Unsere Kolumnistin hat eine Brotschneidemaschine getestet

Das Scherzl ist viel zu groß

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Wie der Anfang und das Ende eines Brots heißen, darüber gibt es im deutschsprachigen Raum ganz unterschiedliche Ansichten. Die meisten dafür verwendeten Worte fangen mit K an und lauten im Rheinland zum Beispiel Knäppchen, Knörzchen oder Köppla, in Südthüringen Küppel, im Westerwald Krüstchen oder in Schwaben Knäusle. Dafür hat das Endstück eines Brots in Bayern und Teilen von Österreich ein ganz eigenes Wort, nämlich Scherzl, was praktisch ist, denn genau um diesen Brotabschnitt geht es jetzt.
Egal, wie man es anstellt, immer fällt das Scherzl sehr groß aus, wenn das Brot maschinell geschnitten wird. Warum das so ist, ist nicht ganz klar, eine Theorie lautet aber, dass das hintere Ende nicht mehr in Scheiben geteilt wird, weil die Maschine das Brot mittels Greifhaken in die richtige Schneideposition bringt und das Messer ihnen nicht zu nah kommen soll.
Das ist eigentlich logisch. Aber was passiert, wenn man das Scherzl nach vollendetem Brotschnitt einfach nochmal in die Maschine steckt, auf dass diese den Kanten hübsch ordentlich ebenfalls in Scheiben schneidet? Im für diesen schon lange überfälligen Test ausgesuchten Brotselberschneide-Automaten eines Supermarkts beginnt der Versuch mit einem unvorhergesehenen Problem: Das Endstück will ums Verrecken nicht aufrecht stehen bleiben, sondern fällt um, noch bevor man auf den Schneideknopf drücken kann. Das geht so natürlich nicht, und deswegen wird es schließlich in Form gebogen, bis es tut, was es tun soll. Kaum hat sich die Maschine in Bewegung gesetzt, fällt es aber prompt wieder um und wird dazu auch noch erratisch hin- und hergeschleudert. Das Resultat – ein immerhin sehr interessant aussehendes Scherzl-Massaker – ist dann aber doch eine ziemliche Enttäuschung. Schade.

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