Powerpoint, oh no!

Klick it!

Von Maik Söhler

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Neulich, in einem Hausprojekt in Berlin-Friedrichshain. Die Frauen-WG aus dem zweiten Stock möchte ihre Vorschläge zur Dachbegrünung vorstellen und berät vorab. Verteilt man Ausdrucke oder zeigt man die Entwürfe direkt am Bildschirm? Eine sagt: »Vielleicht sollten wir eine Powerpoint-Präsentation machen.«

Powerpoint – das ist immer noch die angeberisch-obligatorische Form bei angehenden Master-Wirtschaftswissenschaftlern und in Start-up-Meetings; kein Wicht, der nichts zu sagen hat, dies aber per Powerpoint tut; unfassbare Mengen an ppt-Dateien im Netz; von Tom Wolfe in seinem Roman »Ich bin Charlotte Simmons« zu Tode karikiert; regelmäßig verulkt in Form von Powerpoint-Karaoke.

Hier eine Liste absurder Powerpoint-Präsentationen aus dem Netz:

-- »Assessing Internet Performance Metrics Using Large-Scale TCP-syn Based Measurements«: Hat was mit Psychologie und Computern zu tun, aber was? Krasse Schaubilder, Übersichtlichkeit war gestern.

-- »BMBF-Statusseminar 2002: Neue mathematische Verfahren in Industrie und Dienstleistung«: Der Titel sagt alles, 91 Folien voller Erklärungen, Listen und Schaubilder, kompakter Wahnsinn. Lieblingssatz: »Das Verhältnis der Mathematik zu den Anwendungen ist keine Einbahnstraße.«

-- »Kann auf die Assemblerprogrammierung eingebetteter Systeme verzichtet werden?«: Wer so scheinheilig fragt, verdient nur eine Antwort: ja.

Die Frauengruppe hat dann nicht mit Powerpoint gearbeitet.

www.uni-koeln.de/rrzk/netze/vortraege/pam/sld001.htm; www.mathematik-21.de/statussem/poster/groetschel/sld001.htm; ls12-www.cs.uni-dortmund.de/publications/slides/eis1999/sld001.htm; www.zentrale-intelligenz-agentur.de/powerpointkaraoke.html