Hunde werden schnell mal geklaut

Bewachte Hunde

Cocolumne Von

Auch als Hundehalter hat man profane ­Bedürfnisse wie jenes, mal eben auf dem Heimweg in den Supermarkt zu gehen und einen Liter Milch oder ein Bier zu kaufen. So profan das Bedürfnis ist – es zu befriedigen, ist kompliziert. Denn wohin mit dem Hund? In den Supermarkt darf er nicht mit hinein. Also draußen anleinen, sagen Sie? Dem Hund gefällt das zwar nicht, aber klar, das überlebt er schon. Es gibt jedoch ein paar Dinge, die man bedenken muss: Könnte der Hund vielleicht die ganze Zeit rumbellen und Menschen verschrecken? Oder könnten Kinder ihn streicheln wollen und aus Versehen mit dem Hündchen in Konflikt geraten? Das kann alles passieren, während Sie gerade sorglos drei Lauchstangen abwiegen.

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Es gibt aber noch etwas, das bedacht werden muss: Jemand könnte den Hund stehlen! Oh mein Gott, das will man sich gar nicht vorstellen! Coco in der Hand der Hundemafia?! Tatsächlich kommt so etwas regelmäßig vor, gerade in Großstädten und gerade seit dem Hundeboom in der Pandemie. Vor allem trifft es sogenannte Trendrassehunde. Ein Hund von Cocos Rasse ist, seit diese Kolumne erscheint, leider voll im Trend. Sprich, so ein Hund ist heutzutage schon mal locker 2 000 Euro wert. Man mag es gar nicht laut aussprechen, um niemanden auf falsche Gedanken zu bringen, aber so ist es. Vor Hundediebstählen wird vermehrt gewarnt. Sie würden ja auch kein Fahrrad im Wert von 2 000 Euro unabgeschlossen vor dem Geschäft stehen lassen.

Sie fragen sich, wie kann das sein, so ein Hund geht doch nicht mit jedem Menschen einfach mit. Doch, tut er. Ein bisschen Leberwurst und der Hund ist Ihr Freund. Natürlich würde ihn das eine Weile sehr verwirren, wenn sein Herrchen nicht mehr da wäre, das er immer so tapfer verteidigt, dessen Wohnung er bewacht und das er vor fremden Menschen gewarnt hat; aber wenn diese fremden Menschen Leberwurst haben und freundlich sind, dann sind sie halt sehr schnell keine Fremden mehr.

Was tun? Natürlich kann man einen Hund so erziehen, dass er sich nicht von Unbekannten betatschen und mitnehmen lässt. Aber einen solchen Hund will man ja nicht haben. Den könnte man ja auch nie zum Hundesitten abgeben. Man möchte natürlich einen freundlichen Sonnenscheinhund ­haben, den alle mögen und der seinerseits jeden mag. Sie können stattdessen eine diebstahlsichere Hundeleine erwerben. Ja, das gibt es. Anstatt dass Ihr Hund Sie vor Dieben bewacht, schützen Sie ihn vor Dieben. Verrückte Welt. Sowieso sollte man seinen Hund auch mit einem Chip unter der Haut ausstatten. Allerdings hilft dieser nur, das Tier zu identifizieren, wenn es gefunden wird. Es damit anpeilen und aufspüren kann man nicht.

Anders als beim geklauten Fahrrad wäre der Verlust eines Hundes ja auch nicht vor allem ein materieller. Fahrrad geklaut? Versicherung anrufen, neues (noch besseres, hehe) Fahrrad kaufen, fertig. Aber Coco? So ein Wesen gibt es ja nicht noch einmal. Also, Diebe, aufgehorcht! Pfoten weg von Coco, sonst beiße ich.