Deutsches Haus

In Potsdam (Brandenburg) haben Unbekannte vor einer Oberschule mit Kreide antisemitische und rassistische Parolen auf den Gehweg geschmiert. Diese waren nach Aussage eines an der Schule tätigen Schulsozialarbeiters bis zum 28. Januar zu sehen. Auf dem Bürgersteig war den Potsdamer Neuesten Nachrichten zufolge unter anderem der Spruch »Deutsche wehrt euch« zu lesen, mit dem 1933 zum Boykott jüdischer Geschäfte aufgerufen worden war. Die Täter kritzelten auch den von SA-Mitgliedern verwendeten Spruch »Geld ist dein Gott« sowie die rassistische Parole »Ein Pass macht dich nicht deutsch« auf den Gehweg. Die Schule klärte die Schülerinnen und Schüler über die Inhalte auf. Die von der Schule informierte Polizei sah keinen Straftatbestand vorliegen. Im Berliner Ortsteil Friedrichshain trat am Mittag des 27. Januar ein 41jähriger auf einer Rolltreppe am S-Bahnhof Warschauer Straße mit dem Fuß nach einer 26jährigen Frau. Nachdem eine Zeugin die Frau darauf aufmerksam gemacht hatte, verfolgte der Unbekannte die 26jährige und beleidigte sie auf rassistische Weise. Wie die B.Z. berichtete, beleidigte er anschließend auch die einschreitenden Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. Sie hielten den aggressiven Täter bis zum Eintreffen der Polizei fest. Der Staatsschutz ermittelt. Am selben Tag jährte sich die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz zum 75. Mal. Einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung zufolge zeigte an diesem Tag eine 23jährige in Pirna (Sachsen) am Rande einer Kranzniederlegung zum Holocaust-Gedenken den Hitlergruß. In der in dem Ort gelegenen ehemaligen Festung Schloss Sonnenstein wurden zwischen 1940 und 1941 im Rahmen der »Aktion T4« mehr als 13 000 überwiegend psychisch kranke und geistig behinderte Menschen ermordet. Im Sommer 1941 wurden dort des Weiteren mehr als 1 000  als »arbeitsunfähig« geltende KZ-Häftlinge getötet. Die Polizei ermittelt. In Leipzig (Sachsen) hissten Unbekannte am selben Tag an einem 40 Meter hohen Schornstein eines stillgelegten Fabrikgeländes eine Israelfahne. Die Flagge konnte erst am Nachmittag von der herbeigerufenen Feuerwehr entfernt werden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, der Staatsschutz ist informiert. Das berichtete die Bild-Zeitung. Wie die Märkische Oderzeitung berichtete, telefonierte am Abend desselben Tags ein 18jähriger vor einem Polizeirevier in Prenzlau (Brandenburg) und äußerte sich dabei lautstark auf volksverhetzende Weise. Die Beamten nahmen den alkoholisierten Mann in Gewahrsam und erstatteten Strafanzeige. mb

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