Imprint - Abdruck aus: »Der Vater der Superhelden«

Der Vater von Superman

Der Comicautor Julian Voloj erzählt die Geschichte des »Superman«-Schöpfers Joe Shuster, der um den Erfolg des Comics geprellt wurde.

Im Cleveland der zwanziger Jahre lernen sich Joe Shuster und Jerry Siegel kennen, ­beide Söhne jüdischer Migranten, beide talentierte ­Sonderlinge und Tagträumer. Gemeinsam erfinden und ­verlegen die zwei Freunde, Siegel als Autor und Shuster als Zeichner, ihre eigenen Geschichten von Helden, Schurken, Aliens und Monstern. Einer ihrer zahlreichen Comicfiguren geben sie den Namen »Superman«. Jahre später schaffen die beiden es, sich in der Branche einen Namen zu machen.

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Als ihr Auftraggeber Detective Comics (ein Vorläufer von DC Comics) für eine neue Anthologie namens »Action Comics« Comicbeiträge braucht, schicken Siegel und Shuster Superman offiziell zum ersten Mal in den Einsatz. »Action Comics«, vor genau 80 Jahren im Juni 1938 erschienen, war nicht nur der Beginn des Kults um Superman, sondern auch die Geburtsstunde der Superhelden-­Comicindustrie, die bis heute Milliarden erwirtschaftet. Nur Joe Shuster und Jerry Siegel brachte Superman kein Glück. Sie hatten als Teil ihres Arbeitsvertrags die Rechte an der Figur an den Verlag abgetreten. Als sie ihren Teil am Erfolg ihrer ­Schöpfung einklagen wollten, verloren sie alles.

 

Der Text erscheint in der Print- und in der PDF-Ausgabe 24/2018