Die Debatte über Mikroaggressionen auf dem Campus

Semantical Healing

Der US-amerikanische Psychiater Chester Pierce ersann in den Siebzigern eine Strategie zur Bekämpfung von sprachlichem Rassismus. Seine Theorie der Mikroaggression ­erlebt derzeit auf dem Campus ein Revival.

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Mit einer eigentümlichen Mischung aus Verlegenheit, Ironie und Befremden reagiert die, nun ja, kritische Kultur in Europa auf die Meldungen von einem aktuellen Phänomen an US-amerikanischen Universitäten. Eine »neue moralische Kultur« sei da entstanden, ein System von Empfindlichkeit und Überempfindlichkeit, das alles, was wir uns an Exzessen und Idiotien der Political Correctness vorstellen (auch und gerade wenn man »eigentlich«, nicht wahr, dem Konzept einer achtsamen Sprache und einer semantischen Selbstbestimmung aller Kulturen und Subkulturen durchaus etwas abgewinnen kann), bei weitem zu übertreffen scheint. Man fragt sich, ob Studentinnen und Studenten in einer Gesellschaft, in der rassistische Übergriffe der Polizei an der Tagesordnung sind und politisch und religiös organisierte hegemoniale Kräfte, zum Beispiel im rechten Flügel der Republikanischen Partei oder in den evangelikalen Gruppierungen, in reaktionären Fernsehsendern und den unterschiedlichsten formellen und informellen Zusammenschlüssen, dringlich zurück zu alten Ordnungen der Geschlechter und der Moral Majority wollen, noch alle Tassen im Schrank haben, wenn sie gegen Worte und Wortverbindungen in den Vorlesungen von Professorinnen und Professoren oder von Musikern und Comedians auf dem Campus vorgehen, als könne man durch das Verbot von Worten den politischen und moralischen Schmutz der Welt da draußen fernhalten. Kann eine ausgebeutete Fischfabrikarbeiterin Verständnis für eine Studentin haben, die die Abbildung eines Barockgemäldes mit dem Leda-Motiv als Affront auffasst und von ihrem Kunstgeschichtsprofessor eine »Triggerwarnung« verlangt, da das Bild an sexuelle Gewalt erinnert? Hat da der scheinbar natürliche Hang der amerikanischen Gesellschaft zur Bigotterie einfach nur das Subjekt, das Thema und das Objekt gewechselt? Geht es wirklich um die Universität als in jeder Hinsicht heile Welt einer Mittelschicht, deren eigentlicher Feind vielleicht die Wirklichkeit selber ist? Erleben wir nur eine Welle der konspirativen Hysterie, hinter der sich ein Machtkampf zwischen zwei Fraktionen der »liberalen« Kultur der USA verbirgt (liberale Studenten, die liberale Lehrpersonen terrorisieren, weil sie die schlimmen Wörter benutzen, oder auch nur Wörter, die man mit den schlimmen Wörtern assoziieren könnte)? Wird der Campus zum nächsten Abbild jenes amerikanischen Ideals der protestantischen Kleinstadt, vor der vor langer Zeit schon Alexis de Tocqueville gewarnt hat, in der jeder jeden kontrolliert und Demokratie sich in einer Diktatur des Konformismus auflöst?
Klar, es ist wieder einmal komplizierter. Und erst einmal geht es darum, nicht in die Falle der Reaktion zu tappen, der ein wenig mediales Ballyhoo um die Auswüchse von Political Correctness immer recht kommt, um ihre »Wird man doch noch sagen dürfen«-Geschütze in Stellung bringen zu können.
Einer der Schlüsselbegriffe in dieser Debatte ist die Mikroaggression. Der Begriff wurde 1970 von dem New Yorker Psychiater und Professor Chester Pierce geprägt und beschreibt winzige und wie unbeabsichtigt getätigte Herabsetzungen oder Beleidigungen. Pierce war von der Idee einer emanzipatorischen Erziehung geleitet; die Lehrer und Professoren, das war seine Überzeugung, hätten die große Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten von den Vorurteilen und Denkschablonen zu befreien, die sie in ihrer Sozialisation aufgenommen haben, einschließlich derer, die durch die Religion vermittelt würden. Spielt es eine Rolle, dass Chester Pierce Afroamerikaner ist? Schon hier tut sich diese Falle auf. Es zu erwähnen, könnte sowohl selber eine Mikroaggression sein (die etwa unterstellt, dass es sich um einen Begriff handelt, der in »eigenem« Interesse gebildet wird, und schlimmer noch: Es hat sich in den vergangenen Jahren ein Verschwörungs-Mythem herausgebildet, das auch bei liberalen »Weißen« Anklang zu finden scheint, nämlich dass der ganze Schlamassel von Cultural Studies, Political Correctness und Gender Trouble von einer Handvoll afroamerikanischer und/oder feministischer Professorinnen und Professoren an der amerikanischen Ostküste in den siebziger und achtziger Jahren ausging). Ebenso aber kann es etwas erklären von einer wissenschaftlichen Biographie, die im Zusammenhang mit Bürgerrechtsbewegung und Demokratie steht: Die soziale Krankheit von Rassismus, Sexismus und Klassismus kann nur überwunden werden, wenn es eine gemeinsame Sprache gibt, die nicht die Sprache der Hegemonie und des Mainstreams, sondern des Respekts und der Gleichberechtigung ist. Dabei wissen wir natürlich, dass man »Sprache« nicht einfach als Gebrauch von Worten verstehen kann. Mikroaggressionen können viele, auch nonver­bale Formen annehmen, sie bleiben immer gerade unterhalb des Radars von Gesetz und Code.
Die Kritik an dieser Anwendung des Modells von Mikroaggression an den Cultural Studies und der Political Correctness beruht auf zwei Vorstellungen:
Erstens könnte der Versuch, durch den kritischen Diskurs zu einer gemeinsamen Sprache zu gelangen, also aktive, diskursive Konfliktbewältigung zu betreiben, in sein Gegenteil umschlagen, nämlich in einen Kult der Kränkung (wenngleich eher larmoyant als militant) und die Selbstidentifikation als Opfer. Dann wäre das Ziel eben nicht eine gemeinsame Sprache, wie Pierce sie sich vorgestellt haben mochte, sondern so wie in den anderen Kulten der Kränkungen das Gegenteil, nämlich eine Verfestigung der Differenz, letztendlich die Konstruktion einer Situation der unmöglichen Kommu­nikation. Menschen, die nur darauf zu warten scheinen, gekränkt zu werden, machen uns auch im alltäglichen Leben oft schwer zu schaffen. Die Ahnung lauert allenthalben, dass eine Opferrolle auch ausgenutzt werden könne.
Die zweite Kritik, auch sie gewiss mehr als berechtigt hier und da, bezieht sich auf die Möglichkeit, mit der Forderung nach Ächtung aller Formen von Mikroaggression – ob sie nun willkürlich gesendet oder nur als solche »empfangen« werden – das System, das sie überhaupt ermöglicht, die Liberalität und ihren Diskurs zu überdehnen. Statt eine gemeinsame Sprache zu formen wäre dann das Ergebnis, die Metasprache – des Liberalismus, der Wissenschaft und Aufklärung, die Milieusprache des Campus etc. – zu vernichten. Im schlimmsten Fall führte dies nicht zu einer gemeinsamen Sprache, sondern zu einem Verstummen.
Die Reaktion auf das Phänomen, mag es derzeit auch Blasen schlagen, wäre also nicht in einer neuerlichen Psychologisierung zu suchen (die verweichlichten und verunsicherten Kinder der neoliberalen Spaltung, entstammend Familien, in denen es entweder zu viel oder zu wenig Protektion gab, ratlos gegenüber der absehbaren bürgerkriegsähnlichen Spaltung des Mittelstands in einen reaktionären und einen liberalen Teil etc.), sondern in einer Form der Aufklärung der Konzepte. Denn das Projekt einer gemeinsamen, respektvollen Sprache ist ebenso notwendig wie das Projekt von »sicheren Orten« (safe spaces) und das der Erkenntnis von Mikroaggressionen, wenn nicht die vorherigen Modelle der Konfliktbewältigung durch Aggression oder Separation wieder vorherrschend werden sollen. Paradoxerweise nämlich stecken in der neuen Form, über die Bewusstmachung der Mikroaggression zu einer gemeinsamen Sprache zu kommen, auch wieder diese beiden vorherigen Methoden der Konfliktbewältigung, nämlich der Kampf zwischen verschiedenen Gruppen und die Separation voneinander, allerdings in einer eher latenten Form. Die dialektische Aufhebung von Aggression und Separation in dem von Pierce erhofften Heilungsprozess ist zunächst nicht vollzogen, sondern nur erträumt.
Die Mixtur von Psychologie, Moral und Politik in den Konzepten von Political Correctness, Mikroaggression und Triggerwarnung verbirgt nicht, dass es sich im Kern um einen Machtkampf handelt. Er hat an Heftigkeit so drastisch zugenommen, weil er mit den Internetforen, Blogs und Sozialen Netzwerken »Waffen« gefunden hat, die über die Diskursgemeinschaft ­hinaus wirksam sind. Die immer wieder geäußerte Klage jener liberalen Professoren, die sich durch die moralische Bewegung liberaler Studentinnen und Studenten durchaus terro­risiert sehen, läuft darauf hinaus, dass allzu oft direkte Debatten und Konfrontationen gemieden und stattdessen Beschwerden und Reaktionen auf tatsächliche oder vermeintliche Mikroaggressionen in eine Welt hinausgepostet werden, die den liberalen Professorinnen und Professoren ohnehin nicht sonderlich wohlgesinnt ist. Die möglichen Folgen einer solchen Erweiterung in die Öffentlichkeit, aber auch in Administration und ökonomisches Umfeld, sind den Protagonisten der neuen moralischen Bewegung wohl selbst nicht immer ganz klar, ebenso wie die nicht minder wahrscheinlichen Restriktionen ganzer Wissensareale. Die digitale Verstärkung macht aus der internen Waffe der Kritik eine externe Waffe gegen die Diskursgemeinschaft selbst. Diese Waffe wiederum kommt gerade recht, um eine Diskurs­gemeinschaft wie die Universität zu transformieren in eine neoliberale Karrierefabrik, die im Übrigen nur funktioniert, wenn sie zugleich als soziale Marginalisierungsmaschine wirkt. Allein die Tatsache, dass man sehr rasch eine weit über den Campus hinaus wirksame Öffentlichkeit mobilisieren kann, verleiht einer vernetzten neuen moralischen Bewegung ein erhebliches Bedrohungspotential. Diese Macht ist vielleicht stärker, auf jeden Fall aber ganz anders als die einer »Rebellion«.
Im Trigger-Phänomen treffen sich zwei Impulse des politischen Kampfes, die man sich vordem unterschiedlicher nicht vorstellen konnte, nämlich eine diskursive demokratische Einigung auf die Political Correctness, der natürlich von Anfang an auch eine eifernde, bigotte, dogmatische Seitenlinie angehörte, in der der größte Spaß das Verbieten und das direkte Reagieren auf »Verstöße« ist, eine Form des narzisstischen, moralischen Machtgenusses. Mit dieser Fraktion hatte eine rechtsliberale, »coole« und spöttische Kritik immer vergleichsweise leichtes Spiel. Aber sie war doch nicht das Wesen einer solchen Bewegung zur semantischen Emanzipation. Auf der anderen Seite ist die marktförmige globale Gesellschaft des Neoliberalismus durchzogen von einer Kultur der Kränkungen und des Gekränktseins. Kränkungen legitimieren Gewalttaten, Kränkungen – etwa in der Form des »Dissens« oder des Cybermobbings – wurden schon zum finsteren Herzen der neuen Jugendkulturen. Kränkung scheint die einzige Beziehung zwischen den Gewinnern und den Verlierern in der immer noch wachsenden Ungleichheit. Waren­objekte, Markenzeichen, Freizeitaktivitäten und Medienevents verwandeln sich in soziale Kränkungsmaschinen. »Du Loser! Du Opfer!« schreien schon die Wearables an Kinderkörpern einander zu. Das ist die Schattenseite einer performativen Liberalität. Gesellschaften, die keinen politischen Plan haben, sind vom Prinzip der Kränkung besessen. Kränkung und Gekränktsein sind Waffen von politisch entmachteten und von entpolitisierten Menschen, die auf diese Weise in erneuerter, »geheiligter« Form die Kampfplätze der marktförmigen Gesellschaft betreten oder sich an ihren Rändern ansiedeln.
In der neoliberalen Gesellschaft ist die Konstruktion von Minderheiten marktförmig ge­regelt. Die alten religiösen, rassistischen oder patriarchalen Vorurteile sind zwar aus den ­offiziellen Diskursen verbannt, sie sind aber gleichwohl auf zwei sehr unterschiedliche Weisen weiterhin auf dem Markt. Zum einen im Wirken mehr oder weniger geduldeter fundamentalistisch-reaktionärer Personen und Institutionen – mehr oder weniger alle europäischen Gesellschaften leisten sich einen faschistischen und halbfaschistischen Untergrund mit festen Beziehungen zum Mainstream, der ein unentwegtes Bedrohungspotential für alles, was »Minderheit« sein könnte, darstellt und seinen Teil dazu beiträgt, das Regieren in einem permanenten Ausnahmezustand zu ermöglichen. Rechtsextremismus existiert, weil er »nützlich« ist, und weil Geld und Macht in ihm zirkulieren.
Zum anderen sickern die Aggressionen in der Tat von den großen Diskursen in die kleineren Dispositive. Es ist durchaus keine Schimäre, dass sich rassistische, homophobe und sexis­tische Aggressionen als Auflösungen und Maskierungen fortpflanzen. Dass sie in Sportreportagen, Karnevalsreden, Talkshows, Bestseller-Büchern, Zeitungsartikeln, Internetforen, Werbung und Behördensprech virulent sind, nur zum Beispiel, dass nicht nur die Sprache Einzelner, sondern die öffentliche Sprache von Mikroaggressionen durchsetzt ist, lässt sich kaum leugnen. Es sind die Funken, die überspringen vom rechtsextremen Untergrund unserer Kultur in die semantischen Dispositive des Mainstream, und die überspringen von der Mikroaggression im Alltag in die Mikroaggression des Regierens (dazu muss man nicht erst die Sprache untersuchen, mit der unsere Politiker, meistens irgendwie »politisch korrekt«, über Flüchtlinge sprechen), was uns zu schaffen macht. Die neuen moralischen Bewegungen sind demnach auch Ausdruck der Erfahrung, dass man mit traditionellen Mitteln von Kritik und Aufklärung ins Leere läuft; es ist der Reflex des Wandels einer Herrschaft der Diskurse zu einer Herrschaft der Dispositive. Die Forderung nach einer Frauenquote in bestimmten Berufsfeldern zum Beispiel ist im Wesen undemokratisch, und wie es mit dem Respekt und der Würde dabei aussieht, ist auch so eine Frage. Aber was hilft sonst, wenn diese Berufsfelder so sexistisch versteinert sind, dass sie keinen anderen Weg zur Veränderung zulassen? Ein Safe Space ist ein Raum, in dem gewisse Prinzipien von Demokratie und Liberalismus außer Kraft gesetzt sind. Aber was hilft sonst, wenn verbale und physische Gewalt von der demokratischen Gesellschaft nicht unterbunden werden können? Es ist, man kann es drehen und wenden, wie man will, eine ­Bewegung in die Widersprüche hinein und nicht aus ihnen hinaus.
Die erste Crux ist, dass solche Aggressionen und Herabsetzungen ja nicht verschwinden, wenn ihr offener verbaler Ausdruck untersagt ist. Die rassistischen Impulse werden, zum Beispiel, in »kleinere Münze« verwandelt, sie suchen sich Ausdruck an den Rändern der ­Legitimität und der Legalität. Wie das funktioniert, kann man bei jeder Internet-»Diskussion« zu einem »heiklen Thema« sehen. Die zweite Crux aber ist, dass die öffentlichen Diskurse, die demokratischen Vereinbarungen und semantischen Codes immer weniger die wirkliche Stimmung abbilden. Wir leben daher in Gesellschaften, die selbst nicht wissen, wie rassistisch, sexistisch, homophob, xenophob usw. sie eigentlich sind. Das einzige, was wir sehr genau registrieren, ist dass es zähe Kräfte gibt, die beharrlich die demokratischen und (im ­ursprünglichen Sinn des Wortes) liberalen Diskurse unterlaufen. Der Mangel an Aufklärung und Selbstaufklärung in der Spät- und Postdemokratie führt dazu, dass das äußere Bild und die innere Verfassung einer Gesellschaft (so sie diesen Namen noch verdient) so weit auseinanderklaffen, dass man mit keiner verlässlichen Rückkopplung zwischen mikroso­zialen, gesellschaftlichen und staatlichen Impulsen mehr rechnen kann. Genau das, wovon die Vertreter der Postdemokratie unentwegt schwätzen, gibt es nicht mehr: die »gemeinsamen Werte«. Zwischen Subjekt, Gesellschaft und Staat gibt es keine gemeinsame Sprache mehr, sondern nur gemeinsame Rituale und Events. Man könnte wohl sagen, auch die Sprache würde im Neoliberalismus weitgehend privatisiert. Vielleicht hilft es, die moralische Bewegung zu Triggerwarnung und Mikroaggression auch als Symptom einer Sprechkrise unter den Bedingungen von Neoliberalismus und Postdemokratie zu verstehen. Die neuen moralischen Bewegungen sind Ausdruck eines tatsächlichen oder vermeintlichen Scheiterns des Politischen. Die Frage ist, ob sie zugleich Instrumente einer weiteren Entpolitisierung sind. Kehren wir deshalb noch einmal zu den US-amerikanischen Universitäten zurück, an denen das Phänomen so weithin sichtbar wurde, und zurück zu der Behauptung, es spiegelten sich Machtkämpfe in den moralischen Auseinandersetzungen, die mit den traditionellen demokratisch politischen Mitteln nicht mehr zu führen sind.
Wir erkennen hier mehrere Konfliktfelder. Offener Rassismus, Sexismus und Klassismus sind wohl schon deswegen kaum zu finden, weil es Regeln und Gesetze gibt und die ausgetragenen Konflikte innerhalb der Grenzen dieser Regeln und Gesetze stattfinden: Der Campus hat schon von vornherein Aspekte eines Safe Space, zugleich aber ist dieser Campus auch Abbildung der gesellschaftlichen Strömungen und hat deswegen auch genauso viele Aspekte eines Haifischbeckens. (An deutschen Univer­sitäten mit ihren Nazi-Burschenschaften sieht das freilich ein wenig anders aus. Tatsächlich entstehen ja viel mehr faschistische und halbfaschistische safe spaces als etwa feministische oder »multikulturelle«, nur nennt man es nicht so, wenn Nazis unter sich sind und ihre Sprachregelungen betreiben.)
Konflikt eins ist der zwischen privilegierten, mittleren und unterprivilegierten Gruppen auch an der Uni. Man muss dazu nicht die einschlägigen Untersuchungen zitieren, der Augenschein genügt: Auch die Universität ist kein Ort, an dem klassen-, »rassen-« und gender­basierte Ungleichheit aufgelöst wird (allenfalls als Ritual der Gleichheit, als ein allgemeiner Konsens, die reale Ungleichheit nicht auch noch ideologisch zu rechtfertigen); im Gegenteil, wie jede andere soziale Einrichtung im Zeitalter des Neoliberalismus ist auch die Hochschule ein Instrument, die Gewinner zu stärken und die Verlierer zu schwächen (und wie jede andere soziale Einrichtung lässt auch die Hochschule signifikante Ausnahmen zu, um ihre Erzählung nicht zu gefährden). Man kann also jenseits der moralisch-semantischen Problematik zuerst einmal sagen, dass Political Correctness und Triggerwarnung eine Waffe der Unterprivilegierten gegen die Privilegierten sind. Bei näherer Betrachtung wird selbst das sich eher als Konstrukt erweisen, und man wird viel eher eine Strategie der Mitte am Werk sehen, sich nach allen Seiten abzusichern.
Semantische Safe Spaces verhalten sich ­immer zu zwei anderen Semantiken, nämlich der des »dumpfen« allgemeinen Sprachgebrauchs, mit allen seinen Einlagerungen, Konnotationen und Mehrdeutigkeiten, und den Sprachwaffen von in aller Regel rechtsgerichteten Aggressoren.
Safe Spaces, Political Correctness, das Konzept der Mikroaggression und die Triggerwarnung sind Defensivmaßnahmen marginalisierter Gruppen und Individuen im Angesicht der Privatisierung des Staates und des Verschwindens von Gesellschaft. Dieses Konfliktfeld zwischen den Unterprivilegierten und den Privilegierten senkt sich freilich in jede einzelne empfindsame Seele: Denn die Institution als ganze wiederum ist ja privilegiert, jedenfalls in Bezug auf die Unterprivilegierung, während der Student aus privilegierten Verhältnissen (mit mehr oder weniger sicheren Karriereaussichten) ei­niges von seinen Privilegien abgeben muss. In Deutschland hieß das, sich der Mühe von Doktorarbeiten zu unterziehen, was die Privilegierten so ungern machten, dass sie gern Dienstfertige damit beauftragten oder sich die Sache sonst zu erleichtern versuchten, was einigen wenigen von ihnen später immerhin zum politischen Verhängnis wurde. Die Hochschule trennt das studierende Subjekt, so oder so, temporär von seinen sozialen Wurzeln ab. Eine Form von Sicherheit kann die Institution aber nicht einmal mehr im Sinne eines Milieus geben. Kurzum: Die Universität ist ein paranoider Ort.
Der zweite Konflikt ist der zwischen Studentenschaft und Institution. Eine offene Rebellion oder eine radikale Fragestellung kommt sicher nicht mehr in Frage, zu groß ist die ökonomische und biographische Erpressbarkeit. ­Daher wird nach weniger riskanten Formen gesucht, die Auseinandersetzung mit der auto­ritären Institution zu suchen. Tatsächlich gibt man ein wenig von dem Druck, den die Institution ausübt, auf diese Weise zurück. Der moralische Druck ist eine Antwort auf den ökonomischen Druck; auf der Strecke bleibt dabei unter Umständen nicht nur die Politik, sondern auch der wissenschaftliche Diskurs. Denn tatsächlich geht es, wenn es nicht um Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Bewohnern der Campuswelt zu tun ist, immer auch um die Auseinandersetzung darum, was Wissenschaft, vor allem was Sozial- oder Geisteswissenschaft eigentlich ist und welche Rolle sie in der, nun ja, Gesellschaft spielen soll. Wo beliebig und subjektiv definiert werden kann, was Mikroaggression ist, hat das Konzept seinen Wert für Erkenntnis und Kritik verloren. Dabei geht es keineswegs darum, gleichsam die Grenzwerte für Mikroaggression »tolerant« nach oben zu bewegen, es geht vielmehr um die Arbeit von Analyse und Begründung.
Die Konzepte von Mikroaggression und Trigger, die ihre volle Wirkung erst durch Internet und soziale Netzwerke bekommen, führen zu einer neuen Entfremdung zwischen Professoren und Studenten. Dadurch wird fatalerweise nicht etwa eine neue Form von Machtgleichgewicht erreicht, sondern der locus of control wird außerhalb von Seminarraum und Campus verlegt, zur Universitätsleitung und einflussreichen Sponsoren, zu Medien und in die Öffentlichkeit. Während die Universität scheinbar konfliktfreier gemacht wird, wird der Konflikt in Wahrheit an die Player außerhalb delegiert. Es ist ganz klar, dass dabei eine Entmachtung der Professoren stattfindet, allerdings nicht zugunsten einer Ermächtigung der Studenten, sondern zu einer stärkeren Fremdbestimmung der Universität. Nicht zuletzt das ist ein Merkmal der derzeitigen Debatte über die neue moralische Bewegung: Die Universität wird hier zur Bühne des Konflikts zwischen dem liberalen und dem sozialen Anspruch der dynamisch-prekären Mittelklasse. Ein medialer Spin Doctor der »Libertären« könnte sich wohl sagen: Gäbe es diese neue moralische Bewegung an amerikanischen Universitäten nicht, man hätte sie erfinden müssen, um eine gewünschte Stimmung in der Öffentlichkeit (der nichtakademischen zumal) zu erzeugen. Und plötzlich kommt einem der leise Verdacht: Vielleicht ist sie ja auch bis zu einem gewissen Grad erfunden! Eine gepimpte Sammlung von ein paar grotesken Einzelfällen, ein bisschen Internet-Hype, ein paar liberale Professoren, die sich gerade nicht besonders wohl fühlen …
Anyhow. Statt Studenten von ihrer sozialen Krankheit zu heilen, hat die Krankheit nun die Institution Universität erfasst. Das mag nirgendwo so deutlich und grotesk erscheinen wie in der offen konformistischen Gesellschaft der USA, aber es beginnt auch an europäischen Universitäten. Aus dem Gestus der Solidarität ist einer der performativen Patronage geworden, was man für sympathisch halten kann oder auch für eine weitere Form der gegenseitigen Entwürdigung und Entmündigung. Von Pierces Konzept einer Heilung durch Bewusstsein jedenfalls ist man so weit entfernt wie von einem linken Projekt gesellschaftlicher Veränderung.
Es geht endlich um einen dritten Konflikt, nämlich den zwischen dem Selbstbestimmungsrecht und dem Drang des Konformismus. Der Konformismus einer Kontrollge­sellschaft ist letztlich schwerer zu bekämpfen als der Zwang einer Disziplinargesellschaft. Es handelt sich dabei schließlich um freiwillige Unterwerfungen unter informelle und dynamische Normen, die in ihrer Verbindung mit Karriere- und Aufstiegschancen indes tiefer wirken als eine direkte Forderung. So wird die Liberalität der Hochschule ihr selbst zum Verhängnis, da sie zwar eine gewisse negative Freiheit von Verhalten und Ansichten und natürlich eine allgemeine Toleranz produziert, aber keine wirkliche Demokratie. Vielleicht also sind Safe Spaces und Triggerwarnungen auch zu verstehen als Reaktionen auf einen Konformitätsdruck, dem man einzeln nicht gewachsen ist. Die »Empfindlichkeit« entspricht dabei auch dem Druck, der auf den einzelnen Menschen ausgeübt wird. Wer von den vorgeschriebenen Rollen und Codes abweicht, muss wissen, dass das die Karriereaussichten reduziert. Liberalismus, Demokratie und soziales Verhalten sind dermaßen in Widerspruch zu­einander geraten, dass es keinen anderen Ausweg mehr zu geben scheint als die Beziehungen fundamental zu moralisieren. Man könnte vielleicht sagen, da entstehe eine Art Religion ohne inneren Kern. Der Safe Space als Heilsversprechen, die Triggerwarnung als Gebet an das gebannte Unnennbare, das seine Anwesenheit gerade in der Abwesenheit zeigt: Aus dem demokratisch vereinbarten Sprachgestus wird das fundamentalistische Tabu.
Die Empfindsamkeit freilich hat möglicherweise einen ganz anderen Grund, zu dem wir durchaus Parallelen aus der Geschichte kennen. Der Eintritt in die Geschichte, wie er eigentlich einem Menschen mit höherer Ausbildung »zustehen« sollte, ist höchst fraglich; »das System«, was immer man sich darunter vorstellt, ist unveränderbar (auch wenn es absehbar katastrophal wirkt), für eine Revolte gibt es kein Subjekt, Entscheidungen sind »alternativlos«, und selbst wer unter dem Motto »Yes, we can« angetreten ist, musste an der zähen Macht der Verhältnisse und ihrer Nutznießer scheitern. Empfindsamkeit entsteht aus einem katastrophalen Missverhältnis zwischen innerer Befä­higung und äußeren Möglichkeiten. Was in den Schwellenländern so dramatisch aufscheint, die Anfälligkeit einer gut ausgebildeten, aber chancenlosen Jugend für Kulte und Kulturen der Kränkung, verlagert sich in den alten Kernländern des Kapitals in bestimmte Wissens- und Diskursfelder und in bestimmte Zonen der Marginalisierung.
Dieses melancholische Gefühl der Ohnmacht mag zum einen zu einem »Rückzug ins Private« führen, womit ja nicht unbedingt gemeint ist, dass man sich nur noch um seinen eigenen Kram kümmert, sondern vielmehr als einzig Veränderbares das ansieht, was man in seinem eigenen Leben zustande bringt (ökologisch und sozial). Man ist also, um es vorsichtig zu sagen, gegenüber den kleinen Schritten »sensibilisiert«, hat keine großen Weltmodelle und Revolutionen im Kopf wie die Mütter/Väter oder Großmütter/Großväter, die sich dabei um Kleinigkeiten nicht kümmerten (was sie aus heutiger Sicht im Übrigen oft einigermaßen arrogant erscheinen lässt). Und so wie man mit kleinen Fortschritten, und seien es solche bei der eigenen Müllproduktion und dem eigenen Energieverbrauch, zufrieden sein muss, wird man umgekehrt empfindlich gegenüber kleineren Erregungen und Angriffen. Je weniger das Große zu verändern ist, desto empfindlicher wird man im Kleinen. Den tatsächlichen oder vermeintlichen Mikroaggressionen stehen mikropolitische und mikrosoziale Konzepte gegenüber. Die neue Empfindsamkeit ist dabei aber auch kaum vorzustellen ohne die subjektive Erfahrung von politischer Ohnmacht. Die Nerven müssen dort blankliegen, wie man so sagt, wo noch das wenige, das erreicht wurde, wieder in Gefahr ist.
Aber die Gefahr besteht auch, dass man genau an dem erkrankt, vor dem man sich zu schützen versuchte. So berichtete die Professorin Jeannie Suk in einem Artikel für den New Yorker von Harvard-Jurastudenten, die in einem Seminar über Gesetze zur sexuellen Selbstbestimmung und sexueller Gewalt verlangten, das Wort »verletzen« nicht zu gebrauchen, nicht einmal im Sinne von »das Gesetz verletzen«, denn das könne, zumal ohne Triggerwarnung, die Gefühle von Kommilitoninnen, nun eben, verletzen, die möglicherweise selbst einmal Opfer von Gewalt wurden. Wichtig ist auch hier der wiederkehrende Fall: Nicht ein »betroffener« Mensch meldet das Konzept an, sondern jemand, der für ihn zu sprechen beansprucht. Damit schwappt die Political Correctness in schlichte Verdrängung über: Wir stellen uns lieber keine Juristen vor, die einen Nervenzusammenbruch erleiden, wenn das Wort »Gewalt« in einem Prozess auftaucht. Offensichtlich haben die ursprünglichen Widersprüche in den Konzepten von Political Correctness, Triggerwarnung und Safe Spaces in einem sonderbaren Rückkoppelungseffekt dazu geführt, dass sie sich nicht mehr lösen, sondern nur noch verstärken, und zwar bis zu einem Punkt, an dem die Mainstream-Gesellschaft diese Konzepte am ehesten als Bedrohung ihrer grundsätzlichen Liberalität empfindet. Was sich etwa in der Kritik populärer Comedians an dieser moralischen Unduldsamkeit und semantischen Zucht zeigt. Hier geht es schließlich nicht mehr um bloße Humorlosigkeit und Bigotterie, sondern um ein Prinzip der Freiheit. Ein anderes Beispiel, schon ein wenig breitgetreten, betrifft jene Studentin, die einem Kommilitonen in der Internetöffentlichkeit vorwarf, die Teilnahme an einer Gesprächsrunde über die Situation der »Latinos« mit dem Hinweis abgesagt zu haben, er müsse sich um sein Futbol-Match kümmern. Futbol sei aber die lateinamerikanische Bezeichnung, die »weiße, amerikanische« hingegen Soccer. Handelt es sich bei dieser semantischen Übernahme nun um einen klassischen Fall von Mikroaggression, und sei’s in Form einer Unachtsamkeit? Vielleicht ist dies nicht die bestimmende Frage. Diese betrifft vielmehr die vielleicht gar nicht geplante öffentliche Aufmerksamkeit. Eine Blase der Kultur der Kränkungen platzt da. (Und natürlich stürzen sich genau jene darauf, die schon immer gewusst haben, dass Political Correctness nichts bringt, und die einen Komiker schon deswegen extrem lustig und mutig finden, wenn irgendjemand ihm oder ihr nachgesagt hat, er oder sie sei »so herrlich politisch unkorrekt«.)
Ein Safe Space indes nimmt, wie es der Name sagt, in gewisser Weise Platz ein, er okkupiert einen Raum. Offensichtlich gibt es einen Punkt, an dem ein Safe Space zum kommunikativen Gefängnis wird, es gibt aber auch ­einen anderen, an dem der defensive Charakter eines Safe Space offensiv wird; im schlimmsten Fall, und das kennen wir zur Genüge, führt er zur Bildung von konkurrierenden Räumen (oder semantischen Netzen), zu einer moralisch-semantischen Selbstermächtigung, die politisch nicht gedeckt ist. Daraus entsteht sozusagen automatisch die Opferhaltung: Wir haben recht, aber die anderen haben die Macht. Die moralische Verurteilung muss daher um so fundamentaler ausfallen, je mehr man diese Opferrolle annimmt.
So erleben wir schließlich einen Zerfall des Konzepts »Gesellschaft« an sich. Es ist zugleich symptomatisch für einen Zerfall der Konzepte Demokratie und Aufklärung. Aber auch hier kann das Symptom nicht zur Ursache der Krankheit erklärt werden.
Die Entpolitisierung des Diskurses über die Mikroaggressionen findet also auf mehreren Ebenen statt. Sie findet statt aus ihrem Impuls, in ihrer Sprache und schließlich in ihrer äußeren Form. Auch das Ritual bildet einen Safe Space aus. Die Triggerwarnung schafft nicht nur ein Wir, worauf Katrin Rönicke im Freitag hinweist, sondern beinahe so etwas wie ein Patientenkollektiv, ein gekränktes, ein krankes Wir. Die Innenwelt in einem durch Triggerwarnung, Wächter gegen Mikroaggressionen und Political Incorrectness geschützten Safe Space bildet eine Innen/Außen-Dialektik aus: Sie muss sich bedroht fühlen, damit sie existiert. Womit man unter anderem erklären kann, dass diese Gruppen der mehrfach Entpolitisierten und zugleich mehrfach Abgesonderten sich am meisten von jenen bedroht fühlen, die ihnen auf die eine oder andere Weise nahekommen, und am wenigsten von jenen, die weit außerhalb und womöglich selbst schon semantisch isoliert agieren, und beinahe noch weniger von jenen, die das machen, worauf die Safe-Space-Gruppe willentlich oder unbewusst verzichtet hat: Politik. Wir verstehen also, mit welchem Elan man sich auf einen Kommilitonen konzentriert, dem »in netter Form« eine Mikroaggression nachgesagt werden kann, während man sich um den Rassismus, Sexismus und Klassismus auf der Straße, in den Unternehmen und in der Justiz kaum bekümmert.
Das alles bedeutet keine Ablehnung einer moralischen Bewegung, nur eine Mahnung daran, sie wieder politisch zu machen, das heißt dem irrationalen Kult der Kränkung ebenso abzusagen wie dem Opfermythos. Denn was da geschieht, heißt ja nicht, dass es keine Mikroaggressionen gäbe, und es heißt auch nicht, dass das Konzept eines Safe Space prinzipiell abzulehnen sei. Paradoxerweise aber trägt eine Ausdehnung des Konzepts, zum Beispiel auf eine Universität, zur Entpolitisierung der ganzen Institution bei. Das Schlimmste, was geschehen kann in einem Safe Space, ist, dass die Kränkung zur eigentlichen Identität wird. Das heißt, man richtet sich nicht nur in der Kränkung ein, sondern errichtet sie in sich selbst als nicht berührbares, nicht beschreibbares Zentrum. Fundamentalismus zeichnet sich dadurch aus, dass Politik in die Form von Moral gebracht wird, diese in Form des Dogmas, und diese schließlich in die Form von Ritual und Mantra. Der imaginäre und kollektive Trigger ist dann eine Form der negativen Gottheit. Man darf etwas nicht ansehen und mit keinem Namen belegen, so fängt das an.
Und so hört es auf: Es wird den Punkt geben, wo die Konstruktion der Safe Spaces den der öffentlichen Debatte und damit die Demokratie in Frage stellt. Die neue moralische Bewegung an den amerikanischen Hochschulen ist drauf und dran, diesen Punkt zu überschreiten. Die Mikroaggression, das ist gerade ihre Tücke, ist in der Regel gegen eine einzelne Person gerichtet, auch wenn es in der Form einer Zuordnung geschieht; daher subjektiviert sich auch der Widerstand gegen sie. Wie »getroffen« ein Einzelner aber ist, erschließt sich nicht unbedingt aus dem Diskurs, so dass wir, ausgerechnet, die Empfndlichkeit der Einzelnen als Maßstab benutzen müssen. Statt also Maßstäbe zu setzen, werden sie gerade aufgelöst. Das hat, wir kennen das aus der Geschichte der Empfindsamkeit, einen Kult der Einzelseele zur Folge. Je radikaler das Konzept angewandt wird, desto isolierter werden die einzelnen letztendlich. Der Rückweg zum politischen Subjekt ist mühsam.