Homestory

Homestory 35-36

Wenn Sie diese Zeilen vor Augen haben, dann ist es schon so weit: Die Jungle World produziert vom Redaktionssitz in Berlin aus gesehen im Ausland ihre jährliche Sonderausgabe. Voriges Jahr musste die Redaktion ja pandemiebedingt zu Hause und im Club bleiben, dieses Jahr geht es endlich wieder über eine Landesgrenze. Eine Fremdwährung gibt es auch und selbst mehrere Fremdsprachen werden in der Schweiz gesprochen – das gibt ein Gefühl von Exotik. Auch die Unterkunft auf dem Berg bietet wunderbare Kontraste zu Berlin, wenn man statt von Autostau und E-Roller-Barrikaden morgens von friedlich grasenden Ziegen und pupsenden Kühen begrüßt wird, das nächste Hipster-Café mehrere Tageswanderungen entfernt ist und man das Handy im Funkloch verschwinden und die Seele baumeln lassen kann.

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Die Ausgabe wird mangels IT-Ausstattung in große Käselaibe geritzt und dann per Schlitten in die Druckerei transportiert. Interviewpartnerinnen und -partner kontaktieren wir per Alphorn und Jodelcode, der dann bei einer Tasse heißer Schokolade dechiffriert wird. Zur Erbauung führen wir abends bei Kerzenschein dadaistische Theaterstücke auf und zählen die Sterne am Alpenhimmel. Für Erkundungen in der Umgebung satteln wir die Gämse und stopfen die Wanderrucksäcke mit Basler Leckerli voll. Nein, Quatsch, das können wir uns als prekär arbeitende Berliner Redaktion natürlich gar nicht leisten. Vor dem Grenzübertritt wurden die Autos noch mit Billigprodukten von einem deutschen Discounter vollgestopft und in den Rucksäcken landet nur ordinäres Knäckebrot.

Aber lassen Sie sich kein Murmeltier aufbinden, die Redaktion ist technisch und thematisch bestens ausgestattet und von ihren täglichen Abenteuern können Ungeduldige schon vorab im Alphorn-Blog lesen, ganz ohne Jodelcodekenntnisse. Zwei Wochen haben Sie Zeit, um Ihre Vorfreude bis zur Gipfelspitze zu steigern, und dann erscheint am 16. September unsere wunderbare Schweiz-Ausgabe garantiert ohne Bankgeheimnisse. Falls Sie uns nicht schon treu folgen, können Sie noch schnell unser Alphorn-Abo abschließen, um auch danach keine Ausgabe der Jungle World mehr zu verpassen.

Wir widmen uns derweil wie immer der knallharten Recherche und genießen die atemberaubende Aussicht aus unserem Urlaubs-
… äh … Produktionsdomizil. Grüezi mitenand!