwei, und ein drittes, ein neues Leben entsteht. In diesem Tatbestand liegt ein Gesellschaftsinteresse, eine Pflicht gegen die Gemeinschaft.« (6) In der Rückführung von Sexualität auf Reproduktion der Gattung und deren Bestimmung als gemeinschaftliche Pflicht stimmte Lenin – einschließlich der biopolitischen und eugenischen Implikationen – mit seinen Kontrahentinnen überein. Durch die Verbildlichung nichtmonogamer oder ungezügelter Sexualität als Glas, dessen Rand fettig von vielen Lippen ist, rief er allerdings nicht nur den in der frühen Sowjetunion prominenten Hygienediskurs auf, sondern vor allem eine klassische heterosexistische Gedankenfigur, die freie weibliche Sexualität mit dem Verlust einer gewissen »Ehre« oder »Reinheit« und damit auch respektabler Attraktivität ver­knüpft(e). (7) Sein profundes Verständnis sexueller Herrschaft und Befreiung hatte Lenin eher unbeabsichtigt schon in »Staat und Revolution« offenbart, seinem letzten Text vor der Revolution, der zugleich sein staatskritischster war: »Allein der Kommunismus macht den Staat völlig überflüssig, denn es ist niemand niederzuhalten, ›niemand‹ im Sinne einer Klasse, im Sinne des systematischen Kampfes gegen einen bestimmten Teil der Bevölkerung. Wir sind keine Utopisten und leugnen durchaus nicht die Möglichkeit und Unvermeidlichkeit von Ausschreitungen einzelner Personen und ebenso wenig die Notwendigkeit, solche Ausschreitungen zu unterdrücken. Aber dazu bedarf es (…) keines besonderen Unterdrückungsapparats; das wird das bewaffnete Volk selbst mit der gleichen Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit bewerkstelligen, mit der eine beliebige Gruppe zivilisierter Menschen sogar in der heutigen Gesellschaft Raufende auseinanderbringt oder eine Frau vor Gewalt schützt.« (8) Der Kommunismus, sagte Lenin damit wider Willen, würde ebenso frei von Staat sein wie der Kapitalismus frei von sexistischer Gewalt. Anders als mit optimistischeren Voraussagen lag er mit dieser Prognose sehr nah an der tatsächlich wenig utopischen Wahrheit des realen Sozialismus. Die Abgrenzung von der Utopie erfolgte hier in zweifacher Hinsicht. Zum einen wird ein paradiesisches Imago des Kommunismus durch die Behauptung der »Unvermeidlichkeit« einer gewissen Gewalt und der »Notwendigkeit« ihrer – gewaltsamen – Unterdrückung durchkreuzt. Zum anderen wird die Möglichkeit dieser Unterdrückung schon in der gegenwärtigen Gesellschaft ausgemacht, die damit bereits Momente der zukünftigen enthält. Aber das wenig unschuldige Beispiel der »zu beschützenden Frau« gibt Auskunft über die Voraussetzungen dieses Arguments einer scheinbar voraussetzungslosen Gewalt »Einzelner«. Die Annahme, dass eine nicht allzu beliebige Gruppe Menschen in aller Zukunft weiterhin auf Schutz angewiesen bleiben müsse – das heißt erstens, dass sie nicht in der Lage sein werde, sich selbst zu schützen, zweitens, dass sie sich der Gewalt immer wieder als geeignetes Objekt anbieten werde –, gilt Lenin als ahistorisch und deren Gegenthese somit als utopisch. Verdeckt wird damit der »systematische Kampf gegen einen bestimmten Teil der Bevölkerung«, durch welchen die geschlechtliche Klasse nicht unähnlich der ökonomischen »niedergehalten«, hervorgebracht und bestätigt wird. Die Politik der Russischen Revolution, auch als bolschewistische, ging hier über Lenins beschränktes Vorstellungsvermögen hinaus. Wenn auch nicht über seine Staatstheorie, deren Anwendbarkeit Lenin in diesem Fall nicht gegeben sah. Denn in der Bekämpfung der – im marxistischen Diskurs der Sowjetunion nicht sogenannten – Geschlechterklassen und der männlichen Herrschaft war es eben der Staat, dem die zentrale Rolle zugedacht war. Denkbarkeiten Sexuelle und geschlechtliche Emanzipation wurde in der sozialistischen Theorie – von Engels über Bebel, Zetkin, Kollontai – im Rahmen einer Kritik der Familie konzipiert, die selbst als in Auflösung begriffen gedacht wurde. Die vorbürgerliche wie die kleinbürgerliche Familie gilt dieser Theorie als Produktionseinheit, die auf Grundlage einer auch geschlechtlichen Arbeitsteilung die für die Reproduktion ihrer Mitglieder notwendigen Lebensmittel bereitstellt. In dem Moment, in dem die (kapitalistische) Industrie Textilien, Nahrung, Werkzeuge billiger zur Verfügung stellen kann, verliert die Familie zentrale »produktive« Funktionen und gerät in eine Krise, die mit der weiblichen Lohnarbeit zugleich eine Krise der patriarchalen hierarchischen Arbeitsteilung ist. In klassisch teleologischer Manier besteht die Aufgabe des Sozialismus darin, die im Kapitalismus begonnene Tendenz zum Absterben der Familie und des in ihr institutionalisierten Sexismus durch die Sozialisierung zu Ende zu bringen, das heißt Vergesellschaftung oder leider eher Verstaatlichung ihrer verbliebenen Funktionen. Wenn Kinder von großen demokratischen und antiautoritären Institutionen aufgezogen werden, Essen nicht mehr in Kleinküchen, sondern in öffentlichen Kantinen zubereitet wird, Alte und Kranke nicht länger von sogenannten Angehörigen gepflegt werden und die Reinigung der Wohnungen nicht mehr privat organisiert wird, dann ist die Familie gänzlich überflüssig und stirbt ab. Und mit ihr die geschlechtliche Arbeitsteilung, also die Grundlage der Geschlechterdifferenz samt der auf Aneignung unbezahlter Reproduktionsarbeit basierenden sexistischen Ausbeutung. Statt sich lange – wie der westliche Feminismus – um Veränderungen innerhalb der Familie zu bemühen, proklamiert der sozialistische direkt deren Abschaffung: »Unsere Aufgabe besteht nicht im Streben nach Gerechtigkeit in der geschlechtlichen Arbeitsteilung. Unsere Aufgabe ist, Männer wie Frauen von der Arbeit im Kleinfamilienhaushalt zu befreien.« (9) Das Problem dieser Konzeption wird deutlich, wenn die als Verstaatlichung konzipierte Vergesellschaftung der Hausarbeit aufgrund ökonomischer Umstände nicht gelingt, weil sich öffentliche Speisung, Reformheime, Kindertagesstätten usw. als Sozialausgaben niederschlagen, an denen der sozialistische Staat wie jeder kapitalistische zuerst kürzt. Die auf die Produktivkraftentwicklung fokussierte Teleologie dieses historischen Materialismus suggeriert, dass Freiheit zur Wahl nur gewährt werden könne und dürfe, wenn durch Einsicht in die Notwendigkeit und deren materielle Bearbeitung alle Möglichkeiten versammelt sind. Nur unter der Bedingung des vollkommenen Überflusses kann Freiheit existieren. Erst wenn Arbeit produktiver ist, darf sie anfangen Spaß zu machen, erst wenn der Zug im Bahnhof steht, dürfen alle mal ans Steuer, erst wenn der Staat fähig ist, sämtliche reproduktiven Arbeiten zu übernehmen, kann die geschlechtliche Ausbeutung abgeschafft werden. Hauptsache Nebenwiderspruch: Erst kommt der Reichtum, dann die Demokratie. Insofern liegt die Familie als kostengünstige Alternative – zumindest übergangsweise – wieder nahe. Und selbst nach gestiegener Produktivkraftentwicklung blieb bis in die späten Achtziger im Wirkungsbereich der Sowjetunion der nicht vergesellschaftete Rest, der an notwendiger Arbeit bis zur totalen Robotisierung immer noch anfällt, in der Hauptsache sogenannten Frauen überlassen. Der Grund dafür liegt, wie etwa Felicita Reuschling argumentiert, in der Abwertung jener notwendigen Arbeiten, die als »reproduktiv« gefasst werden. (10) Diese gelten als rückständig, stumpf, unproduktiv-repetitiv und – größtmögliches Schimpfwort – kleinbürgerlich. Auch Lenin polterte in dem Interview, das er Clara Zetkin gab, gegen die »kleinliche, eintönige, kraft- und zeitzersplitternde und verzehrende Arbeit im Einzelhaushalt«, an welcher die Frauen verkümmerten, so »dass ihr Geist dabei eng und matt, ihr Herzschlag träge, ihr Wille schwach wird«. (11) So wenig sich diese Kritik der »Sklaverei des Spülbeckens« (Maria dalla Costa) abweisen lässt, so erstaunlich ist doch umgekehrt, dass im Kontrast dazu die Fabrikarbeit, zumal die diszipliniert-militarisierte, in solch glänzendem Licht erscheint. Erstaunlich bleibt auch, dass eine stumpfe, rückständige Arbeit entweder vom Staat überflüssig gemacht wird oder von einer traditionell hierfür bereitgestellten Gruppe – Frauen genannt – erledigt werden muss. Diesbezüglich erwies sich Lenin als der undogmatische, antiökonomistische Denker, der er als praktischer Revolutionär auch immer war. Seine Hauptattacke galt den männlichen Genossen, die es als »gegen ›das Recht und die Würde des Mannes‹« betrachteten, in Anführungszeichen gesetzte »Weiberarbeit« zu verrichten. Lenins Schlussfolgerung, die sozialistische Frauenarbeit schlösse »ein gutes Stück Erziehungsarbeit unter den Männern mit ein«, wurde zwar von den Bolschewiki ebenso geteilt wie die Forderung, »Männer« sollten »Frauen« im Haushalt »helfen« (!), sie nimmt aber in der sozialistischen Emanzipationstheorie keinen systematischen Stellenwert ein. Emanzipation wurde über Staat und Lohnarbeit konzipiert, sie enthielt damit eine unhinterfragte Norm, die bestimmte, in welche Richtung die Entwicklung zu gehen hatte. Geschlechtlichkeiten Im Frühjahr 1929 rief der Volkskommissar für Gesundheit, Nikolai Semaschko, ein Gremium von »Experten«, forensischen Gynäkologen, klinischen Psychiatern, Biologen zusammen, die dem Justizkommissariat dabei helfen sollten, über den Antrag der Bürgerin Kamenew auf operativen und juristischen Geschlechtswechsel zu entscheiden. (12) Der Antrag war bei weitem nicht der erste seiner Art, bereits 1923 hatte ein Transmann sich mit einem ähnlichen Anliegen an die Behörden gewandt. Angesichts der Selbstversuche von Intellektuellen, mit Hilfe von Bluttransfusionen Alte jung und Junge weise zu machen, angesichts der Forderung, die Toten wiederzuerwecken, und der Planung, den Mars zu besiedeln, musste die medizinische Überarbeitung eines Körpergeschlechts, das für die Zukunft ohnehin nicht mehr vorgesehen war, eigentlich wie ein Detail erscheinen. In der Debatte um den Antrag der Bürgerin Kamenew, in der die anwesenden Expertinnen – ausschließlich sogenannte Männer – eine Vielzahl von Beispielen geschlechtlicher und sexueller Anormalitäten anführten, zeigte sich allerdings eine bemerkenswerte Begrenzung des sexualreformerischen Biologiediskurses in der frühen Sowjetunion. Das zweifelhafte Recht, eine biologische Abweichung zu sein, wurde nur den Perversen des europäischen und städtischen Russland zugestanden. Für die islamisch geprägten Regionen der zentralasiatischen Sowjetunion hingegen galten geschlechtliche und sexuelle »Anomalien« als Ausdruck einer ökonomischen und kulturellen Rückständigkeit. Im Gegensatz zum Verhältnis zwischen Islam und Homosexualität im 21. Jahrhundert, aber in Übereinstimmung mit dem europäischen Orientalismusdiskurs des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (13) wurden die sexuellen Praktiken dieser Regionen einer »unzivilisierten« Kultur zugeschrieben. Dies ging so weit, dass in diesen Regionen nicht nur die zaristischen Sodomiegesetze intakt blieben, sondern in Usbekistan das 1923 geschaffene sowjetische Gesetz gegen sexuelle Belästigung von Frauen auch auf erwachsene Männer ausgedehnt wurde. Damit sollten vor allem Jungen vor erzwungener Prostitution geschützt werden, es ließe sich aber vermuten, dass sich auch die männlichen russischen Kommissare vor den Avancen der regionalen Männer schützen wollten. In der Diskussion des vom Gesundheitskommissars Nikolai Semaschko einberufenen Gremiums erwies sich jedoch noch eine andere Norm als relevant. Und diese führte zu einer deutlichen Asymmetrie in der Bewertung transgeschlechtlicher Bewegungen. Während Transweiblichkeit nämlich, schwule Effeminierung etwa, als bürgerlich-dekadent, als Bedrohung vor allem des Militärs aufgefasst wurde, wurde Transmännlichkeit zwar als übertriebene Form von Geschlechtergleichheit kritisiert. Diejenigen, die sie für sich beanspruchten, wurden aber zugleich als revolutionäre Bolschewiki, als nützliche Mitglieder der Roten Armee wie der sozialistischen Gesellschaft respektiert. Dies wurde besonders deutlich an der Diskussion um den berühmten Transgender Jewgenja Fedorowna/Jewgeni Fedorowitsch, auf dessen »Fall« im »Expertengremium« mehrfach Bezug genommen wurde. 1922 hatte er eine Postangestellte geheiratet, eine Ehe, deren Legitimität kurz darauf angezweifelt wurde. Aber die Anklage, die auf »Verbrechen wider die Natur« lautete, scheiterte im liberalen Klima der frühen Sowjetunion. Ein sowjetisches Gericht erklärte die Ehe für rechtens, mit dem simplen Hinweis darauf, dass sie einvernehmlich geschlossen worden war. Aber Jewgeni Fedorowitsch hatte nicht nur geheiratet, er war auch Mitglied der Tscheka gewesen. Das war keineswegs eine Ausnahme. Menschen wie sie/er fanden sich in Mengen in der Roten Armee, in den Fabriken, in den Parteiorganisationen. Volkskommissar Nikolai Semaschko selbst hatte bereits sieben Jahre vor dem Expertinnentreffen, 1922, festgestellt, dass die »maskulinisierte« Frau mit zerzaustem, oft schmutzigem Haar, einer Zigarette im Mund, absichtlich schlechtem Benehmen und rauher Stimme ein Massenphänomen darstelle. Die wahren Gegnerinnen bestanden in den gepuderten, gerougten, Nägel feilenden »Damen« der klassenfremden Milieus. Bolschewistische »Frauen«, die Härte, Effizienz, kalte Rationalität, Rücksichtslosigkeit als zentrale Eigenschaften ihrer politischen Subjektivität ausbildeten, waren nicht nur ein Massenphänomen, sie repräsentierten auch das sowjetische Subjektideal. Der Neue Mensch war ein Drag King. Beschränktheiten Diese »kommunistische« Gesellschaft war wesentlich keine Gesellschaft der Männer, sondern eine männliche Gesellschaft, eine Gesellschaft der Männlichkeit. In der frühen Sowjetunion wurden Geschlechter als im Sinne des Fortschritts aufeinander folgende Stadien menschlicher Entwicklung konzipiert, von denen die eine durch die andere zu überwinden ist. Einmal mehr hieß es, alle Menschen würden Brüder – allerdings in den seltensten Fällen warme. Das sozialistische Emanzipationsmodell übernahm somit das liberale, aus dessen Vokabular die Brüderlichkeitsrhetorik ja stammt, befreite es aber von dessen partikularistischer Beschränkung, welche brüderliche Gleichheit als Gleichheit von Brüdern fasst. Die in der Revolution reproduzierte Hierarchie geschlechtlicher Attribute dient nicht wie in Gesellschaften mit heterosexistischer Produktionsweise der Konstitution spezifischer Subjektivitäten gemäß einer vorgeschriebenen gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Die geschlechtliche Opposition wird von einer räumlichen der Sphären (privat/öffentlich) in eine zeitliche (konservativ/progressiv) transponiert. Die Gegenüberstellung lautet dann nicht mehr Heim/Welt oder Arbeit/Familie, sondern Zukunft/Vergangenheit. Nicht von Natur aus beteiligen sich Frauen nur am nachbarschaftlichen Geschwätz übers Wetter und nicht am wissenschaftlichen Diskurs der Öffentlichkeit, sondern aufgrund ihrer sozialen Rückständigkeit. Die geschlechtliche Bewegung der Revolution von 1917 ist universell, es ist die Bewegung einer universellen Maskulinisierung. Die bolschewistische Bewegung, die den Reichtum zur Bedingung der Freiheit erklärt, beschneidet gleichzeitig den Reichtum gesellschaftlicher Möglichkeiten. Auf einer solch künstlich verknappten Basis fällt es schwer, die kommunistische Frage zu stellen, wie die Gesamtheit jener Arbeiten organisiert werden soll, die wir als notwendig anerkennen zur Befriedigung der Bedürfnisse, die uns befriedigenswert erscheinen. Die historischen Geschlechter samt der sie hervorbringenden Beziehungsweisen müssten dafür als affektive, habituelle, intellektuelle, praktische Ressourcen verstanden werden, aus denen eine kommunistische Gesellschaft im Prozess ihrer Befreiung wählen kann. Dies ist der Moment der Freiheit, den die Russische Revolution verfehlt, um etwa die Hälfte. Der begrenzte Universalismus der revolutionären Emanzipationsbewegung lässt sich bis in die »postrevolutionäre« Namensgebung hinein verfolgen. Wie die folgende Liste einiger der schönsten neuen Namen zeigt, waren die Militanz konnotierenden Namen keineswegs so zu nennenden Jungen vorbehalten – das »weibliche A« am Ende weist meistens darauf hin: Marx, Engelina, Rosa, Wladlen, Iljina, Marlen (für Marx und Lenin), Prawda, Barrikada, Oktjabrina, Rewoljuzija, Parischkomuna, Molot (Hammer), Serpina (Sichel), Dasmir (es lebe die Weltrevolution), Diktatura und Terrora. Auch hier allerdings artikulierte sich die Revolution in der Form des Missverständnisses. Namen, die Kindern gegeben wurden, weil sie wegen ihres Klanges für revolutionär gehalten wurden, lauteten auch Embryo, Vinaigrette und – als ginge es darum, mit der zukünftigen Generation auch das Wetter zu ändern – Markisa. Anmerkungen: (1) Orlando Figes: Tragödie eines Volkes, Berlin 2008 (2) Wladimir Iljitsch Lenin: Die nächsten Aufgaben der Sowjetrepublik (1918), zit. n. Karl Kautsky: Terrorismus und Kommunismus (1918), in: ders.: Demokratie oder Diktatur, Bd. 1, Berlin 1990, S. 311 f. (3) Victor Serge: Erinnerungen eines Revolutionärs, Hamburg 1991, S. 82 (4) Alexandra Kollontai: Die neue Moral und die Arbeiterklasse, Münster 1977 (5) Clara Zetkin: Erinnerungen an Lenin, Berlin 1925 (6) Ebd., S. 7, Hervorhebung B.A. (7) Wann können diese Klammern endlich weg? Es nervt. (8) Wladimir Iljitsch Lenin: Staat und Revolution, Berlin 1970, S. 93 (9) Jewgeni Preobraschenski, zit. n. Wendy Z. Goldman: Women, the State and Revolution, Cambridge 1993, S. 6 (10) Felicita Reuschling: Familie im Kommunismus, in: Phase 2 36 (2010), S. 18 ff. (11) Clara Zetkin, Erinnerungen, S. 12 (12) Dan Healey: Homosexual Desire in Soviet Russia, Chicago / London 2001, S. 167 ff. (13) Georg Klauda: Die Vertreibung aus dem Serail, Hamburg 2008 Der Text ist die gekürzte, redaktionell bearbeitete Fassung eines Essays, der in dem im Unrast-Verlag von der Gruppe Inex herausgegebenen Band »Nie wieder Kommunismus? Zur linken Kritik an Stalinismus und Realsozialismus« erschienen ist.

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