Von Bauarbeitern geweckt

Der Anbau

Das Medium Von

Das MediumRumms. Rumms. Quietsch. Rumms. Rumms. Rumms. Stille. Noch mehr Stille. Rummsrumms. Rumms. So klingt das, wenn nebenan gebaut wird, und zwar von ausgewiesenen Sadisten. Die nun schon seit rund einem Jahr in einem ehemaligen Hinterhof einen Anbau erstellen, und das, natürlich, ab morgens um sieben. Richtig gelärmt, also mit viel Rumms und Quietsch, wird aber erst um acht, wahrscheinlich damit man der Müllabfuhr keine Konkurrenz macht, die alle paar Tage um viertel nach sieben kommt und rumms die Tonne mal da und mal dort gegenfährt und quietsch irgendwas mit deren Rädern anstellt – vielleicht Stöckchen hineinsteckt? –, damit die auch bloß ­ordentlich und vor allem in einer möglichst enervierenden Frequenz Laut geben.

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Kaum ist man dann wieder eingeschlafen, sind auch schon die Bauarbeiter von nebenan dran, die, so ist den Verlautbarungen der Baumbesetzer vom Tesla-Gelände zu entnehmen, gefälligst »Arbeitis« genannt zu werden haben, wegen Inklusion und so, wobei die am Nachbarhaus Werkelnden nicht so wirken, als legten sie größeren Wert darauf, inkludiert zu werden. Schließlich haben sie Besseres zu tun, nämlich ab Punkt acht Uhr zu rummsen, was das Zeug hält. Um zehn, halb elf, wenn nun wirklich die gesamte Nachbarschaft ebenso widerstrebend wie endgültig erwacht ist, müssen sie nämlich irgendwas anderes tun. Was das ist, weiß man nicht so genau, weil auf der Baustelle ab spätestens halb elf nur noch sehr leise Lärm gemacht wird. Weil klar, dann sind ja auch alle aufgestanden und dann würde sich das Rummsen und Quietschen nicht mehr lohnen.

So geht das jetzt schon seit Wochen, ach was sag ich, seit Monaten. Und man muss die Damen und Herren vom Bau schon ein bisschen dafür bewundern, wie pünktlich sie jeden Tag ab acht Uhr morgens etwas zu tun finden, was rummst und quietscht. Inklusive samstags natürlich.