Wie im echten Leben

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Rosa blühende Kirschbäumchen, freundliche Steine, knuddelbedürftige Schweinchen, niedliche Landschaften und viele Skills, die man lernen muss, um immer tollere Sachen machen zu können. Klingt nur bedingt nach einem Spiel, mit dem Erwachsene  Stunden verdaddeln können, nicht wahr? Bei Glitch (www.glitch.com, funktioniert im Moment nur auf Einladungsbasis) geht es aber um viel mehr als nur darum, nett zu Bäumen zu sein, um anschließend ihre Früchte ernten zu können, und Tiere lieb zu haben. Der Traum vom unbeschwerten Reisen durch die Spielwelten scheitert spätestens dann, wenn man die erste U-Bahn-Station entdeckt hat: Ohne gültige Papiere darf man nicht mit der Subway fahren. Nun kann man sich die (dann nicht ganz legalen) Dokumente zwar bei Versteigerungen kaufen, aber sie sind nicht vollständig, weswegen man den langen, wirklich ausgesprochen langen Weg zum nächstgelegenen Rathaus antreten muss. Wo man zunächst, wie einem die dort arbeitenden, Anzüge tragenden, sich sehr langsam bewegenden Krokodile unmissverständlich klar machen, im Wartebereich Platz nehmen soll. Wo man als erstes einen Zettel findet, auf dem ein anderer Sans Papier mitteilt, dass er nach 50 Jahren Warten – »ich habe hier eine Familie gegründet, meine Kinder wuchsen hier auf« – nun genug habe und aufgebe. Na super. Und dann geht’s doch recht schnell und man erhält gegen eine Gebühr das wichtigste fehlende Dokument von allen: die schriftliche Qualifikation, Papiere besitzen zu dürfen. Die natürlich ohne die entsprechenden Skills gar nichts wert sind. Um die zu erlangen, muss der Grundkurs Kunst der Bürokratie I absolviert werden, dem sich, ganz sicher, weitere … – na, man kennt das ja aus anderen Spielen und aus dem wirklichen Leben.