Joshua Clover über das Ende des Streiks und die Rückkehr des Riots

Die Ära der Krawalle

Baltimore, Tottenham, Clichy-sous-Bois – der US-amerikanische Autor Joshua Clover ist der Ansicht, die Welt befinde sich in einem Zeitalter der Riots.
Interview Von

In den jüngsten Krawallen in Fer­guson, Baltimore, Milwaukee und Charlotte sahen amerikanische Medien die Wiederentdeckung des ­Riots durch die schwarze Bevölkerung der USA. Stimmen Sie dem zu?
Das Ausmaß der Riots ist in der Tat gestiegen, aber ansonsten greift der mediale Hype historisch zu kurz. Gemeint ist die Rückkehr des sogenannten race riot – ein fürchterlicher Begriff –, also die Aufstände von Watts oder Detroit ab Mitte der sech­ziger Jahre. Meiner Ansicht nach stehen diese Unruhen dagegen am ­Anfang einer bis heute anhaltenden neuen Ära der Aufstände. Riots sind seitdem ein konstantes – und häufiger werdendes – politisches Phänomen in den Vereinigten Staaten. Natürlich gibt es zwischendurch immer mal wieder ein paar Jahre ohne einen aufsehenerregenden Aufstand. Die Vorstellung, es gebe ein verlorengegangenes und wiederentdecktes Geheimwissen, wie Riots zu machen sind, ist falsch. Den Menschen geht es schlecht, sie sind sozial ausgegrenzt, ihre Handlungsmöglichkeiten sind begrenzt. Sie können nicht streiken, sie können sich nicht am Arbeitsplatz organisieren, weil sie keine Jobs haben. Es ist also weniger eine Entdeckung, sondern sie handeln aus einer sozialen Notwendigkeit, um ihr Elend durch die Mittel, die sie zur Hand haben, zu überwinden.

Anzeige

Was unterscheidet Riots von anderen Formen öffentlicher Empörung?
Der Begriff hat seinen Ursprung in teilweise jahrhundertealten Gesetzestexten. Traditionell wurden Riots als öffentliche Unruhe definiert, an der mehrere Personen teilnehmen – mindestens drei, anderen Definitionen zufolge zwölf Personen. Keiner weiß, wie man genau auf diese Zahlen gekommen ist. Relevant finde ich, dass Riots stets als kollektive und nie als individuelle Handlung definiert werden. Gewalt ist ein weiteres Merkmal. Ich bestreite nicht, dass ­Riots oft diese äußerlichen Merkmale haben. Aber mir geht es in der Geschichte, die ich nachzeichne, um etwas anderes: Ich will die innere ­politökonomische Logik des Riots zeigen. Der Begriff Riot, den ich in Anlehnung an Marx entwickle, geht daher zurück zu seinen historischen Ursprüngen als eine Form der Preisbestimmung auf dem Markt.

Wie muss man sich das vorstellen?
Historisch kam es zu einem Riot, wenn die Menschen entdeckten, dass sie sich Waren, die sie zum Über­leben brauchten, auf dem Markt nicht leisten konnten. Dieser klassische Riot der ersten Ära der Aufstände nahm zwei Formen an. Im Buch beginne ich im 14. Jahrhundert, der Fokus liegt aber auf dem 17. und 18. Jahrhundert – das sind zwei Jahrhunderte fast ununterbrochener Aufstände. Da gibt es zum einen die Brotrevolte: Die Menschen gehen zum Bäcker und verlangen, dass das Brot billiger verkauft wird. Falls der Bäcker nicht zustimmt, enteignet die Menge das Brot. Die andere, damit verwandte Form nenne ich export riot. Er tritt auf, wenn ein Händler Nahrungsmittel, üblicherweise Getreide, aus der Stadt oder Gemeinde ausführen will, um anderswo einen höheren Profit zu erzielen. Aus Angst, kein Getreide mehr zu bekommen und zu verhungern, begeben sich die Menschen auf die Straße, blockieren den Wagen des Händlers und enteignen das Getreide – oder der Händler lässt sich davon überzeugen, das Getreide an Ort und Stelle zu einem bezahlbaren Preis zu verkaufen. Welche historischen Voraussetzungen haben zur Entstehung von Riots geführt? Einmal die Abhängigkeit der Menschen vom Markt. Der Markt ist nicht nur ein Ort des Handels, es geht dort um nacktes Überleben. Der aufkeimende Kapitalismus und die Auflösung der Allmende unterminieren die Möglichkeit, dass Menschen ihre Nahrung selbst anbauen. Sie sind also gezwungen, auf den Markt zu gehen, es gibt keine andere Möglichkeit. Die zweite Bedingung ist die Existenz des Weltmarkts. Er macht es den Händlern möglich, dass sie größeren Profit erwirtschaften, indem sie Getreide verschiffen, egal, ob die Menschen daheim verhungern oder nicht. Es handelt sich also um eine Entwicklung, die eng mit dem Wandel der Produktionsbedingungen verbunden ist.

Wie ordnen Sie den Riot in die Genese des Kapitalismus ein?
Der Riot ist meiner Meinung nach nicht präkapitalistisch, sondern er ereignet sich sehr früh im kapitalis­tischen Zeitalter. Es wird noch vom Handelskapital dominiert, verfügt aber schon über die Charakteristika von Marktabhängigkeit und steigender Produktivität. Das ist die Geburtsstunde der kapitalistischen Produktion, aus der sich die industrielle Revolution ergibt. Erst zu diesem Zeitpunkt kommt zur Marktabhängigkeit eine weitere Abhängigkeit hinzu, plötzlich sind alle integriert in das System der Lohnarbeit in einer Fabrik. Die Fabrik ist der Ort, an dem Arbeiter zusammentreffen. Dadurch können sie nun organisiert ihre Arbeitskraft verweigern, und das macht Streiks möglich.

Das heißt, Riots und Streiks sind sich auf gewisse Weise ähnlich?
Historisch ist der Streik aus dem Riot im Zusammenhang mit dem Weltmarkt und dessen logistischen Anforderungen entstanden. Die ersten Streiks gab es in England unter Seeleuten, die sich weigerten, Güter am Hafen auszuliefern. Während es beim Riot um die direkte Aneignung von Waren, beziehungsweise um deren Preisbestimmung geht, wird bei einem Streik um den Preis der Arbeitskraft gekämpft, es geht um Löhne. Dieser Wandel in der vorherrschenden Form sozialer Kämpfe steht in ­engem Zusammenhang mit dem Übergang von einer Ära, die vom Handel bestimmt wird, hin zu einer, in der die Kapitalakkumulation über Industrie und Fabrikarbeit verläuft. Nachdem der Streik im frühen 19. Jahrhundert Fuß gefasst hat, bleibt er bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts die dominante Form des kollektiven Kampfes im industriellen Kapitalismus.

Welche Rolle spielt das für die Ideengeschichte der Arbeiterbewegung?
Die Ära des sozialistischen Kampfes wird identifiziert mit dem Aufstieg der industriellen Produktion – und der Streik geht damit einher. Gerade die großen Theoretiker des Sozialismus erheben den Streik zur Idealform des Kampfes im Gegensatz zum Riot. Beim Streik herrscht Disziplin. Der Riot hingegen ist spontan und chaotisch – die führende Rolle haben nicht die Arbeiter, sondern das von Marx verachtete Lumpenproletariat. Der Streik ergab also in der Zeit des ­Industriekapitalismus vor dem Hintergrund derselben Strukturen Sinn, die den klassischen sozialistischen Horizont ausmachten. Demnach sollte die organisierte Partei des Proletariats die Staatsmacht ergreifen, um jenes Übergangsregime zu errichten, in dem der Staat dann abstirbt. Dazu ist es bekanntlich nie gekommen. Das sozialistische Projekt stagniert erst, bricht nach langem Siechtum in sich zusammen – und schließlich kehrt der Riot zurück.

Das stimmt, doch warum sind diese beiden Dinge zeitgleich geschehen?
Nicht, weil das Proletariat zu wenig gekämpft hat oder weil die Sozialisten nicht engagiert genug waren, sondern weil sich die globale Ökonomie transformiert hat. In den sechziger und siebziger Jahren beginnt die Deindustrialisierung und mit ihr der Niedergang der industriellen Lohnarbeit. Die Industrie ist nicht mehr das Zentrum der Ökonomie. Das war aber genau die Bedingung, unter denen sozialistische Organisierung möglich war. Man konnte sich tatsächlich vorstellen, dass die Industrie­arbeiter und -arbeiterinnen die Fraktion stellen, die das Proletariat in die Revolution führen würde. Aber die Organisation des globalen Kapitalismus hat sich verändert und wir sehen zwei verwandte Entwicklungen: Es gibt erstens den Niedergang der sozialistischen Perspektive, nach der die industrielle Arbeiterklasse die Kontrolle im Staat erlangt. Zweitens kann man einen Niedergang des Streiks beobachten. Seit 1973 beobachten wir einen massiven globalen ­Zusammenbruch der Profitabilität in der Produktion, der sich seither nicht umgekehrt hat. Damit schließt sich der sozialistische Horizont. Der Streik beginnt zu verschwinden und das an verschiedenen Orten. In den USA kann man das auf die Zeit nach 1979 datieren, in Großbritannien auf 1984 nach der Niederschlagung des Minenarbeiterstreiks.

Fallen Riots hinter den Streik mit seinen politischen Forderungen zurück?
Die Arbeiterbewegung erfährt einen dramatischen Niedergang. Es kommt zu diesem Bruch, weil immer weniger Menschen in der Produktion und immer mehr Menschen im Dienstleistungssektor arbeiten. Dazu kommen Menschen, die ganz aus der Beschäftigung verdrängt werden. Der Anteil dieser Personen an der Gesamtbevölkerung steigt weltweit dramatisch. Das sind die Bedingungen unter denen der Riot zurückkehren muss. Menschen werden nie aufhören, um ihr Überleben zu kämpfen, und sie tun es dort, wo sie sind – auf dem Markt, der Straße, dem Platz. Deshalb finden auch dort vermehrt Aufstände statt.

Was unterscheidet diesen neuen Riot von seinem historischen Vorgänger?
Es gibt zwei entscheidende Unterschiede zwischen der neuen Ära der Aufstände, die ich riot prime nenne, und dem ursprünglichen Riot. Zum einen geraten die Menschen nun in Konfrontation mit dem Staat – üblicherweise mit der Polizei. Es ist nicht mehr die direkte ökonomische Auseinandersetzung wie damals mit dem Bäcker – ich komme noch darauf zurück. Zum anderen ist es die Art, wie dieser neue Riot mit »Rasse« identifiziert wird. Das hat mit den ökonomischen Transformationen in der sozialen Struktur der Gesellschaft während der Ära des Streiks zu tun. In dieser Zeit gab es enorme Wachstumsverschiebungen im industriellen Kapitalismus, durch die Arbeiter aus der Landwirtschaft ausgestoßen und vom Industriesektor aufgesogen wurden. In den USA gab es riesige Migrationsbewegungen aus dem landwirtschaftlich geprägten Süden in den industriellen Norden. Zum Beispiel nach Detroit während des Automobilbooms in den vierziger, fünf­ziger und sechziger Jahren.

Wir sprechen hier von zumeist Schwarzen und Mexikanern, aber auch von nichteuropäischen ­Einwanderern aus dem Ausland.
Ja, alles Bevölkerungsgruppen, die nicht als Weiße gelten. Sie stiegen vergleichsweise spät in den Industriesektor ein, und waren auch auch die ersten, die wieder entlassen wurden, als die Deindustrialisierung einsetzte. Sie stellen nun den Großteil jener zumeist schwarzen, aber nicht ausschließlich schwarzen überflüssigen Bevölkerung, die ihre sozialen Kämpfe wieder außerhalb der Fabrik führen muss. Daher werden die neuen Riots der überflüssigen Bevölkerung eben auch als sogenannte Rassenunruhen wahrgenommen.

Wie unterscheidet sich deren ­Dynamik dann von den klassischen Riots?
Eben durch die direkte Konfrontation mit dem Staat. Üblicherweise wird in einer Community, deren Grenzen der Belastbarkeit schon weit überreizt sind – viele junge Männer im Knast, hohe Arbeitslosigkeit, ständige Gängelung durch die Polizei –, ein Jugendlicher von der Polizei erschossen, der Polizist geht straffrei aus und es kommt zum Aufstand. Und dabei geschieht etwas Besonderes: Der neue Riot – riot prime – offenbart unmittelbar die tiefgreifende Transformation, die sich in der politischen Ökonomie des Westens über jenen langen Zeitraum vollzogen hat. Meine kürzeste Formel dafür lautet: In der ersten Ära der Riots war der Staat fern und die Ökonomie nah. Die Dinge, die man zum Überleben brauchte wurden dort hergestellt, wo man auch lebte. Dagegen gibt es im 17. Jahrhundert keine Polizei, es ist in der Regel keine Armee in der Stadt stationiert, und der eventuell vorhandene Büttel wird verjagt oder aufgeknüpft. In anderen Worten, kein oder kaum Staat weit und breit. In der gegenwärtigen Situation ist es genau andersrum. Kaum etwas von dem, was wir zum Leben brauchen, wird in der unmittelbaren Umgebung produziert, die Produktion ist völlig globalisiert. Die Vorstellung, man könnte sich die gesamte Ökonomie in einem Handstreich aneignen, um von ihr leben zu können, ist heute nahezu undenkbar. Der Staat hingegen ist omnipräsent. Die Polizei wacht an jeder Straßenecke, die Nationalgarde ist schnell einberufen. Es ist daher völlig vorhersehbar, dass der neue Riot, riot prime, letztlich immer gegen den Staat anrennt statt gegen die Ökonomie.

Die Riots in Ferguson, Baltimore und Milwaukee waren doch zumindest äußerlich Reaktionen auf rassistische Polizeigewalt. Kann man das mit einem rein ökonomischen Modell wirklich erklären?
Die Aufrührer bringen die Polizeigewalt nicht unbedingt mit ihrer wirtschaftlichen Situation in Verbindung. Aber mich interessiert eigentlich gar nicht, was sich dieses oder jenes Individuum denkt, sondern der kollektive Akt des Riots, und dessen politökonomischer Kern – das muss ich noch einmal betonen – ist und bleibt stets das Plündern. Die Aneignung von ­Waren, nicht Gewalt, nicht Spektakel und nicht Diskursverschiebung, ist der ganze Sinn des Riots – seine ­materielle Wahrheit. In den erwähnten Riots scheint dieser Aspekt aber eher ein Nebenprodukt als ihr eigentlicher Sinn zu sein. Plünderungen werden von außen immer als der Moment dargestellt, an dem der Protest aus dem Ruder gelaufen ist und seine moralische Legitimität verloren hat. Nach dem Motto »Sie wollen nur Flachbildschirme klauen«.

Warum ist der Flachbildschirm der Marker des schlechten Konsumenten in unserer Zeit?
Angeblich ist der Grund für den Kollaps der griechischen Wirtschaft ja, dass die griechischen Bürger so leicht ­einen Kredit bekommen haben, um Flachbildschirmfernseher zu kaufen. Es klingt dann immer so, als hätte man schon Verständnis dafür gehabt, wenn es wenigstens Nahrungsmittel und nicht ausgerechnet Flachbildschirmfernseher wären, die da geplündert werden. Das ist Blödsinn. Kein seriöses Medium und kein seriöser Politiker wird je die Legitimität eines Aufstands anerkennen. Beim ursprünglichen Riot ging es nur um das Plündern. Wenn also das Plündern zurückkehrt, ist das kein Zufall. Es verleiht dem Riot überhaupt erst sein emanzipatorisches Potential.

Was geschieht, wenn Riots eine reaktionäre Richtung einschlagen?
Ich denke da an die jüngsten Angriffe auf Flüchtlinge. Ich denke keineswegs, dass Riots an sich emanzipatorisch sind. Die pogrom­artigen Ausschreitungen gegen Einwanderer, wie sie ja gerade in ganz Europa und fast täglich in Deutschland stattfinden, sind nichts Neues. Auch die so genannten race riots in den USA waren ja ursprünglich Angriffe von Weißen auf nichtweiße Bevölkerungen. Auch dort ging es um diffuse Ängste, dass jene rassisch definierten anderen Arbeitsplätze oder Zugang zu Ressourcen wegnehmen könnten. Aber lassen Sie es mich positiv formulieren: Die Statistik besagt, dass diese Form der Riots zumindest in den USA zurückgeht, und meine vorsichtig optimis­tische These wäre, dass dies auch den Trend für die Zukunft ausmacht. Der Anteil der überflüssigen Bevölkerung wird weiter wachsen – soviel ist sicher. Es wird keine statische Trennung zwischen arbeitender weißer und arbeitsloser schwarzer Bevölkerung geben. In dem Moment, in dem Weiße und Schwarze ihr gemeinsames Interesse im Riot entdecken, wird der Riot auch sein emanzipatorisches Potential entfalten. Aber das sind Voraussagungen über die Zukunft, mit denen ich mich lieber zurückhalte. In der kommunistischen und revolutionären Debatte des 19. und 20. Jahrhunderts gibt es die Idee des Generalstreiks, bei dem es nicht mehr um Löhne geht, sondern um die Systemfrage.

Gibt es ein Äquivalent zur Idee des Generalstreiks – so etwas wie den »general riot«?
Das Meisterwerk über den Generalstreik ist Rosa Luxemburgs Essay von 1906. Es gibt darin diese brilliante Passage, wie eine Vielzahl unterschiedlicher Kämpfe als kleine Bäche und Flüsse zusammenlaufen, um am Ende einen mächtigen Strom zu bilden. Während es nicht in der spontanen Natur von Riots liegt, dass in Hunderten Städten gleichzeitig mit dem Ziel einer kommunistischen Gesellschaft Riots ausbrechen, kann man sich durchaus vorstellen, dass Riots auf die beschriebene Weise um sich greifen, bis aus kleinen Riots Megariots werden. Bis ein Bewusstsein von Riots nicht als sinnentleerte Zerstörung von Eigentum, sondern als erste praktische Akte kommunistischer Aneignung entsteht. Wer selbst einen erlebt hat, weiß, dass Menschen im Moment des Riots sehr viel geneigter sind zu teilen als sonst. Dass die Menschen beginnen, Riots nicht als feuriges Gewaltspektakel zu begreifen, sondern als Maßnahmen, um ein anderes Verhältnis zu Dingen, ein nichtkapitalistisches zu haben. Dass das um sich greift. Dass in Berlin, in Leipzig, überall die Riots expandieren, bis sie sich ver­einigen – das ist die optimistischste Vision, die ich mir vorstellen kann.

 

 

CloverJoshua Clover Jahrgang 1962, erlebte schon als Kind in Berkeley seine ersten Riots und musste auf dem Schulweg vor dem Tränengas der Nationalgarde flüchten. Als Journalist berichtete er über die zapatistische Bewegung aus Chiapas und legte als Musikreporter Rockstars kluge Sätze in den Mund. Mit seinem ersten Gedichtband »Madonna anno domini« gewann er 1996 den Walt-Whitman-Award. Clover ist heute Hochschullehrer an der University of California, Davis. Nahezu zeitlebens politisch aktiv, organsierte er 2012 mit Studierenden ein Sit-in, um gegen die finanziellen Verstrickungen zwischen U.S. Bank und Universität zu protestieren. Die Demonstranten wurden als »Davis Dozen« bekannt. 2016 erschien sein Buch »Riot. Strike. Riot: The New Era of Uprisings«.