Artikel über Geschichte

Karl Pfeifer Palmach
Geschichte Über seine Erinnerungen an die Staatsgründung Israels

Im Palmach

Der mit dem Simon-Wiesenthal-Preis ausgezeichnete Journalist Karl Pfeifer, Überlebender des Holocaust, kämpfte 1948 im Negev für die Unabhängigkeit des Staates Israel. Am 6. Januar verstarb er im Alter von 94 Jahren in Wien. Er verfasste zahlreiche Texte für die Jungle World, darunter auch eine Schilderung seiner persönlichen Erfahrungen während der Zeit der israelischen Staatsgründung (Jungle World 6/2010), die wir an dieser Stelle erneut veröffentlichen. Von mehr...
Menschen winken von einem Schiff aus
Geschichte Im Dezember 1990 begann der Zerfall des albanischen Staatssozialismus

Vom Sozialismus zum Schneeballsystem

Im Dezember 1990 erlaubte die albanische Staatsführung nach wochenlangen Protesten die Gründung unabhängiger Parteien. Damit wurde der Zerfall des Sozialismus in Albanien offiziell besiegelt. Doch die Euphorie der Wende wich bald dem Chaos der Transition. Von mehr...
Affe Mund zu Emoji
dschungel Ein Rückblick auf das Jahr der „Zeitenwende“

Ogottogott!

Ein Blick zurück aufs Jahr 2022, in dem Deutschland in der Vorrunde ganz ohne angedrohten Punktabzug wegen Zeigens der One-Love-Binde aus der Fußball-WM flog und Judenhetze als Kunst verkauft wurde. Von mehr...
Theodor Herzl in Basel
Geschichte In Basel wurde das 125jährige Jubiläum des Zionistenkongresses begangen

Herzl geht nach Basel

Ende August wurde in Basel unter Anwesenheit des israelischen Staats­präsidenten des ersten Zionistenkongresses vor 125 Jahren gedacht. Während bei der Jubiläumsfeier wenig Raum für Dis­kus­sionen blieb, zeigt ein Blick in die Geschichte, wie stark die zionistische Bewegung schon damals gespalten war. Von mehr...
Simon Dubnow bei seiner Ankunft in Vilnius
dschungel Imprint: Auszug aus einer Biographie über den jüdischen Gelehrten Simon Dubnow

Europa am Abgrund

1922 gelingt es dem russisch-jüdischen Historiker Simon Dubnow, die Sowjetunion zu verlassen. Der Emigrant reist über Estland und Riga ins litauische Kaunas und von dort weiter nach Berlin, um sein Hauptwerk »Die Weltgeschichte des jüdischen Volkes« fertigzustellen. Als Hitler an die Macht kommt, flüchtet er am 23. August 1933 in die let­ti­­­sche Hauptstadt Riga, in der seine Familie lebt. Als im Juli 1941 die ­Deutschen Riga besetzen, wird der 81jährige Gelehrte in das Ghetto der Stadt verschleppt. Am 8. Dezember 1941 werden Simon Dubnow und Tausende weiterer Juden aus dem Rigaer Ghetto von deutschen SS-Angehörigen und lettischen Kollaborateuren ermordet. Der hier abgedruckte Auszug aus dem achten Kapitel der Biographie »Simon Dubnow« behandelt die Zeit von Dubnows Ankunft in Estland im April 1922 bis zu seinem ersten Jahr in Berlin, wo er 1923 sorgenvoll den wachsenden Antisemitismus in Deutschland bemerkt. Imprint Von mehr...
Protest in Vilnius 1939
Interview In Litauen verändert der russische Angriff auf die Ukraine die öffentlichen Debatten

»Alle Linken geben sich dem Liberalismus und Nationalismus hin«

Der Verleger Darius Pocevičius kritisiert die Verhinderung von kritischen Debatten über litauische Geschichte, politische Selbstzensur und die Angepasstheit der Linken. Ein Gespräch über Bücher, die man in Litauen heute nicht mehr verkauft bekommt Interview Von mehr...
Collage zur lettischen Geschichte
Geschichte Das Russische Reich entstand durch ein Bündnis von Thron und Altar

Alles ist im Fluss

Über die Daugava, einen Strom der im heutigen Lettland in die Ostsee mündet, führte der Handelsweg in Richtung Schwarzes Meer, dessen Erschließung durch das Reich von Kiew als Auftakt der russischen Staatsgründung gilt. Tatsächlich aber entstand das Russische Reich durch ein Bündnis von Thron und Altar. Von mehr...
Marsch der Legionäre in Riga 2022
Inland Das Gedenken an NS-Kollaborateure in Lettland

SS-Veteranen gegen Putler

Jedes Jahr findet in Riga der »Marsch der Legionäre« zum Andenken an die Veteranen der lettischen SS-Verbände statt. Auch Politiker der an der Regierung beteiligten Partei Nacionālā apvienība nehmen teil. Von mehr...
dschungel Jaanus Samma fusioniert folkloristische Muster mit schwuler Ästhetik

»Es wird besser«

Schwule Ikonographie, baltische Folklore und die Brutalität der Geschichte: In seinen multimedialen Arbeiten beschäftigt sich der Tallinner Künstler Jaanus Samma mit dem Alltag homosexueller Männer in Estland zu Zeiten der Sowjetunion und nach deren Zusammenbruch. Inzwischen, so Samma, habe sich vor allem in den Städten einiges zum Positiven geändert. Interview Von mehr...
Filmstill Written on the Wind
dschungel Die Filme von Douglas Sirk sind noch immer relevant

Der Himmel ist knauserig

Berühmt für seine im Hollywood der Fünfziger gedrehten Melodramen, zog sich der Emigrant Douglas Sirk nach seiner Rückkehr nach Europa in die Schweiz zurück. Das 75. Locarno Film Festival ehrt den Regisseur mit einer Retrospektive. Von mehr...
Shimon Perez und Tzvi Tzur 1963
dschungel Die Netflix-Doku über Shimon Peres ist zu glatt geraten

Der Mann, der Israel bewaffnete

Ein neuer Dokumentarfilm widmet sich dem israelischen Politiker Shimon Peres. Das bewegte Leben des ehemaligen Minister- und Staats­präsidenten, der das israelische Atomprogramm startete und einen nicht lang andauernden Frieden mit der PLO aushandelte, wird allerdings oberflächlich und konventionell erzählt. Von mehr...
Thema Im Krieg appelliert die ukrainische Regierung an die Verbundenheit aus sowjetischer Zeit

Kampf den Faschisten

Wegen des Kriegs verändert sich auch die ukrainische Erinnerungspolitik. Waren die vergangenen Jahre von einer Abkehr von sowjetischen Mythen mit Bezug zum Zweiten Weltkrieg geprägt, wird nun versucht, diese gegen Russland in Anschlag zu bringen. Kommentar Von mehr...
Russische Karrikatur
Thema Die russische Kriegsbegründung rekurriert auf nationale Geschichtsmythen

Der Kampf um die Geschichte

Der russische Präsident Wladimir Putin bedient sich russischer und sowjetischer Geschichtsfragmente, um der Ukraine ihr Recht auf Unabhängigkeit abzusprechen. In der Ukraine sind eigene Geschichtsmythen entstanden, die den Kampf um nationale Unabhängigkeit preisen. Von mehr...
Nach dem Gottesdienst vor der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin, 1. Oktober 1910
dschungel Ein Gespräch mit Rebecca Denz über den Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens

»Die Pressearbeit vorangetrieben«

Das bürgerlich-liberale Judentum im Deutschen Reich organisierte sich im 1893 gegründeten Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Die Organisation trat für gesellschaftliche Gleichstellung ein und versuchte, Judentum und Deutschtum miteinander zu vereinbaren. Vor allem in der Pressearbeit des Vereins waren viele Frauen tätig. Rebekka Denz hat sich mit dem Wirken der jüdischen Frauen beschäftigt. Interview Von mehr...
Paul Grüninger
Geschichte Der Grenzpolizist Paul Grüninger verhalf verfolgten Juden zur Flucht

Polizist und Fälscher

Der Polizeikommandant Paul Grüninger verhalf in den dreißiger Jahren jüdischen Flüchtlingen zur Einreise in die Schweiz und verstieß damit gegen Regierungsanweisungen. Erst in den neunziger Jahren wurde er rehabilitiert. Von mehr...