Homestory #22

Aus aktuellem Anlass vorne weg ein paar Worte über Männertage, etwa dem Internationalen Männertag. Klingt patriarchal, scheint aber eine ganz gute Idee zu sein. Ziel des in Trinidad und Tobago ausgedachten Männertags ist es, die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern und Männer und Jungen dazu zu bewegen, Vorsor­geuntersuchungen beim Arzt wahrzunehmen. Der Tag wird am 19. November begangen, und inzwischen machen sehr viele Länder dabei mit. Am Internationalen Männertag gibt es zudem den »Movember«, eine Spendenkampagne, bei der sich Männer im November hippe Oberlippenbärte wachsen lassen und Geld für die Prävention von Prostatakrebs sammeln.

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Auch der Weltmännertag am 3. November ist der Gesundheitsvorsorge besagter Zielgruppe gewidmet. Der Herrentag dagegen ist eine eher ungesunden Variante des Männertags. Hier stehen Alkoholtrinken, das Grillen von viel fettigem Fleisch, das Mitführen von Bollerwagen, Touren an Angelseen und Kutschfahrten ebenso auf dem Programm wie anschließende Schlägereien und promillebedingte Verkehrsunfälle. Etwas netter klingt da schon »Vatertag«, den man immerhin mit  Kindern assoziieren kann, die ihrem Vater fragwürdige Bastelarbeiten, Häkelsocken oder Rasierwasser überreichen. Der Vatertag beziehungsweise Herrentag wird in etlichen Ländern begangen, ganz nach Gusto der Länder und Regionen an unterschiedlichen Tagen.

Apropos feiern. Was machen eigentlich Redakteure und Redakteurinnen an diesem gesetzlichen Feiertag, der bei uns in dieser Woche ansteht? Zugegebenermaßen hat es jetzt etwas länger gedauert, bis wir hier mal auf den Punkt kommen und Interna aus dem Hause Jungle World ausplaudern, aber das Vatertagsprogramm der befragten Redaktionskollegen und -kolleginnen ist derart dünn, dass es nie und nimmer eine längere Homestory ergeben hätte, zumindest keine, die solide recherchierte O-Töne enthält. Aber vielleicht lag es auch an einer nicht ganz optimalen ­Interviewführung, dass die Befragten eher wortkarg waren.

Auf die Frage »Was machst du am Vatertag?« antwortete die ­Geschäftsführerin: »Frei.«

Der Inlandsredakteur: »Mal sehen.«

Der CvD: »Zu Hause bleiben.«

Der Lektor, nach einem Blick in den Kalender: »Nichts.«

Die Themaredakteurin: »Paddeln im Spreewald, aber nur vielleicht.«

Diverse Redakteure und Redakteurinnen: »Nicht arbeiten.«

Klingt ganz nach einem aufregenden Tag.

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