Raus ins Grüne

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»Old Joy«. Es gibt langsame und ganz langsame Filme, und es gibt »Old Joy«. Dieses Meisterwerk des amerikanischen Independent-Kinos ist endlich auch in ein paar Arthouse-Kinos Deutschlands zu sehen, und es fällt schwer, einen vergleichbaren Film zu nennen. Zwei Typen, einer davon wird gespielt von dem großen Folkkauz Will Oldham, verabreden sich zu einer Art Hippietrip raus in die Wälder, zu einer Heilquelle. Dort halten sie sich kurz auf, und dann geht es wieder zurück in die Stadt. Das ist alles. Doch wie das erzählt wird, wie sich Zeit genommen wird für Bilder, für Details, für die Schilderung von zwischenmenschlicher Entfremdung und einem Amerika, das sich in den Bush-Jahren nicht gerade zum Besseren gewandelt hat, das ist sensationell. Zwischendurch kann man bei dieser Kontemplation ruhig ein kleines Nickerchen einlegen, der Film will das vielleicht sogar so. Dazu erklingt Musik von Yo La Tengo, und alles ist genau so, wie es in einem gut sperrigen amerikanischen Indiefilm sein soll.    aha