Rechter Alltag in Deutschland

Deutsches Haus #38

Protokoll rassistischer Übergriffe.

Am Nachmittag des 10. September war ein 17jähriger im Berliner Ortsteil Marzahn unterwegs, als ihn der Berliner Polizei zufolge ein entgegenkommender Mann lautstark auf rassistische Weise beleidigte. Da der Pöbler ihm folgte, alarmierte der ­Jugendliche die Polizei. Beamte stellten einen Atemalkoholwert von 2,2 Promille bei dem 46jährigen Verfolger fest.

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Am 10. September verließen eine Schülergruppe und eine Lehrerin im Bahnhof von Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) einen Zug. Wie die Neue Westfälische berichtete, attackierte ein 39jähriger Mann die Kinder und die Lehrerin auf dem Bahnsteig unvermittelt mit Reizgas. Zehn Schülerinnen und Schüler im Alter von zwölf Jahren wurden dabei verletzt und mussten ins Krankenhaus gebracht werden, acht von ihnen zur Beobachtung und zwei zur Behandlung. Bundespolizisten nahmen den alkoholisierten Angreifer fest. Der Mann, gegen den bereits ein offener Haftbefehl vorlag, gab an, die Kinder hätten ihn gestört und er sei Rassist.

Am frühen Morgen des 9. September befand sich ein 21jähriger mit drei Freunden vor einer Diskothek im Berliner Ortsteil Friedrichshain. Die Gruppe unterhielt sich auf Hebräisch. Angaben der Polizei zufolge wurde ein Mann darauf aufmerksam, schlug dem 21jährigen mit der Faust ins Gesicht und flüchtete. Der Angegriffene trug eine Gesichtsverletzung davon. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen einer Körperverletzung mit antisemitischem Hintergrund.

Am Abend des 7. September befand sich ein 36jähriger an einer Straßenbahnhaltestelle im Berliner Bezirk Mitte. Nach Polizeiangaben war er an seiner Kleidung als Jude erkennbar. Ein Unbekannter, der ebenfalls dort auf die Tram wartete, fragte den 36jährigen zunächst, ob er Jude sei, und beleidigte ihn anschließend auf antisemitische Weise. Mehrere Zeugen verständigten die Polizei. Der Unbekannte konnte flüchten, bevor Beamte eintrafen.

Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtete, saß ein 41jähriger Mann am 7. September in Nordrhein-Westfalen in einem für Kinderwagen reservierten Bereich ­einer S-Bahn, die in den Dortmunder Hauptbahnhof einfuhr. Als eine Frau mit Kinderwagen zustieg, forderte ein 48jähriger Mann aus Ghana den 41jährigen auf, den Platz freizumachen. Daraufhin schrie der Sitzende den dunkelhäutigen Mann an, beschimpfte ihn auf rassistische Weise und bedrohte ihn. Bundespolizisten nahmen den alkoholisierten 41jährigen vorübergehend fest. Gegen ihn wird wegen Beleidigung, Nötigung und Bedrohung ermittelt.