Jetzt schon wissen, dass frau sich über das laufende Jahr ärgern wird

Keine guten Aussichten

Ein nettes Jahr würde es werden, dachte man ...
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Und da dachte man noch, dass es vielleicht eines dieser Jahre werden könnte, in denen man am Ende, also zu Silvester, Schwierigkeiten hat, die herausragenden, mithin meistens negativen ­Ereignisse aufzuzählen, weil es so dahinplätscherte, das Jahr, obwohl Jahre natürlich nicht plätschern können, aber manche Jahre wissen das halt nicht und tun es trotzdem.

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Ein nettes Jahr würde es werden, dachte man, voller Durchschnitt und Unaufgeregtheiten, und mit einem Sommer, in dem man rote Kleider tragen und viel an einem angenehm temperierten Meer herumliegen und natürlich auch drin schwimmen kann, und interessante Bücher lesen, natürlich, und was macht es da schon, wenn nichts Großartiges passiert, ­solange nichts Schlimmes geschieht. Selbstverständlich würde man sich auch in so einem rundum netten Jahr aufregen, ein bisschen jedenfalls, um in Übung zu bleiben. Der doofe Dingens wäre ja immer noch doof, beispielsweise, und die Dangens ­natürlich auch, so etwas geht ja nicht einfach so weg.

Und dann ist da zuerst Naziterror und dann ein Virus, das in manchen Menschen Seiten zum Vorschein bringt, die einfach nur noch abgefeimt und erbärmlich und niederträchtig sind, weil sie beispielsweise finden, dass die Epidemie ja nicht so schlimm sei, weil ja bloß alte Leute daran sterben, die, das schwingt unausgesprochen mit, ohnehin eigentlich kein Recht mehr darauf haben zu leben. Weil alt. Vielleicht sind das die gleichen Leute, die in Supermärkten zusammenraffen, was sie nur kriegen können, damit nicht am Ende alle ungefähr gleichviel Klopapier und Spaghetti (und Mehl!) haben, sondern sie am meisten. Oder die, die in Krankenhäusern Vorräte klauen, was dazu führt, dass dort kein Leben mehr gerettet werden kann. Und dann hat man schon so genug zum Aufregen und dabei ist es erst März. Es ist ein Elend.