Essen auf Flügen

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Es hat einen Grund, warum die meisten Airlines mit Freundlichkeit, Sicherheit und schicken Reisezielen werben und nicht mit Gourmeterlebnissen der Extraklasse. Während in Fernsehdokumentationen gern gezeigt wird, wie Spitzenköche tagelang über die VIP-Menüs für Business-Class-Kunden grübeln und die Ergebnisse anschließend in groß angelegten Tests auf ihre Flugtauglichkeit überprüft werden, sind die Economy-Class-Kunden, von den Medien weitgehend unbeobachtet, ganz allein mit ihrem ku­linarischen Elend. Wer sich nun angesichts des gereichten Klumps mit Sauce fragt, was Kapitän und Crew dagegen wohl so verspeisen, kann sich über die Webseite www.airlinemeals.net freu­en. Die Page, die im Header damit wirbt, dass es um nichts anderes geht als Essen auf Flü­gen, hat nämlich den Unterpunkt »Crew ­Meals«, wo das Airlinepersonal Fotos und Kommentare zum ihnen gereichten Menü veröffentlichen kann. Ha! Nur wenige Stichproben genügen, um festzustellen, dass die Angestellten mitnichten tagein, tagaus mit Babyhummer, Filet vom Koberind, Almas-Kaviar und ähnlichen Leckereien verwöhnt werden. Die Fotos, die beispielsweise von Captain Haggis eingestellt wurden, zeigen nichts, was essbar wirkt. Die mit viel geschmolzenem Irgendwas belegte Minipizza korrespondiert rein optisch immerhin gut mit der mat­schig befüllten Pastete, gleichwohl äußerte sich der Kapitän, zweifellos aufgrund einer akuten Fettüberdosis leicht wahnsinnig geworden, sehr euphorisch über das Dargebotene. Vielleicht war er aber auch nur froh, nicht bei Air France angeheuert zu haben. Einer der dortigen Mitarbeiter dokumentierte unlängst ein ganz besonders abscheulich aussehendes Essen: Das fasrige Hüh­nerbrustfilet an madenähnlicher Beilage wurde ergänzt durch ein – vielleicht irrtümlich mit in die Pfanne geratenes – blässliches Körperteil eines Alien. Und einen großen Klecks kackbrauner Sauce.