Porträt - Die Gattin des ehemaligen Ministerpräsidenten Malaysias, Rosmah Mansor, ­sammelte etwas zu eifrig Schmuck und Handtaschen

Ordentlich bling-bling

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Manche sammeln Briefmarken, andere lieber Edelschmuck und Handtaschen. Rosmah Mansors beachtliche Sammlung kann sich auf jeden Fall sehen lassen: 2 800 Paar Ohrringe, 2 200 Ringe, 1 600 Broschen, 1 400 Halsketten, 567 Handtaschen, 423 Uhren, 234 Sonnenbrillen, 14 Tiaras und weiteren Schmuck – selbstverständlich nur das Edelste vom Edelsten – hat die malaysische Polizei bei Razzien in sechs Immo­bilien Rosmahs und ihres Ehemanns, des ehemaligen Ministerpräsidenten Najib Razak (2009–2018) ­beschlagnahmt. Allein die beschlagnahmte Hand­taschensammlung der Luxusmarke Hermès soll rund elf Millionen Euro wert sein. Als studierte Soziologin und Anthropologin, die später im Banken- und Immobiliensektor arbeitete, mag Rosmah zwar nicht zu den Ärmsten gehören, für eine derartige Sammlung dürfte es aber auch mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerpräsidentengehalt nicht gereicht haben. Am Mittwoch vergangener Woche wurde die 66jährige festgenommen. Ihr werden Geldwäsche und Steuerhinterziehung in 17 Fällen vorgeworfen. Sie bestreitet die Vorwürfe. Najib behauptet, es handele sich bei den meisten der Luxusgüter um Geschenke für ­seine Frau und Tochter. Ihm werden in 32 Fällen Vergehen von Geldwäsche bis Amtsmissbrauch vorgeworfen.

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Korruptionsvorwürfe gegen Najib gibt es seit Jahren, 2015 berichteten mehrere große Zeitungen, er habe Hunderte Millionen US-Dollar – jüngsten Berichten ­zufolge mindestens 681 Millionen – aus dem staatlichen Investmentfonds 1MDB veruntreut, was große öffentliche Proteste gegen ihn zur Folge hatte (Jungle World 36/2015). US-Behörden zufolge wurden umgerechnet 3,9 Milliarden Euro aus dem Fonds veruntreut. Im Mai verlor Najibs Parteienkoalition Barisan Nasional (Nationale Front) die Parlamentswahlen, neuer Ministerpräsident wurde Mahathir Mohamad. Er leitete eine Untersuchung im Fall 1MDB ein, in deren Zuge es zu den Razzien gegen Najib und Rosmah kam, und verhängte eine Ausreisesperre gegen das Paar. Das US-Justizministerium behauptete 2017, etwa 26 Millionen Euro aus dem Fonds seien für Rosmahs Schmuck ausgegeben worden. Was sie zu ihrer für den 8. November angesetzten Fallanhörung vor Gericht tragen wird, ist unklar, etwas Schlichtes wäre angebracht.