Leo Fischer klingt diese Woche wie Andrea Nahles

Mit Würde den Schwanz einziehen

Gastbeitrag Von Leo Fischer
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GBLiebe Genossinnen und Genossen, hallo und willkommen zur neuen SPD! Jetzt, wo wir wieder in der Opposition sind, wird ein ganz neuer Ton erklingen, ein frischer Wind durchs Gerhard-Schröder-Haus wehen. Alles zurück auf Anfang! Aber natürlich mit bewährten, erfahrenen Leuten, die wissen, wie man eine Krise meistert beziehungsweise herbeiführt. Ich freue mich außerordentlich, in diesen für die SPD schwierigen Zeiten die Leitung der Fraktion zu übernehmen. Erstens ist es ein Amt, das ich noch nicht hatte, oder noch nicht so oft wie andere. Zweitens wird meine Stimme gegen Merkel noch lauter erschallen als früher, wo ich ihr noch am Kabinettstisch gegenüber saß. Wir werden ihr richtig auf die Fresse ­geben, bis ihr der Arsch auf Grundeis geht und ein Heulen und Zähneklappern herrscht! Was uns natürlich nicht davon abhalten wird, bei wich­tigen Abstimmungen ein paar Leihstimmen zur Verfügung zu stellen. In einer guten Beziehung schreit man sich schließlich auch manchmal an, um danach gemeinsam Pippi Langstrumpf zu gucken.

Für die Fraktion ist es wichtig, jetzt junge Leute nach vorne zu lassen. Da fällt mir zuerst mal Olaf Scholz ein, der jetzt schon sehr lange Urlaub in Hamburg gemacht hat und dadurch viel Kraft zurückgewinnen konnte. Aber auch Peer Steinbrück könnte sich durchaus wieder einbringen, der ist ja auch noch nicht so alt.

Was den missglückten Wahlkampf angeht, möchte ich mich bei den Wählerinnen und Wählern herzlich entschuldigen. Wer hätte denn ­ahnen können, daß Schulz außerhalb seines Brüssler Schlosses mit eigenem Leibdiener ein zittriges Nervenbündel ohne Widerstandskräfte ­gegen den stressigen Alltag ist? Der rumschreit, weil ihm die Kalaschnikow seines Personenschützers die Anzüge zerknautscht? Und weil ­seine Butter nicht vom Himalaya kommt? Wir hätten den Mann ja nicht bei laufender Fahrt absetzen können! So haben wir wenigstens mit Würde den Schwanz eingezogen. Und dort wird er erstmal bleiben.

Mit solidarischen Grüßen
Andrea Nahles
(nach Diktat im Urlaub)