Wartet nicht!

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Nicht immer geht’s so, wie’s gehen sollte. Manchmal: geht es anders. Und nicht immer: geht’s dann gut. Der letzte linke Student soll als Beispiel dienen. Denn: er plant sein Leben gut. Nicht ein Fitzelchen seines Lebens ist ungeplant. Und es gilt: nur wer plant, kriegt, was er geplant hat. So kriegt der letzte linke Student: die Revolution. Die kriegt er schon: damit sein Leben einen Sinn hat. Er lebt nämlich: für die Revolution. Lebte er für nichts: wäre sein Leben sinnlos. Sinnloses Leben aber: gibt es nicht. Siehe Darwin. Nur wer einen Sinn hat, über­lebt.
Nun ist der letzte linke Student ins Schleudern gekommen. Also: bildlich gesehen. Denn: nicht nur die Revolution hat er geplant. Sondern auch: alles andere. Tiersein ist: keine Kon­trolle zu haben. Zivilisation ist: Kontrolle nie zu verlieren. Außer: daheim manchmal. Nach: Wein. Das: ist ein Zugeständnis an den tierischen Rest in uns. Ansonsten: verliert der letzte linke Student nie die Kontrolle!
Das ist ein Prinzip. Daher steht im besonderen Notizbuch: »Nur wer Kontrolle hat, kann siegen. Macht ist Kontrolle, Kontrolllosigkeit dagegen ist Ohnmacht. Das kann man bei Foucault nachprüfen. Folglich darf ich die Zügel nie aus der Hand geben. Chaos ist ein Feind der Revolution. Chaos macht uns machtlos.« So stimmt es. Und an Literatur geprüft ist es auch. Fragt sich nun: darf der letzte linke Student darauf warten, dass die neue schönste Studentin den nächsten Schritt macht? Kann er sie locken durch Passivität? Hat Gandhi recht? Ist Frieden immer richtig? Heißt Liebe nicht erobern? Ist Erobern nicht Macht? Ist Macht nicht Lust? Vielleicht muss der letzte linke Student also handeln. Und vielleicht sollten auch wir handeln, denn das Leben ist kein Ferienlager!