Donald Trumps Berater ­Anthony Fauci wird von Rechtsextremen bedroht

Donuts und Drohungen

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Zwischen Donald Trump und Anthony Fauci gibt es immer wieder Differenzen. Der Immunologe berät den US-Präsidenten in der Coronakrise. Mit direkter Kritik hält er sich zurück, stellte Trumps Behauptungen aber des Öfteren richtig. So sagte Fauci, bis ein Impfstoff gegen Covid-19 zur Verfügung steht, werde es bis zu anderthalb Jahre dauern. Trump hatte zuvor behauptet, das sei eine Frage von wenigen Monaten. Faucis Expertise und seine von US-Medien hervor­gehobene Unbeirrbarkeit beeindrucken viele US-Amerikaner. Seit 1984 berät der Wissenschaftler US-Präsidenten, zuerst Ronald Reagan in der Aidskrise. Um den 79jährigen hat sich mittlerweile ein regelrechter Kult entwickelt. Allerlei kuriose Fan-Artikel wie Donuts, Socken und T-Shirts mit Faucis Gesicht, »Honk for Dr. Fauci«-Autoaufkleber und »St. Fauci«-Gebetskerzen können käuflich erworben werden. Die New York Times-Kolumnistin Maureen Dowd nannte Fauci »ein Nationalheiligtum«.

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Weil Faucis Äußerungen nicht selten Trumps Verlautbarungen widersprechen, werfen einige Anhängern Trumps ihm vor, er übertreibe die Gefahr der Pandemie. Rechtsextreme ergehen sich in Verschwörungsphantasien. Sie meinen, der Immunologe sei ein Vertreter des deep state, der verhindern wolle, dass Trump im November wiedergewählt wird. Unter dem Hashtag »Fauci Fraud« erfuhren negative Artikel über ihn große Verbreitung. Am 2. April berichtete die Washington Post, Fauci erhalte aufgrund einer erhöhten Anzahl von Drohungen Personenschutz. Am Tag zuvor hatte Fauci sich zu dem Thema bei einer Pressekonferenz nicht äußern wollen. Trump hatte dort gesagt, Fauci brauche »keinen Schutz, alle lieben ihn«. Er ist voll des Lobes: »Toni« leiste »hervorragende Arbeit«, sagte Trump Mitte März. Dass die in den USA geltenden Kontaktbeschränkungen bis zum 30. April verlängert wurden, schreiben viele Beobachter Faucis Einfluss auf den Präsidenten zu. Dem Magazin Science sagte Fauci Ende März, Trump mache, was er wolle, er habe seinen eigenen Stil, aber »in wichtigen Fragen hört er mich an, wenn ich etwas zu sagen habe«.