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Die wichtigsten Daten kennen Sie vermutlich inzwischen: Der letzte Ausbruch des Eyjafjallajökull dauerte 18 Monate, von 1821 bis 1823. Dabei wurden vier Millionen Kubikmeter Asche an die Erdoberfläche befördert. Wir sagen das hier nur noch einmal, um unserem in Tel Aviv feststeckenden Kollegen aus der Geschäftsführung zu zeigen, dass wir uns ernsthaft Sorgen machen. Weniger um ihn, denn Tel Aviv im Frühling – was gibt es Schöneres? Aber um die Geschäfte!
Normalerweise gehört die Jungle World in Krisenzeiten nicht unbedingt zu den Verlierern. Die wirtschaftlichen Folgen des Vulkanausbruchs auf Island jedoch sind nicht absehbar. Unsere Auslandsabonnenten in Peking und Sydney, in Bangkok und Lima werden wohl vergebens auf ihre Zeitung warten. So wie wir vergebens auf unseren Kollegen, damit die hoffentlich bald fertig gestellte Regal-Kathedrale, an der von einem sich gerade unsterblich schraubenden Helden nun schon fast so lange gebaut wird wie einst am Kölner Dom, mit den zwei Tonnen des Zeitungsarchivs beladen werden kann, welches noch in den nach einem ausgeklügelten System, dessen komplexes Geheimnis nur der von der Aschewolke im Ausland festgehaltene Kollege kennt, der es einpackte, sortiert ist und in uns im Wege stehenden Kartons lagert, weswegen unser Alltag hier fast so verschachtelt ist, wie dieser Satz, und weswegen die Bau- und Einrichtungsmaßnahmen sich ähnlich in die Länge ziehen. Fertig sind inzwischen aber die Toiletten. Schick und vollkommen in Weiß gehalten. Und der repräsentative Empfangstresen im Eingangsbereich steht jetzt auch.
Um unsere Auslandsabonnenten machen wir uns wegen der Asche wie gesagt Sorgen, nicht aber um unsere inländischen. Im Gegenteil, sie – wie auch die im Ausland, wenn es denn eines Tages auch der Eyjafjallajökull endlich schaffen sollte, mit dem Rauchen aufzuhören – werden ab dem 1. Mai persönlich von uns betreut. Und dass da nichts schiefgeht, daran arbeiten hier und in den Flughafenwartehallen der Aschewolke-Exil-Länder rund um die Uhr zahlreiche Kolleginnen und Kollegen.
Sie müssen sich deswegen aber keinen Stress machen: Falls Sie als Abonnent oder Abonnentin immer per Rechnung bezahlen, werden Sie künftig einfach auf ein anderes Konto einzahlen müssen, welches, teilen wir Ihnen dann noch mit. Und wenn Sie immer per Bankeinzug zahlen, dann bitte nicht erschrecken, wenn künftig die Jungle World-Tochter Carnivora Ihr Geld einzieht. Sonst ändert sich nichts. Zwischen uns zumindest, also zwischen Ihnen und uns. Was sich weltpolitisch und kosmisch durch Eyjafjallajökulls Qualmerei ändert, das werden wir fasziniert verfolgen ebenso wie ganz sicher unser Kollege in Tel Aviv, dem wir an dieser Stelle den Vulkanier-Gruß entbieten: Live long and prosper, my friend!