Chronik rassistischer und antisemitischer Vorfälle

Deutsches Haus #33/2021

Am Abend des 15. August beleidigte ein 69jähriger Mann in der Nähe des Alexan­derplatzes in Berlin-Mitte eine 34jährige und eine 24jährige sowie deren Kinder rassistisch. Einer Polizeimeldung zufolge soll der 69jährige sich plötzlich der Gruppe genähert, beide Frauen beleidigt und dabei Bier auf sie gespritzt haben. Die leere Dose warf der Mann dann noch auf die 34jährige. Die alarmierte Polizei fand den Mann vor Ort und maß bei ihm einen Alkoholwert von 1,2 Promille. Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts der Beleidigung und der gefährlichen Körperverletzung. Am 14. August beleidigte ein unbekannter Fahrradfahrer in Berlin-Hellersdorf einen 55jährigen auf rassistische Weise und schlug ihn mit einem Fahrradschloss. Laut einer Meldung der Polizei war der 55jährige gegen Mittag auf einem Gehweg unterwegs, als der unbekannte Mann ihn beleidigte, weil er seine Fahrradklingel nicht gehört habe. Der Täter stieg dann vom Rad und schlug dem Opfer mit einem Fahrradschloss auf den Rücken. Der Fahrradfahrer war in Begleitung eines Kindes, das bei der Auseinandersetzung zu weinen begann, weshalb der Täter vom Opfer abließ. Daraufhin fuhr der Mann mit dem Kind weg. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung. Am späten Nachmittag des 9. August beleidigte ein 34jähriger Mann in der U-Bahn in München mehrere Menschen als »Untermenschen«. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge habe ein 28jähriger den Täter deshalb an einer Haltestelle konfrontiert, woraufhin der 34jährige ihn körperlich angriff. Das verletzte Opfer verfolgte den Angreifer und rief die Polizei, die den bereits polizeibekannten Täter fassen konnte. Der mit Nazi-Symbolen tätowierte 34jährige sitzt in Untersuchungshaft, der 28jährige musste ins Krankenhaus. Der Staatsschutz ermittelt. Einem Bericht der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen zufolge wurde am 5. August eine Sinti-Familie aufgrund ihrer Herkunft von einem Campingplatz in Bad Zwesten (Hessen) verwiesen. Die Familie hatte eine Woche zuvor Stellplätze auf dem Platz gebucht. Beim Einrichten wurde sie jedoch aufgefordert, abzureisen. Laut eigenen Angaben beschloss der zuständige Verein bereits vor Jahren, dass keine Minderheitenangehörigen den Platz buchen dürfen. Nachdem der Fall öffentlich wurde, entschuldigte sich der Verein beim Landesverband der Deutschen Sinti und Roma sowie bei der Familie und hob den Beschluss auf. ch

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