Die Zukunft der Kaffeemaschine

Hallo Zukunft

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Dienstag, 17. Dezember, 1.44 Uhr.
Dies ist eine Nachricht aus der Vergangenheit, also eigentlich ist es eine aus der Gegenwart, aber bis diese Ausgabe der Jungle World gedruckt und ausgeliefert ist, ist die momentane Gegenwart schon lange Geschichte. Es war keine schlechte Zeit. Gut, das Wetter hätte schöner sein können, aber andererseits war halt Dezember, und da sollte man nun wirklich nicht erwarten, dass man an irgendeinem Berliner Badesee entspannt in der Sonne liegen und von Mücken zerbissen werden kann.

Und natürlich hätte auch die Menschheit an sich ein wenig angenehmer im Umgang sein können, auf der anderen Seite beschäftigte sie sich zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich mit dem Online-Einkaufen von Sachen beziehungsweise mit dem Anliefern von eingekauften Sachen. Gut, ein paar trödelten auch durch Geschäfte, aber im Großen und Ganzen waren alle recht entspannt.

1.55 Uhr.
Im Moment macht die Gegenwart wenig Zicken, bis auf die Tatsache, dass immer noch keine Kaffeemaschine mit Beinen dran oder meinetwegen auch Rollen drunter erfunden wurde, was schade ist, denn minutenlang neben so einem Ge­rät zu stehen und ihm dabei zuzugucken, wie es prustet und kocht und das fertige Resultat in wahlweise eine Kanne oder eine Tasse tröpfelt, ist nicht sehr erhebend.

Warum noch niemand eine Kaffeemaschine erfunden hat, die auch liefert, also sich unmittelbar nach dem Kochvorgang daranmacht, mit ihren kleinen Beinchen die Wohnung zu durchqueren und das fertige Getränk auszuliefern, man weiß es nicht. Aber, liebe Menschen von 2020, also in der Zukunft, wir verlassen uns in dem Punkt ganz auf euch, bitte enttäuscht uns nicht.

2.03 Uhr.
Ach ja, und Weltfrieden wäre natürlich auch toll. Oder wenigstens Bio-Crèmes, die nicht nach alter nasser Pappe stinken. Danke, Zukunft!