Homestory #50

Während der Covid-19-Pandemie Geburtstag zu feiern, ist nicht leicht. Wer seinen Geburtstag nicht digital oder nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts begeht, verstößt möglicherweise gegen Regeln zur Eindämmung der Pandemie, auf jeden Fall aber gefährdet er sich und andere. Insbesondere runde Geburtstage möchten viele Menschen jedoch nicht nur mit Mitbewohnern, Eltern oder dem Liebsten feiern, und nicht über Zoom, sondern lieber im Restaurant, in der Kneipe oder zu Hause.

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So ging es auch der britischen Moderatorin Kay Burley. Am Dienstagmorgen war sie nicht wie gewohnt in ihrer Frühstückssendung auf dem privaten Nachrichtensender Sky News zu sehen. Am Wochenende hatte Burley nämlich gegen die im Vereinigten Königreich geltenden Coronaregeln verstoßen. Zusammen mit neun anderen Personen, darunter ihre Senderkollegen Inzamam Rashid und Sam Washington sowie ihre Senderkollegin Beth Rigby, hatte sie unter anderem in einem Restaurant im Londoner Stadtteil Soho und später in ihrer Wohnung ihren 60. Geburtstag gefeiert. Beides war eigentlich nicht erlaubt. In Großbritannien darf man sich derzeit nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder der sogenannten support bubble in geschlossenen Räumen treffen.

In der Redaktion Ihrer Lieblingszeitung wurde seit einiger Zeit kein Geburtstag mehr gefeiert, das eine oder andere Kuchenstück dürfte einem dadurch entgangen sein. Einige Redaktionsmitglie­der haben aber Erfahrung mit digitalen Geburtstagsfeiern. Ein Kollege aus dem Auslandsressort erzählt, er habe seit Beginn der Pandemie nur ein einziges Mal an einem Zoom-Meeting teilgenommen. Freundinnen und Bekannte des Redakteurs hatten eine Überraschungsfeier für einen Freund organisiert. Die meisten Gäste hatten passenderweise ein Foto des Geburtstagskinds als Hintergrund gewählt, teils handelte es sich um private Aufnahmen, teils um Bilder aus sozialen Medien oder von Bewerbungsportalen. Eine Redakteurin aus dem Thema-Ressort berichtet, sie habe erst eine Party auf Zoom miterleben müssen. Bei Überraschungspartys könne der oder die Überraschte aber immerhin schnell die Kamera ausschalten. Eine Layouterin hat noch keine Party auf Zoom gefeiert, wäre aber nicht abgeneigt, es zu tun. »Ich schaffe es ja noch nicht mal in die Zoom-Kneipe. Unzählige Zoom-Plena habe ich allerdings schon hinter mich gebracht. Partys wären mir lieber ­gewesen.«

Ein anderes Kollektivmitglied hat im Herbst einen runden Geburtstag gefeiert, allerdings nur mit den Leuten in seiner WG, denn vor dem Termin musste der Betreffende sich selber in Quarantäne schicken, wie er sagt. »Der Nachholtermin steht aber schon fest: Nach Corona um acht.«