Leo Fischer klingt diese Woche wie Emmanuel Macron

Merci Chéries

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Sehr geehrte Deutsche,

chère Angéla Merkel!

Es freut mich außerordentlich, dass so viele von Ihnen mitgefiebert haben, als es galt, mich zum Präsidenten zu wählen. Die vielen guten Ratschläge, die die Franzosen von den Deutschen erhalten haben, waren hochwillkommen und haben bestimmt auch mitgeholfen, eine Präsidentin Le Pen zu verhindern. Da­­für von meiner Seite schon mal ein fettes Merci!

Nun gilt es aber, weiter wachsam zu sein. Zusammen mit den Resten der anderen französischen Parteien möchte ich für ein stabiles Europa kämpfen, in dem alles ungefähr so weitergeht wie bisher, so doof auch vieles war. Konkrete Ideen dazu werden bereits im deutschen Kanzleramt erarbeitet und dürften die nächsten Tage im Elysée-Palast eintreffen. Gemeinsam mit meinen französischen Landsfrauen und -männern hoffe ich natürlich, dass uns Merkel für das künftige Europa eine große Rolle zugedacht hat, die auch unser nationales Selbstbewusstsein widerspiegelt.

Zum Problem des Rechtspopulismus in Europa liegen schon erste Pläne vor. Wir wollen ihn grundlegend reformieren und vor allem unter ein rigoroses Spardiktat setzen, um ihn klein und demütig zu halten. Das hat schließlich mit Griechenland auch hervorragend funktioniert. Zunächst gibt es eine Haushaltssperre für Le Pen, dann werden sukzessive ihre Besitztümer privatisiert. Im freien Spiel der Marktkräfte wird der Front National es schwer haben, sich mit seinen altbackenen Thesen zu behaupten.

Nun noch eine Prise Privates. Die Tatsache, dass meine Ehefrau sehr viel älter ist als ich selbst, wurde in den Medien auf unwürdige Weise aufgebauscht. Geschmacklose Vergleiche mit Berlusconi oder Trump waren die Folge. Ich möchte dazu nur sagen, dass ich wenigstens nichts von meiner eigenen Tochter will – jedenfalls, solange sie nicht deutlich älter ist als ich.

Auf eine gute Zusammenarbeit!

Ihr Emmanuel Macron