Leo Fischer klingt diese Woche wie Julian Reichelt

Gefahren in der Kinderstunde

Gastbeitrag Von

Liebe Bild-Leser!

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Die Watergate-Affäre. Die Snowden-Dokumente. Die Aufklärung der Trunkenheitsfahrt von Margot Kässmann. Das sind journalistische Meilensteine, die eines gemein haben – die Mitwirkung von Bild wird oft unter den Teppich gekehrt. Nun hat Bild endlich einen Scoop ganz für sich allein: die Kika-Affäre, den größten Skandal der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Der Fall ist so unglaublich, dass es fast nicht vorstellbar ist. In einem Beitrag des linken Propagandasenders Kinderkanal wurde durch eine Vermengung sträflicher Nachlässigkeit, bösartiger Inkompetenz und schlichter Heimtücke der Eindruck erweckt, ein syrischer Flüchtling sei jünger, als er in Wahrheit ist. Das verstößt gleich auf mehrfache Weise gegen die Allgemeine Presseerklärung der Vereinten Nationen. Diese regelt klar, dass syrische Flüchtlinge in gefühligen Kindersendungen nur dann auftreten können, wenn Knochendichte, Genom-Abrieb und Schambehaarung von mindestens zwei Amtsärzten vermessen und dokumentiert worden sind, und auch dann nur, wenn der Flüchtling mindestens Einserabiturient und Ehrenmitglied der Jungen Union ist. All diesen Ansprüchen ist der staatliche Rundfunk nicht nachgekommen. Zum Vergleich: Bevor wir unsere People-Story »Diese süße Lolita (15) macht Hollywood verrückt« veröffentlichten, haben wir uns bei zwei Humanbiologen rückversichert, dass die süße Lolita wirklich noch minderjährig ist. Diese Art Sorgfaltspflicht schulden wir unseren Lesern.

Nun bleibt die Frage, wie mit dem Skandal weiter umzugehen ist, auch, welche Konsequenzen zu ziehen sind. Das Mindeste wäre, wenn der Kinderkanal die produzierenden Mitarbeiter des Beitrags zunächst nach ­Afghanistan oder in ein anderes sicheres GEZ-Land abschiebt. Zwei Jahre Strafberichterstattung aus dem Schützengraben wird diese Verbrecher Medien­ethik lehren! Die junge Frau hingegen, die irrtümlich mit dem Flüchtling zusammen war, laden wir herzlich ein, an unserer großen ­Exklusivreportage »Die intime Sex-Beichte des Flüchtlings-Flittchens« teilzunehmen. Die natürlich notfalls auch ohne ihre Zustimmung erscheinen wird.

Mit moralischen Grüßen

Ihr Julian Reichelt