Beiträge zu NS-Gedenkstätten

Blick aus der Gedenkstätte Yad Vashem
2026/24 Inland In München soll ein Ableger der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen

Bitte redlich argumentieren

Das Bildungszentrum, das die israelische Gedenkstätte Yad Vashem in München einrichten will, ist zum Gegenstand der politischen Auseinandersetzung geworden. Kritiker befürchten, dass Israels Regierung die Erinnerungsarbeit beeinflussen werde.
Schwarz-weiß-Bild vom Theaterplatz in Weimar, 1990
2026/18 dschungel Als jüdisch-amerikanische Schülerin in Weimar

Jungle+ Artikel Die Wahrheit ist ansteckend: Weimar, damals und heute

Als amerikanisch-jüdische Teenagerin lernt Joanne Strasser im Weimar der Nachwendezeit Deutsch und erlebt die Nähe zwischen kultureller Größe und der Geschichte der Verbrechen von Buchenwald. Das jüngste Verbot einer Protestveranstaltung der Gruppe »Kufiyas in Buchenwald« in der Gedenkstätte nimmt sie mit Erleichterung auf, aber etwas anderes ist ihr noch wichtiger. Ein persönlicher Essay
Ein Paar gegen das große Schweigen. Ingelore Prochnow wurde bei ihren Recherchen von ihrem Ehemann Klaus unterstützt
2024/50 Reportage Ingelore Prochnow wurde 1944 im Konzentrationslager Ravensbrück geboren, die Wanderausstellung »Trotzdem da« rekonstruiert ihre Biographie

Jungle+ Artikel »Ich hatte viele Mütter«

Ingelore Prochnow kam 1944 im Konzentrationslager Ravensbrück zur Welt und hat überlebt. Sie wuchs bei Pflege- und später bei Adoptiveltern auf, weil ihre Mutter sie verstoßen hatte. Das hat sie erst mit 42 Jahren erfahren, als sie begann, ihre eigene Geschichte zu rekonstruieren. Die ist nun Teil der Wanderausstellung »Trotzdem da«.
»Vom Grauen sprechen«. Szenische Lesung von Texten Überlebender des 7. Oktober, inszeniert vom ­Institut für Neue Soziale Plastik im Berliner Theater Strahl, 1. Oktober
2024/42 dschungel Deborah Hartmann, Leiterin der Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz, im Gespräch über das Gedenken an den 7. Oktober

»Anscheinend ist vielen nicht klar, was der Holocaust gewesen ist«

Deborah Hartmann leitet seit rund vier Jahren die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz in Berlin. Zusammen mit anderen Gedenkstätten und Stiftungen hat sie eine Gedenkveranstaltung zum 7. Oktober organisiert. Mit der »Jungle World« sprach sie über die Bedeutung dieses Datums für die Erinnerung an die Shoah, die Interventionen ihrer Gedenkstätte und die Angriffe seitens ihrer Gegner.
Margot Friedländer auf dem »Vogue«-Titel (l.), Susanne Siegerts Tiktok-Kanal »keine.erinnerungskultur«
2024/28 Interview Susanne Siegert, Online-Marketing-Managerin und Tiktokerin, im Gespräch über historisch-politische Bildung bei Tiktok

Jungle+ Artikel »Tiktok bietet den großen Vorteil der Freiwilligkeit«

Unter dem Account-Namen »Keine.Erinnerungskultur« klärt die Wahlleipzigerin Susanne Siegert in sozialen Medien über die Shoah auf. Auf Tiktok – wo sie ihre Inhalte mit dem Slogan »Das lernst du in der Schule nicht über Nazi-Verbrechen« bewirbt – folgen ihr knapp 200.000 Menschen, bei Instagram 88.000, einige ihrer Beiträge wurden über eine Million Mal angesehen. Sie plädiert für neue Formen der Auseinandersetzung mit dem Holocaust.
Screenshot der Website ravensbrueck-retreat.org
2024/25 dschungel Ein Retreat in der Gedenkstätte Ravensbrück will dem KZ-System etwas Spirituelles abgewinnen

Das erschlichene gute Gewissen

Eine Veranstaltung in der Gedenkstätte Ravensbrück für »alle Frauen und Menschen, die trans, inter oder nicht-binär sind«, will der Beschäftigung mit dem mörderischen KZ-System eine spirituelle Dimension abgewinnen. Dies läuft nicht nur jeder aufklärerischen Form der Museums- und Gedenkstättenpädagogik zuwider, sondern leistet auch einer Opferparzellierung Vorschub, ganz so, als hätten die Nazis schlichtweg diverse »Minoritäten« auslöschen wollen. Über eine neue Geschmacklosigkeit der deutschen Gedenkstättenindu­strie.
»Plakat von der Wand gerissen«. Die Ausstellungsräume der Gedenk- und Bildungsstätte »Haus der Wannsee-Konferenz« am historischen Ort
2024/19 Small Talk Eike Stegen, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz, im Gespräch über die Beschädigung von Ausstellungsexponaten und israelbezogenen Antisemitismus

»Auf Plakaten wurden ein Davidstern und das Wort ›Israel‹ zerkratzt«

Vor einigen Tagen wurden Exponate einer Ausstellung in der Gedenk- und Bildungsstätte »Haus der Wannsee-Konferenz« zerstört. Die »Jungle World« sprach mit Eike Stegen von der Gedenkstätte.
Markierte Leere. »Ulrichsschuppen« im Hafen von Bremen
2024/17 dschungel Der Gedenkort »Ulrichsschuppen« von Michaela Melián im Bremer Hafen

Die Stadt als Träger

Bis zu 75.000 Menschen mussten im Nationalsozialismus in Bremen Zwangsarbeit leisten, unter ihnen viele Kriegsgefangene, aber auch KZ-Insassen. Nun wurde der von der Künstlerin Michaela Melián konzipierte Gedenkort »Ulrichsschuppen« im Hafen der Stadt eingeweiht.
Innenhof der Leipziger Arbeitsanstalt um 1900
2024/08 Small Talk Daniel Schuch, Initiativkreis Riebeckstraße 63, im Gespräch über einen neuen Lern- und Gedenkort in Leipzig

»Dreh- und Angelpunkt der NS-Verfolgungspolitik«

In der ehemaligen Arbeitsanstalt in der Riebeckstraße 63 im Leipziger Osten soll ein neuer Lern- und Gedenkort entstehen. Die Geschichte des Gebäudekomplexes ist eine von Unterdrückung und Gewalt – vom Kaiserreich über die NS-Zeit bis in die DDR. Der Initiativkreis Riebeckstraße 63 erforscht diese Geschichte und bereitet sie auf. Die »Jungle World« sprach mit Daniel Schuch über die Pläne der Initiative.
Informationstafel zur sogenannten Gedenkspur mit bunten Kreuzen für die in Pirna-Sonnenstein ermordeten Menschen
2023/50 Small Talk Sven Riesel, Stiftung Sächsische Gedenkstätten, im Gespräch über die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein

»Die letzte Station der Todgeweihten«

Die Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein in der sächsischen Stadt Pirna diente den Nationalsozialisten für den Massenmord an psychisch Kranken und Menschen mit Behinderung in der sogenannten Aktion T4. Mittlerweile dient ihr früherer Sitz als Gedenkstätte; nicht so die angrenzende Busgarage. Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten sorgt sich derzeit um ihren Erhalt. Die »Jungle World« sprach mit Sven Riesel von der Stiftung darüber.