Das postkoloniale Denken hat an den Universitäten und in den Medien großen Einfluss gewonnen. Es erhebt kulturell homogene Volkskollektive zu Subjekten der Geschichte, schätzt Rationalität gering und tendiert zum Antisemitismus. Diese Charakteristika hat es von antikolonialen Bewegungen übernommen, deren Hinwendung zu Nazi-Deutschland beziehungsweise Japan keineswegs nur strategischer Natur war.
Der BND hatte im Eichmann-Prozess ein »U-Boot«, um Adenauers NS-belasteten Staatssekretär Hans Globke herauszuhalten – doch wer hier aus allen Wolken fällt, ist Teil der Lüge, die er beklagt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs reiste Thomas Mann aus den USA nach Deutschland – in den West- sowie den Ostteil des Landes. Über diese Reise erzählt nun nicht ganz historisch korrekt der Spielfilm »Vaterland«, wobei nicht klar wird, worum es dem Regisseur Paweł Pawlikowski eigentlich geht.
Eine Kulturreise sollte es werden. Was Samuel Beckett dann 1936/1937 in Nazi-Deutschland beobachtete, protokollierte er mit wachsender Abscheu. Die »German Diaries« sind erstmals vollständig erschienen.
Das Programm der AfD widerspricht Interessen und Lebenspraxis derer, die ihr die Stimme geben. Der Erfolg der Partei rührt daher, dass sie als Vehikel von unbearbeiteten Kollektivphantasmen dient.
Mit Adorno, Hannah Arendt und Wolfgang Pohrt den Autoritarismus der Deutschen verstehen: Warum AfD-Wähler keine politischen Lösungen, sondern die Zerstörung des Systems anstreben – selbst um den Preis des eigenen Ruins.
Der Kulturjournalist Jan Jekal hat ein Buch über die Kommunistenjagd in Hollywood geschrieben – doch dreht sich »Paranoia in Hollywood« am Ende mehr um deutsche Exilanten als um das House Committee on Un-American Activities oder Joseph McCarthy.
Die »Leipziger Meuten« waren Gruppen von Jugendlichen aus der Arbeiterklasse, die sich gegen den Nationalsozialismus stellten und Ende der Dreißiger zerschlagen wurden. Der Historiker Sascha Lange legt nun mit »Die Geschichte der Leipziger Meuten« bereits sein drittes Buch vor, das sich mit dieser oppositionellen Jugendbewegung beschäftigt.
Viele, die vor dem Nationalsozialismus flohen, kamen in den Dreißigern in Prag unter. Das Sachbuch »Vertraute Fremde« erzählt, wie großzügig die Exilanten aufgenommen wurden – und wie die Stimmung kippte.
Vor 85 Jahren begann der Massenmord an den Juden von Wilna. Das Tagebuch des polnischen Journalisten Kazimierz Sakowicz erzählt die Geschichte ihrer Vernichtung. An die Öffentlichkeit gelangten die Notizen durch den Einsatz der jüdischen Widerstandskämpferin Rachel Margolis.
Luftkrieg, Amerikanismus, Antichrist: Die digitalisierten Kriegstagebücher Carl Schmitts zeigen den Juristen im Endzeitwahn. Die Vorstellung des göttlichen Gerichts gründet auf Antisemitismus und Antimodernismus.