Im falschen Rhythmus

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Liebes Jungle-Lektorat, dir ist klar, dass der Satz »Wir müssen reden« im Grunde nichts anderes bedeutet, als dass ein längerer Monolog folgt, ja? Gut. Also: Wir müssen reden. Zunächst über Pferde, genauer das Pferdchenspiel, über das ich seit ungefähr 2013 immer mal wieder an dieser Stelle berichte (übrigens wurde grad diese Woche dort das Reitzentrum »Jungle World« gegründet und es ist bereits jetzt ein großer Erfolg, aber das nur am Rande). Jedenfalls: Das Daddel heißt ­»Howrse«, und ja, das sieht blöd aus, aber wenn du das w wegmachst, dann wissen die dort aktiven Leserinnen (doch, wirklich, es gibt welche) doch gar nicht, wo sie das schicke neue Reitzentrum suchen sollen. Okay? Und dann ist da noch die Sache mit den Füllwörtern. Ich weiß, dass Lektoren nichts mehr lieben, als Füllwörter zu streichen, und natürlich ist es mir auch lieber, ihr streicht die allerdingse und obschons und eigentlichs statt ganzer Sätze – aber, aaaaaber, und das geht an alle Korrekturabteilungen auf der ganzen Welt: Habt ihr eine Ahnung, wie lästig das ist, wenn man sich den eigenen Text ausdruckt, um ihn irgendwo bei einer netten Veranstaltung vorzulesen und mittendrin feststellt, dass da eine Menge Wörter fehlen und dadurch der Rhythmus* vollkommen im Arsch ist? Und wie anstrengend es ist, gleichzeitig vorzulesen und sich dabei an all die gestrichenen Wörter zu erinnern und sie mitzulesen? Echt mal, niemand streicht Musikern Noten, Mathematikern die x, Informatikern geschweifte Klammern, bloß weil er oder sie die überflüssig findet. Jedenfalls: Wenn ihr meine Füllwörter in Ruhe lasst, benenne ich auch ein hübsches Fohlen bei diesem Spiel mit dem w in der Namensmitte nach euch, Deal? In Liebe, Elke
*extra nachgeguckt, ob das auch wirklich so richtig geschrieben ist, um euch Arbeit zu ersparen, ha!