Beiträge zu Erinnerungspolitik

Marc Grünbaum
2025/47 Inland Marc Grünbaum, Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main, im Gespräch über Jason Stanleys Vorwürfe

»Stanley relativierte in seiner Rede die Shoah«

Der Philosoph Jason Stanley behauptet, man habe ihm nicht erlaubt, seine Rede in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt zu Ende zu halten. Viele Medien stürzten sich auf die Geschichte: Da zeige sich mal wieder, dass es in Deutschland nicht möglich sei, Israel zu kritisieren. Für die Perspektive der Gemeinde interessierte sich kaum jemand. Die »Jungle World« sprach mit Marc Grünbaum, dem Co-Vorstandsvorsitzenden der Gemeinde, der den Vorgang ganz anders beschreibt.
S-W-Foto von einem alten Franco, salutierend
2025/47 Thema Antonina Rodrigo García, spanische Exilforscherin, im Gespräch über das Ende des spanischen Diktators

»Franco starb einen verdientermaßen leidvollen Tod«

Im französischen Exil warteten Mitte der Siebziger mehr als 220.000 republikanische Widerstandskämpfer:innen, Funktionär:innen, Politiker:innen und Intellektuelle sehnlichst auf die Nachricht vom Ableben Francisco Francos. Antonina Rodrigo García war eine von ihnen. Mit ihr sprach die »Jungle World« anlässlich des 50. Jahrestags vom Tod des spanischen Diktators.
Leben im Würfelhaus. Die Architektur des Elternhauses und das gesellschaftliche Bedürfnis nach Verdrängung
2025/04 dschungel Der Essay »Das Würfelhaus« beschäftigt sich mit Architektur und Verdrängung des Nationalsozialismus in der Nachkriegszeit

Auf den Spuren des Verdrängten

Der Journalist Sebastian Moll versucht zu verstehen, wie aus einem von Hitler begeisterten Flakhelfer nach dem Krieg der brave Sozialdemokrat und engagierte Mitarbeiter einer gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft werden konnte, der sein Vater war.
Massengrab bei Estépar in der Provinz Burgos, ausgegraben im Juli/August 2014. Die 26 Opfer des Jahres 1936 wurden als Republikaner identifiziert
2024/29 Interview Emilio Silva Barrera, Vereinigung zur Wiedererlangung der historischen Erinnerung (ARMH), im Gespräch über Spaniens Umgang mit der Franco-Diktatur

»Es geht um die Deutungshoheit über die Vergangenheit«

Vor 88 Jahren, am 17. Juli 1936, begann der Spanische Bürgerkrieg. Ein Gespräch mit dem Soziologen Emilio Silva Barrera, Gründer der Vereinigung zur Wieder­erlangung der historischen Erinnerung (ARMH), über Spaniens Umgang mit dem Franco-Faschismus.
Gesichter der Opfer des Regimes von Diktator Enver Hoxha. Der Eingang des Museums »Bunk’Art 2«
2024/28 Reportage Ein Spaziergang durch Tirana mit Blick auf Architektur und Geschlechterungleichheit

Jungle+ Artikel Durch die rosarote Brille

In Tirana war Anfang des Jahres die Ausstellung »Der Mann im Schloss« der feministischen Künstlerin Blerta Kambo zu sehen. Ein Spaziergang durch die Architektur der albanischen Hauptstadt mit Blick auf die Geschlechterungleichheit im Land.
Screenshot der Website ravensbrueck-retreat.org
2024/25 dschungel Ein Retreat in der Gedenkstätte Ravensbrück will dem KZ-System etwas Spirituelles abgewinnen

Das erschlichene gute Gewissen

Eine Veranstaltung in der Gedenkstätte Ravensbrück für »alle Frauen und Menschen, die trans, inter oder nicht-binär sind«, will der Beschäftigung mit dem mörderischen KZ-System eine spirituelle Dimension abgewinnen. Dies läuft nicht nur jeder aufklärerischen Form der Museums- und Gedenkstättenpädagogik zuwider, sondern leistet auch einer Opferparzellierung Vorschub, ganz so, als hätten die Nazis schlichtweg diverse »Minoritäten« auslöschen wollen. Über eine neue Geschmacklosigkeit der deutschen Gedenkstättenindu­strie.
Markierte Leere. »Ulrichsschuppen« im Hafen von Bremen
2024/17 dschungel Der Gedenkort »Ulrichsschuppen« von Michaela Melián im Bremer Hafen

Die Stadt als Träger

Bis zu 75.000 Menschen mussten im Nationalsozialismus in Bremen Zwangsarbeit leisten, unter ihnen viele Kriegsgefangene, aber auch KZ-Insassen. Nun wurde der von der Künstlerin Michaela Melián konzipierte Gedenkort »Ulrichsschuppen« im Hafen der Stadt eingeweiht.